
Das Projektteam des Jubiläums mit der Gräfin Henckel von Donnersmarck (Zweite von links). Foto: Bavandi
Mit gleich zwei Ausstellungen startet die Fürst Donnersmarck-Stiftung in ihr 100-jähriges Bestandsjubiläum. „Heute starten wir dort hinein“, betonte Stiftungsgeschäftsführer Wolfgang Schrödter am Sonnabend zum Auftakt des Jubiläumsjahres, das von den beiden Ausstellungen in der Villa Donnersmarck eingeläutet worden ist. Die Feier in der Villa Donnersmarck, einem Begegnungsort für Menschen mit Behinderung, ist zudem der Auftakt zu einer Reihe von Veranstaltungen, die in diesem Jahr an allen Orten der Stiftung stattfinden werden.
Am Sonnabend wurde zur Vernissage in die Villa Donnersmarck geladen, und die Ausstellung „100 Jahre Fürst Donnersmarck-Stiftung“ sowie die Mitmachausstellung „Ich – mittendrin“ in der Zehlendorfer Schädestraße wurden eröffnet. Es könnte keinen besseren Ort für die Feier geben. Die Einrichtung mitten im grünen Zehlendorf stellt seit 1962 eine bedeutende Begegnungsstätte für Menschen mit Behinderung dar. Der Zugang zu den Clubräumlichkeiten der Villa und zum Kaffee auf der Terrasse, im Garten oder in den Innenräumen stellt für Rollstuhlfahrer keine Hürde dar. Die Einrichtung hat sich in all’ den Jahren zu einem willkommenen Treffpunkt für Menschen mit und ohne Behinderung entwickelt.
Die Ausstellungen werden in diesem Jahr auf Tour gehen und auch in den weiteren Stiftungseinrichtungen zu sehen sein. Die Fürst Donnersmarck-Stiftung betreibt zudem zwei Hotels in Rheinsberg sowie Bad Bevensen und die Villa Donnersmarck in der Schädestraße, hat einen Ambulten Dienst (AD), ein Ambulant Betreutes Wohnen (ABW) und ein Rehabilitationszentrum in Berlin Frohnau.
Ab dem Jahr 2017 soll die Ausstellung „Die Fürst Donnersmarck-Stiftung von 1916 – 2016“ zur Dauerausstellung werden. Im September dieses Jahres wird ein großes Jubiläumsfest anlässlich der 100-jährigen Geschichte der Stiftung ausgerichtet werden. Weitere Informationen dazu gibt es bereits jetzt unter fdst.de. Das detaillierte Programm zum Jubiläumsfest wird ab Mitte Juli auf der Homepage veröffentlicht sein. Die große historische Feststunde fand am 8. Mai 2016 am Pariser Platz statt, jenem Ort, an dem sie einst gegründet worden ist.
Die Ausstellung zur hundertjährigen Geschichte befindet sich im Souterrain der Villa Donnersmarck und zeigt anhand des reichen und vollständigen Dokumentationsmaterials der gesamten Stiftung, das in den Jahren ihrer Entwicklung vervollständigt worden und gut erhalten ist, viele Eindrücke über die im Laufe des Jahrhunderts gewachsene Einrichtung. Die Fürst Donnersmarck Stiftung steht für innovatives Handeln, Überwindung gesellschaftlicher Barrieren und inklusives Miteinander. Ihr Gründer Guido Fürst von Donnersmarck übernahm gesellschaftliche Verantwortung und setzte sein Vermögen ein, um den Verletzten des Ersten Weltkrieges zu helfen. Er gründete ein Lazarett, förderte die medizinische Forschung und rief 1916 die Stiftung ins Leben mit dem Zweck, den schwer verletzten Kriegsversehrten zu helfen und sie zu stärken. Damit ebnete er ihnen den Weg zurück in die Gesellschaft.
In der Ausstellung „Ich – mittendrin“ kommen jene Menschen mit Behinderung zu Wort und zu Bild, die tragende Rollen in der Stiftung einnehmen. Manche von ihnen sind Hotelgäste, Klienten des Ambulanten Dienstes oder des Ambulant Betreuten Wohnens, und andere zählen zu den vielen Besuchern der Villa Donnersmarck. Sie füllen diese mit Leben, tauschen sich untereinander aus, erzählen einander Geschichten, fragen um Rat oder geben Tipps und verbringen einen Großteil ihrer Freizeit dort. Die Villa Donnersmarck ist zu einem festen Bestandteil des sozialen und kulturellen Lebens im Bezirk Steglitz-Zehlendorf geworden, behandelt immer wieder wichtige sozialpolitische Themen und ist ein Ort, an dem Menschen mit Behinderung ihre Freizeit nach ihren Bedürfnissen und Vorstellungen gestalten können.
Im Rahmen des Jubiläumsjahres lädt die Fürst Donnersmarck-Stiftung zu vielen Veranstaltungen. Am 21. Mai hält Sebastian Weinert im Haus Rheinsberg einen Vortrag zu „Zeitenblicke. Eine Reise durch 100 Jahre Fürst Donnersmarck-Stiftung“ und konzentriert sich dabei auf die Jahre 1916 bis 1945 (Teil 1). Am 9. Juli wird es an gleichem Ort ein „Inklusives Showkochen“ mit Volker Westermann geben. In der Villa Donnersmarck findet am 15. Juli das „Sommerfest 100“ statt. Am 12. Oktober trägt Sebastian Weinert Teil 2 zu „Zeitenblicke. Eine Reise in die Geschichte der Fürst Donnersmarck-Stiftung“ vor und verrät die Entwicklung der Institution in den Jahren 1946 bis 2016. Um Anmeldung zu dieser zweistündigen Veranstaltung mit Beginn um 15 Uhr wird gebeten.
(MiBa)












Foto: Haus der Jugend Zehlendorf[/caption]
Jugendliche zwischen 15 und 27 Jahren können vom 19. Bis 23. Oktober an einer Fahrt nach Krakau und zu den Gedenkstätten Auschwitz und Birkenau teilnehmen. Interessierte können sich bis zum 22. Juni anmelden.
In einem gemeinsamen Projekt wollen vier Steglitz-Zehlendorfer Jugendeinrichtungen ein „starkes Zeichen für die Stärkung der Erinnerungskultur und die Förderung der Gedenkstättenpädagogik“ setzen. Vom 19. Oktober bis 23. Oktober findet eine Bildungsfahrt nach Krakau statt, bei der die Teilnehmenden die historischen Gedenkstätten Auschwitz und Birkenau besuchen sowie eine Stadtführung in Krakau erleben werden.
Zielgruppe sind Jugendliche im Alter von 15 bis 27 Jahren, die durch diese Reise nicht nur wertvolles Wissen über die Geschichte des Holocaust erlangen, sondern auch die Möglichkeit erhalten, sich aktiv mit den Themen Erinnerung, Verantwortung und Zivilcourage auseinanderzusetzen.
Geplant sind zwei Exkursionen mit fachkundigen Führungen in das Auschwitz Stammlager sowie Auschwitz-Birkenau mit der Chance auf tiefe Einblicke in die Geschichte und die Auswirkungen des Holocaust. In Krakau steht eine Stadtführung auf dem Programm, bei der die Teilnehmenden mehr über die kulturellen und historischen Hintergründe der Stadt und die jüdische Community erfahren.
Wichtig: die Anmeldefrist endet am 22. Juni. Alle Infos: