Mehr Bürgerbeteiligung beim Bauprojekt „Parks Range“ in Lichterfelde-Süd fordern die Piraten in Steglitz-Zehlendorf und möchten dafür ein Charette-Verfahren im Bezirk veranstalten. Bei einem oder mehreren Workshops sollen sich Bürger an den Planungen beteiligen können und Wünsche äußern statt sich nur Vorträge anzuhören und Fragen stellen zu dürfen, erläuterte Georg Boroviczény den Antrag seiner Partei dem Stadtplanungsausschuss. Allerdings überfiel da einige andere Ausschussmitglieder ein Déjà-vu. Unter anderem Volker Semler (SPD) und Maren Schellenberg (Grüne) konnten sich noch gut daran erinnern, dass es solch einen Workshop – wenn auch unter anderem Namen – schon einmal gegeben habe. Dazu gebe es auch Protokolle. Damals, im April 2012, allerdings war die CA Immo noch der Eigentümer des Areals. Nun ist es die Groth-Gruppe.

Viele Fragen ließ der Antrag bei den Ausschussmitgliedern der anderen Fraktionen offen: Welche größeren Projekte wurden schon umgesetzt? Wie hoch sind die Kosten? Gibt es bereits Erfahrungen mit privaten Bauträgern? Wer organisiert so etwas? Wie steht es mit dem Interessenausgleich? Die Antworten der Piraten ließen die Zweifel nicht schwinden. Für ein Charette-Verfahren wäre das Bauvorhaben Lichterfelde-Süd eine Nummer zu groß, fand Barbara Sitter-Pozin (CDU). Schellenberg fand keinen Unterschied zwischen dem, was die Piraten verlangten und dem, was das Bezirksamt ohnehin hinsichtlich der Bürgerbeteiligung tun wolle und müsse. Torsten Hippe befand, dass es bereits ausreichend Austausch zwischen allen Beteiligten gebe.

Einer Ablehnung des Antrags kamen die Piraten nur zuvor, indem sie den Antrag vertagten.

Zustimmung fand hingegen der Antrag der SPD-Fraktion, das Anforderungsprogramm des städtebaulichen Architektenwettbewerbs für die Bebauung von „Parks Range“ zuvor mit der Bezirksverordnetenversammlung (BVV) abzustimmen. Gerade aufgrund der Auseinandersetzung um die Fassadengestaltung der Truman-Plaza habe die BVV ein „besonderes Interesse, frühzeitig an entscheidenden Festlegungen im noch nicht gesetzlichen Verfahren zur Aufstellung eines Bebauungsplans mitzuwirken“. Lediglich der Satz „Die Ausschreibung darf erst nach der Zustimmung durch die BVV erfolgen“ stieß nicht auf viel Zustimmung, so dass er von der SPD-Fraktion gestrichen wurde. „Wenn uns das Ergebnis des Architektenwettbewerbs nicht gefällt, dann gibt es keinen Beschluss“, so Hippe.

 Neues zu den Planungen für Parks Range stellen das Bezirksamt und der Investor bei einer Informationsveranstaltung am Dienstag, 15. Oktober, um 18 Uhr in der Carl-Schuhmann-Sporthalle, Osdorfer Straße 52, vor.

(go)