
Christiane Zander ist Mutter, Zehlendorferin und Bloggerin. Foto: privat
Christiane Zander ist eine Zehlendorferin, die sich dafür interessiert, was in ihrem Kiez los ist, die nachhakt, wenn ihr etwas nicht gefällt und auch mal unangenehme Fragen stellt. Vor einigen Monaten gründete sie gemeinsam mit anderen Anwohnern ein Aktionsbündnis gegen die Lärmschutzwand in Dahlem – Blog inklusive. Am Kindertag ging die 42-Jährige nun mit einem weiteren Blog online: www.mussdasjetztsein.wordpress.com. Mit dem will sie die Berliner – vor allem die Kinder und Jugendlichen – dazu ermutigen, sich aktiv an der Gestaltung der Stadt zu beteiligen.
„‚Muss das jetzt sein?‘, fragen wir oft in nervigen Situationen. Und nun fragen ich/die Kinder und Jugendlichen in für sie nervigen Situationen oder bei nervigen Angelegenheiten ‚muss das jetzt sein?‘, erklärt Zander den Namen ihres neuen Blogs. Die Idee dazu entstand bei ihren Recherchen für das Aktionsbündnis. Dabei fiel der zweifachen Mutter auf, „dass es allein in unserem Bezirk viele kleine und große Missstände gibt, die Kindern, Jugendlichen und Familien das Leben schwer machen oder sogar eine ganz direkte Ablehnung gegenüber Kindern ausdrücken“. Schlechte Schulplanung, gefährliche Wege für Kindergarten- und Schulkinder, Parkzonen vor Kitas, Kinderwagen-Verbotsschilder an einer Gaststätte nennt sie als Beispiele. All diese Themen haben nichts mit dem Lärmschutzwand-Blog zu tun, „es wäre aber auch nicht gut, sie unerwähnt zu lassen“, findet Zander, die derzeit mit ihren Kindern im Bezirk unterwegs ist und zum Beispiel Büchereien, Schulwege, Freizeitangebote auf ihre Kinder- und Jugendfreundlichkeit checkt.
Die Themen, die Zander nun in ihrem neuen Blog aufgreifen will, werden verstärkt aus Steglitz-Zehlendorf kommen, weil sie nun einmal hier wohnt, erklärt sie. Doch auch interessante Geschichten aus anderen Stadtteilen kann Zander sich vorstellen, in ihrem Blog aufzunehmen.Wie die von einer Jugendfreizeiteinrichtung in Kreuzberg, von der vermeldet wurde, dass diese nicht oder nur noch eingeschränkt betrieben werden könne, weil die zur Verfügung stehenden Gelder für Flüchtlinge ausgegeben worden seien. „Das finde ich eine schlechte Art der Kommunikation. Was wird denn da für ein Bild in Bezug auf die Flüchtlinge aufgebaut? Und: das kann ja so wohl nicht sein!“, so Zander, die nun in der Sache recherchieren will.
Mitmachen kann beim Blog übrigens jeder. Man kann seine Themenvorschläge oder Beiträge per E-Mail an den Blog schicken, mussdasjetzsein@web.de, oder hinterlässt einen Kommentar auf der Seite. Wer häufiger schreiben möchte, kann sich von Zander als Autor freischalten lassen, auch Kinder und Jugendliche mit Zustimmung der Eltern. „Dieser Blog soll gerade für Kinder und Jugendliche sein, aber auch für Erwachsene. Egal ob Eltern oder Großeltern – Familie eben.“
Nicht nur ihren Freunden und Bekannten hat die 42-Jährige ihren Blog vorgestellt, sondern auch einigen Kommunalpolitikern. „Die Reaktion war positiv, und alle waren der gleichen Meinung, dass man es nicht zulassen sollte, dass bestimmte Dinge still und leise mit möglichst wenig Öffentlichkeit ablaufen sollten! Manche Dinge gehören einfach laut gesagt beziehungsweise auf einem Blog!“, findet Zander.
(go)












Foto: Haus der Jugend Zehlendorf[/caption]
Jugendliche zwischen 15 und 27 Jahren können vom 19. Bis 23. Oktober an einer Fahrt nach Krakau und zu den Gedenkstätten Auschwitz und Birkenau teilnehmen. Interessierte können sich bis zum 22. Juni anmelden.
In einem gemeinsamen Projekt wollen vier Steglitz-Zehlendorfer Jugendeinrichtungen ein „starkes Zeichen für die Stärkung der Erinnerungskultur und die Förderung der Gedenkstättenpädagogik“ setzen. Vom 19. Oktober bis 23. Oktober findet eine Bildungsfahrt nach Krakau statt, bei der die Teilnehmenden die historischen Gedenkstätten Auschwitz und Birkenau besuchen sowie eine Stadtführung in Krakau erleben werden.
Zielgruppe sind Jugendliche im Alter von 15 bis 27 Jahren, die durch diese Reise nicht nur wertvolles Wissen über die Geschichte des Holocaust erlangen, sondern auch die Möglichkeit erhalten, sich aktiv mit den Themen Erinnerung, Verantwortung und Zivilcourage auseinanderzusetzen.
Geplant sind zwei Exkursionen mit fachkundigen Führungen in das Auschwitz Stammlager sowie Auschwitz-Birkenau mit der Chance auf tiefe Einblicke in die Geschichte und die Auswirkungen des Holocaust. In Krakau steht eine Stadtführung auf dem Programm, bei der die Teilnehmenden mehr über die kulturellen und historischen Hintergründe der Stadt und die jüdische Community erfahren.
Wichtig: die Anmeldefrist endet am 22. Juni. Alle Infos: