Sie hat zwei Weltkriege überlebt und vier politische Systeme: Am Sonntag feiert Erika Elitz ihren 104. Geburtstag.
In Posen wurde Elitz am 4. Mai 1910 geboren und kam über den Umweg Görlitz nach Berlin. Ihre Tante holte die damals 17- oder 18-Jährige in die Hauptstadt, wo sie im Haushalt arbeitete. Früh hat sie geheiratet, mit Anfang 20, 1939 wurde Elitz‘ Sohn geboren, der heute in Florida lebt.
An viel kann sich die Jubilarin nicht mehr erinnern, die im Vitanas Senioren Centrum Rosengarten lebt. Allerdings erst seit vier Jahren. Bis dahin hatte die Seniorin noch ihre eigene Wohnung, zwar betreut, aber gekocht hat sie immer noch für sich allein, erzählt Christa Discher. Sie ist eine alte Schulfreundin von Elitz‘ Sohn und schaut regelmäßig nach der alten Dame, deren größte Freude die zwei Cognac-Pralinen mit Kruste sind, die sie täglich ist. Auch gegen einen Eierlikör hat sie nichts einzuwenden.
Die Zeichen der Zeit sind an der 104-Jährigen nicht vorbeigegangen. Sie hört schwer und hat nur noch fünf Prozent Sehfähigkeit. Doch im Seniorenheim fühle sie sich wohl, sagt Discher.
Zu ihrem 100. Geburtstag wurde die Lankwitzerin zu einer weltweiten Berühmtheit. Der renommierte Fotograf Karsten Thormaehlen fotografierte sie für seinen Bildband „Mit hundert hat man noch Träume“. Ihr Porträt schaffte es auf den Titel des Buches und ging als Beispiel für natürliche Schönheit um die Welt. 2011 wurde das Foto mit einem Londoner Fotopreis geehrt und hing anschließend in einer Londoner Galerie. 2012 wurde Erika Elitz zu einem persönlichen Gespräch mit Nobelpreisträger Muhamad Yunus eingeladen, um mit ihm über das Altern zu philosophieren.
Ihr Rezept, um so alt zu werden? „Die Liebe zum Nächsten“, sagt Elitz, die evangelischen Glaubens ist.
Ihren Geburtstag wird die Jubilarin in ihrem Zimmer feiern, ihr Sohn schafft es zwar erst im Herbst, aber ihre 50-jährige Enkelin wird aus Washington anreisen, um ihrer Oma zu gratulieren. Andere Familienmitglieder gibt es nicht mehr. Auch der Bezirksbürgermeister wird erwartet.
(go)












Foto: Haus der Jugend Zehlendorf[/caption]
Jugendliche zwischen 15 und 27 Jahren können vom 19. Bis 23. Oktober an einer Fahrt nach Krakau und zu den Gedenkstätten Auschwitz und Birkenau teilnehmen. Interessierte können sich bis zum 22. Juni anmelden.
In einem gemeinsamen Projekt wollen vier Steglitz-Zehlendorfer Jugendeinrichtungen ein „starkes Zeichen für die Stärkung der Erinnerungskultur und die Förderung der Gedenkstättenpädagogik“ setzen. Vom 19. Oktober bis 23. Oktober findet eine Bildungsfahrt nach Krakau statt, bei der die Teilnehmenden die historischen Gedenkstätten Auschwitz und Birkenau besuchen sowie eine Stadtführung in Krakau erleben werden.
Zielgruppe sind Jugendliche im Alter von 15 bis 27 Jahren, die durch diese Reise nicht nur wertvolles Wissen über die Geschichte des Holocaust erlangen, sondern auch die Möglichkeit erhalten, sich aktiv mit den Themen Erinnerung, Verantwortung und Zivilcourage auseinanderzusetzen.
Geplant sind zwei Exkursionen mit fachkundigen Führungen in das Auschwitz Stammlager sowie Auschwitz-Birkenau mit der Chance auf tiefe Einblicke in die Geschichte und die Auswirkungen des Holocaust. In Krakau steht eine Stadtführung auf dem Programm, bei der die Teilnehmenden mehr über die kulturellen und historischen Hintergründe der Stadt und die jüdische Community erfahren.
Wichtig: die Anmeldefrist endet am 22. Juni. Alle Infos: