
Foto: Mircea Costina
Wenn die Apfelbäume blühen, dann beginnt die Morchelsaison. Mit der Lorchel hat der essbare Pilz jedoch einen tödlichen Zwilling. Im Zweifel hilft die Pilzberatung im Botanischen Garten.
Viele Menschen verbinden mit Wildpilzen vor allem die Monate September bis November. Einige Pilzarten kommen aber speziell im Winter oder im Frühjahr vor. Die sehr begehrten Morcheln (Morchella) beispielsweise wachsen hierzulande hauptsächlich in den Monaten April und Mai. Darauf macht die Pilzberatung im Botanischen Garten aktuell aufmerksam.
Bei manchen Menschen kommt es nach dem Genuss von Morcheln zu neurologischen Symptomen, die aber meist nicht schwer sind. Zu vermeiden sind in jedem Fall überalterte Exemplare und der Verzehr großer Mengen. Übertrieben werden darf hier ohnehin nicht, soweit es um „wilde Populationen“ geht: Diese Morcheln stehen in Deutschland nämlich unter eingeschränktem Naturschutz, dürfen also nur in kleinerer Menge zum Eigenbedarf gesammelt werden.
Verwechselt werden können Morcheln mit der hoch giftigen Frühjahrslorchel (Gyromitra esculenta), die ab Mitte März in den sandigen Kiefernwäldern Brandenburgs wächst. Das in dem Pilz enthaltene Gift lässt sich zwar teilweise entfernen – aber das reicht nicht immer, um schwere Vergiftungen mit Leberschädigungen zu vermeiden. Zudem besteht der Verdacht, dass Frühjahrslorcheln mit langfristig auftretenden schweren Erkrankungen in Verbindung stehen. „Wer sich nicht sicher ist, ob ein Pilz giftig ist oder nicht, sollte sich auf keinen Fall auf Pilz-Apps und Künstliche Intelligenz verlassen, sondern unbedingt eine Pilzberatung aufsuchen“, rät Hansjörg Beyer, Pilzberater im Botanischen Garten Berlin.
Neben Morcheln und Lorcheln gehört auch der cremeweiße, essbare Mairitterling (Calocybe gambosa) zu den Frühlingspilzen. Er hat jedoch mit dem Ziegelroten Risspilz (Inosperma erubescens) einen sehr giftigen Doppelgänger, der ebenfalls im Frühjahr vorkommt. Beide Arten sind in Berlin und Brandenburg regelmäßig zu finden.
Wer sich nicht sicher ist, ob ein Pilz giftig ist oder nicht, kann die Pilzberatung im Botanischen Garten Berlin aufsuchen. Bei Verdacht auf eine Pilzvergiftung sollte jedoch der Giftnotruf (rund um die Uhr erreichbar unter der Telefonnummer 030 – 19240 für die Region Berlin-Brandenburg) oder medizinische Hilfe in Anspruch genommen werden.
Kostenlose Pilzberatung im Botanischen Garten:
Jeden Montagnachmittag jeweils von 15.00 bis 16.00 Uhr
Botanikschule, Raum E05, Unter den Eichen 5, 12203 Berlin
Infos und Termine: https://bo.berlin/pilzberatung
pm/dt
Dieser Serviceartikel wurde erstmals im April 2023 veröffentlicht und wird saisonal aktualisiert.
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Grafik: Kinder- und Jugendbüro[/caption]