Kieztreff als Keimzelle der Kunst

Kieztreff als Keimzelle der Kunst

Foto: Ellen Orbic

 

„Untalentiert“ ist in der Kunstwelt keine Kategorie. Auch Ellen Orbic hat diese Erfahrung gemacht und präsentiert beim Kunstmarkt der Generationen erstmals ihre Bilder.

Wie sind Sie zu Ihrem Kunsthandwerk gekommen und was ist das Besondere daran?

Zum Malen bin ich gekommen, als ich aus dem aktiven Berufsleben ausgeschieden bin. Zunächst habe ich an der VHS einen Kurs „Zeichnen für Untalentierte“ absolviert und den seit der Schulzeit zementierten Glaubenssatz „Ich kann nicht malen“ hinter mir gelassen.

 

Ellen Orbic

 

Ist Steglitz-Zehlendorf ein guter Ort für Kunstschaffende?

Nach meinem Zeichenkurs bin ich auf die Malwerkstatt im Kieztreff aufmerksam geworden und seit nunmehr sechs Jahren dabei. Das Schöne daran ist, dass ich mich frei entfalten kann und dennoch kompetente Unterstützung bekomme. Auch den Austausch mit anderen Hobbykünstlern schätze ich sehr. Somit ja: Steglitz ist ein guter Ort für Kunstschaffende!

Wann waren Sie das erste Mal auf dem Kunstmarkt der Generationen und was gefällt Ihnen dort besonders gut?

Auf dem Kunstmarkt war ich seit rund 5 Jahren nur als Besucherin, die Flyer lagen im Kieztreff aus. Letztes Jahr habe ich mir vorgenommen, meine Bilder 2023 dort auszustellen.

 

Ellen Orbic

 

Wo können Interessierte Sie treffen?

Interessierte können mich donnerstags in der Malwerkstatt treffen. Eine eigene Webseite habe ich als reine Hobbykünstlerin nicht.

 

Ellen Orbic

 

Kunstmarkt der Generationen

Der Kunstmarkt der Generationen findet seit 2014 jährlich statt. Kleine und mittlere Kunstwerke von haupt- und nebenberuflichen Künstlerinnen und Künstlern treffen hier auf interessiertes Publikum. Ein Rahmenprogramm richtet sich an die ganze Familie.

24. Juni 2023

12 bis 18 Uhr

Im Park des Gutshauses Lichterfelde

Hindenburgdamm 28, 12203 Berlin

Alle Infos:
https://www.stadtteilzentrum-steglitz.de/2023/05/familien-willkommen-beim-kunstmarkt-der-generationen/

 

Anna Schmidt

 

 

 

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„Perspektiven der Kinder und Jugendlichen machen unsere Entscheidungen besser“

[caption id="attachment_103286" align="aligncenter" width="400"] Johanna Martens in der BVV am 22. April 2026, Rede zum Thema Kinder- und Jugendparlament | Foto: Grüne Fraktion[/caption]   Steglitz-Zehlendorf bekommt ein Kinder- und Jugendparlament. Das hat die BVV in der vergangenen Woche beschlossen. Wir dokumentieren die Rede von Johanna Martens, jugendpolitische Sprecherin der Fraktion der Grünen, im Wortlaut: Wir haben vor anderthalb Jahren einstimmig beschlossen, ein Beteiligungsgremium für Kinder und Jugendliche auf den Weg zu bringen. Seitdem ist viel passiert: Es gab einen strukturierten Beteiligungsprozess, Gespräche in Schulen, Jugendfreizeiteinrichtungen und mit Fachkräften. Und vor allem mit den jungen Menschen selbst. Wir haben uns bewusst nicht vorab auf eine Struktur für ein solches Gremium festgelegt und diese den Kindern- und Jugendlichen vorgesetzt, sondern den Beteiligungsprozess ernst genommen. Das Ergebnis dieses Prozesses war eindeutig: Die Kinder und Jugendlichen in Steglitz-Zehlendorf wollen ein Kinder- und Jugendparlament. Das Kinder- und Jugendparlament wird demokratisch gewählt, breit zusammengesetzt aus Schulen, Jugendfreizeiteinrichtungen, Vereinen und weiteren Organisationen. Es gibt klare Regelungen zur Repräsentanz und zur Einbindung verschiedener Gruppen im Bezirk. Und mit der Änderung der Geschäftsordnung integrieren wir dieses neue Gremium in unsere Arbeit in der BVV: Das Kinder- und Jugendparlament wird zu den Sitzungen eingeladen, kann eigene Anträge in die BVV einbringen und erhält eine nachvollziehbare Rückmeldung, wenn Anträge abgelehnt werden sollten. Auch Rederechte sind vorgesehen. Das sind notwendige strukturelle Veränderungen, die echte Mitwirkung ermöglichen. Warum ist das so wichtig? Weil wir damit zeigen, dass wir die Anliegen junger Menschen ernst nehmen. Weil wir damit Vertrauen in die Bezirkspolitik schaffen. Und weil wir somit ganz konkret in und mit diesem Gremium etwas gegen Politikverdrossenheit tun. Viele junge Menschen haben das Gefühl, dass Politik über sie hinweg entscheidet, sie nicht ernst nimmt. Doch wer früh erlebt, dass die eigene Stimme gehört wird und Einfluss hat, entwickelt Vertrauen in demokratische Prozesse. Mit diesem Beschluss heute können wir zeigen: Eure Perspektiven sind nicht nur willkommen – sie haben Gewicht. Gleichzeitig profitieren auch wir als Bezirksverordnete und der Bezirk selbst: Kinder und Jugendliche nehmen ihren Bezirk anders wahr als wir Erwachsene, haben oft einen anderen Blick auf ihren Alltag: auf Schulwege, Freizeitangebote oder öffentliche Räume. Sie sehen Probleme, die wir vielleicht übersehen würden und haben Ideen, auf die wir selbst nicht kommen würden. Diese Perspektiven machen unsere Entscheidungen als BVV besser. Deshalb geht es heute auch um Vertrauen: Vertrauen darin, dass junge Menschen Verantwortung übernehmen können und wollen. Und dass sie uns als Bezirkspolitik vertrauen können. Und es geht um Respekt: Respekt vor der Zeit, dem Engagement und den klaren Forderungen, die im Beteiligungsprozess formuliert worden sind. Ich möchte mich deshalb im Namen der Grünen Fraktion ausdrücklich bei allen bedanken, die daran mitgewirkt haben: bei allen Kindern und Jugendlichen, die sich eingebracht haben, bei den Einrichtungen, Fachkräften und der Verwaltung, die diesen Prozess getragen haben. Sie haben die Grundlage dafür geschaffen, dass wir heute diesen Schritt gehen können.

Johanna Martens

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