Flauschalarm! Der Bärenvirus geht um

Flauschalarm! Der Bärenvirus geht um

Anja Dassel

 

Anja Dassel fertigt Kuscheltiere: Hasen, Katzen und Bären. Die Unikate kann man adoptieren – auch beim Kunstmarkt der Generationen.

Wie sind Sie zu Ihrem Kunsthandwerk gekommen und was ist das Besondere daran?

Angefangen hat alles 2008 mit dem Wunsch meiner damals 3-jährigen Tochter nach einer weißen Stoffkatze mit verschieden farbigen Augen. Also entschloss ich mich, diese selbst zu nähen. Nach einiger Recherche habe ich einen passenden Schnitt gefunden und begonnen. Und irgendwie ist es bei dieser einen Katze nicht geblieben. Ich kaufte mir ältere Ausgaben von Fachzeitschriften und schon war ich vom Bärenvirus infiziert. Einer meiner ersten Bären aus Mohair ist nun ein Liebhaberstück bei Freunden geworden.

Meine Hände müssen immer etwas tun. Müßiggang gibt selten. Und da ist das Bärenmachen eine tolle Sache, die mich immer wieder aufs Neue begeistert. Ich kann mich dabei wunderbar entspannen und am Ende ist ein neuer Charakter geboren. Meine Bären sind Unikate, auch wenn ich mehrere aus einer Serie gefertigt habe. Kein Bär gleicht in seiner Art dem anderen.

Ich fühle mich bestätigt in meiner Arbeit, dass ich den Leuten ein Lächeln ins Gesicht zaubern kann, wenn sie meine Bären sehen oder sogar adoptieren.

Tauschen Sie sich öfter mit anderen Kunstschaffenden aus?

Durch den Kontakt zu Standnachbarn oder zu verschiedenen Veranstaltern bin ich gut vernetzt. Wir tauschen uns schon immer mal über die diversen Kunstmärkte in Berlin und im Umland aus. Da ich das aber nicht hauptberuflich betreibe, bin ich da nicht ganz so aktiv wie andere Künstler.

Wann waren Sie das erste Mal auf dem Kunstmarkt der Generationen und was gefällt Ihnen dort besonders gut?

2019 habe ich das erste Mal auf diesem Markt gestanden. Mir hat der Park mit dem Gutshaus sehr gut gefallen; die Atmosphäre an diesem Ort ist eine ganz besondere. Das Wetter hat seinerzeit gepasst, das Publikum war sehr nett und interessiert. Die Standzeit dort ist auch angemessen. Ein großes Lob geht an das nette Organisationsteam dort – etwas schwierig ist vor Ort leider die Parkplatzsituation.

Wo können Interessierte Sie treffen?

Auf meiner Webseite veröffentliche ich meine Termine für das laufende Jahr, Neuigkeiten, die mir von der Nadel gehüpft sind, Veröffentlichungen in Fachzeitschriften und vieles mehr.
Auf den Märkten und Kunstfesten, an denen ich teilnehme, können mich die Kunden gern persönlich ansprechen. Ansonsten bin ich online jederzeit erreichbar.

Kunstmarkt der Generationen

Der Kunstmarkt der Generationen findet seit 2014 jährlich statt. Kleine und mittlere Kunstwerke von haupt- und nebenberuflichen Künstlerinnen und Künstlern treffen hier auf interessiertes Publikum. Ein Rahmenprogramm richtet sich an die ganze Familie.

