Derzeit erinnert die Pacelliallee an eines der Opfer der NSU-Mordserie. Foto: Gogol

Wer aufmerksam durch Dahlem läuft oder fährt, hat es vielleicht schon gesehen: Die Pacelliallee heißt derzeit „Süleyman- Taşköprü-Straße“. Unbekannte haben das Straßenschild an der Kreuzung zur Königin-Luise-Straße überklebt. „Von Nazis ermordet. Gegen Rassismus. Gegen das Vergessen“ steht weiter auf dem Schild.

Süleyman Taşköprü ist eines der Opfer des Nationalsozialistischen Untergrundes (NSU), der zwischen 2000 und 2006 acht türkischstämmige und griechische Kleinunternehmer tötete. Am 27. Juni 2001 wurde der Obst- und Gemüsehändler Taşköprü im Laden seines Vaters in Hamburg-Bahrenfeld mit drei Schüssen getötet. Die Polizei ging zunächst von organisierte Kriminalität aus.

Am Mittwoch hätte eigentlich der Prozess gegen die einzige Überlebende des NSU, Beate Schäpe, beginnen sollen. Es ist wahrscheinlich, dass das überklebte Straßenschild damit im Zusammenhang steht.

Ob die Pacelli bewusst ausgewählt wurde, ist offen. Eugenio Maria Giuseppe Giovanni Pacelli, nach dem die Straße benannt ist, ist besser bekannt als Papst Pius XII., dessen Rolle während der Nazizeit umstritten ist.

Das für diese Straßenschilder zuständige Tiefbauamt wusste von den überklebten Straßenschildern nichts, wird sie aber wieder herstellen.

(go)