24. Juni 2023

12 bis 18 Uhr

Im Park des Gutshauses Lichterfelde

Hindenburgdamm 28, 12203 Berlin

Alle Infos:
https://www.stadtteilzentrum-steglitz.de/2023/05/familien-willkommen-beim-kunstmarkt-der-generationen/

 

Anna Schmidt

 

 

 

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„Perspektiven der Kinder und Jugendlichen machen unsere Entscheidungen besser“

[caption id="attachment_103286" align="aligncenter" width="400"] Johanna Martens in der BVV am 22. April 2026, Rede zum Thema Kinder- und Jugendparlament | Foto: Grüne Fraktion[/caption]   Steglitz-Zehlendorf bekommt ein Kinder- und Jugendparlament. Das hat die BVV in der vergangenen Woche beschlossen. Wir dokumentieren die Rede von Johanna Martens, jugendpolitische Sprecherin der Fraktion der Grünen, im Wortlaut: Wir haben vor anderthalb Jahren einstimmig beschlossen, ein Beteiligungsgremium für Kinder und Jugendliche auf den Weg zu bringen. Seitdem ist viel passiert: Es gab einen strukturierten Beteiligungsprozess, Gespräche in Schulen, Jugendfreizeiteinrichtungen und mit Fachkräften. Und vor allem mit den jungen Menschen selbst. Wir haben uns bewusst nicht vorab auf eine Struktur für ein solches Gremium festgelegt und diese den Kindern- und Jugendlichen vorgesetzt, sondern den Beteiligungsprozess ernst genommen. Das Ergebnis dieses Prozesses war eindeutig: Die Kinder und Jugendlichen in Steglitz-Zehlendorf wollen ein Kinder- und Jugendparlament. Das Kinder- und Jugendparlament wird demokratisch gewählt, breit zusammengesetzt aus Schulen, Jugendfreizeiteinrichtungen, Vereinen und weiteren Organisationen. Es gibt klare Regelungen zur Repräsentanz und zur Einbindung verschiedener Gruppen im Bezirk. Und mit der Änderung der Geschäftsordnung integrieren wir dieses neue Gremium in unsere Arbeit in der BVV: Das Kinder- und Jugendparlament wird zu den Sitzungen eingeladen, kann eigene Anträge in die BVV einbringen und erhält eine nachvollziehbare Rückmeldung, wenn Anträge abgelehnt werden sollten. Auch Rederechte sind vorgesehen. Das sind notwendige strukturelle Veränderungen, die echte Mitwirkung ermöglichen. Warum ist das so wichtig? Weil wir damit zeigen, dass wir die Anliegen junger Menschen ernst nehmen. Weil wir damit Vertrauen in die Bezirkspolitik schaffen. Und weil wir somit ganz konkret in und mit diesem Gremium etwas gegen Politikverdrossenheit tun. Viele junge Menschen haben das Gefühl, dass Politik über sie hinweg entscheidet, sie nicht ernst nimmt. Doch wer früh erlebt, dass die eigene Stimme gehört wird und Einfluss hat, entwickelt Vertrauen in demokratische Prozesse. Mit diesem Beschluss heute können wir zeigen: Eure Perspektiven sind nicht nur willkommen – sie haben Gewicht. Gleichzeitig profitieren auch wir als Bezirksverordnete und der Bezirk selbst: Kinder und Jugendliche nehmen ihren Bezirk anders wahr als wir Erwachsene, haben oft einen anderen Blick auf ihren Alltag: auf Schulwege, Freizeitangebote oder öffentliche Räume. Sie sehen Probleme, die wir vielleicht übersehen würden und haben Ideen, auf die wir selbst nicht kommen würden. Diese Perspektiven machen unsere Entscheidungen als BVV besser. Deshalb geht es heute auch um Vertrauen: Vertrauen darin, dass junge Menschen Verantwortung übernehmen können und wollen. Und dass sie uns als Bezirkspolitik vertrauen können. Und es geht um Respekt: Respekt vor der Zeit, dem Engagement und den klaren Forderungen, die im Beteiligungsprozess formuliert worden sind. Ich möchte mich deshalb im Namen der Grünen Fraktion ausdrücklich bei allen bedanken, die daran mitgewirkt haben: bei allen Kindern und Jugendlichen, die sich eingebracht haben, bei den Einrichtungen, Fachkräften und der Verwaltung, die diesen Prozess getragen haben. Sie haben die Grundlage dafür geschaffen, dass wir heute diesen Schritt gehen können.

Johanna Martens

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