Die Sanierung der Rathausfassade in Zehlendorf wird teurer als gedacht. Statt einer Ausbesserung von kleinen Fehlstellen sei es notwendig, an der Nord- und der Westseite den kompletten Putz zu entfernen und zu erneuern, teilte Bezirksstadtrat Michael Karnetzki (SPD) den Bezirksverordneten mit. Andere Gebäudeteile werden wahrscheinlich folgen. Statt mit 20.000 bis 25.000 Euro wurde die Maßnahme in den Haushalt 2015 mit 250.000 Euro eingestellt. Eine Begrünung sei derzeit nicht geplant, aber es werde darüber Gespräche geben, versicherte Karnetzki. Die Sanierung muss mit der Denkmalschutzbehörde abgesprochen werden.
Uwe Köhne, der Fraktionsvorsitzende der Grünen, ärgerte sich vor allem über das Gerüst, das seit 13. Oktober am Rathaus steht und – nach Auskunft Karnetzkis – den Bezirk bis zum Abbau 5.650 Euro gekostet haben wird. Dabei habe er auf dem Gerüst noch nie jemanden arbeiten sehen, weshalb David Eckel (CDU) es sogar als „Geistergerüst“ bezeichnete. „Rüsten Sie ab“, forderte er vom Stadtrat. Zumal die Zahlgemeinschaft der Ansicht ist, dass das Gerüst überflüssig sei, schließlich sei die Fassade in Vorbereitung der gescheiterten Sanierung des Rathauses erst vor wenigen Jahren geprüft worden. Für die Prüfung der jetzigen Schäden hätte auch ein Hubsteiger ausgereicht oder jemand, der sich an der Fassade abseilt, fand Hans Jörg Henning (Grüne), der bereits über eine Rücktritt Karnetzkis vor Ende der Amtszeit orakelte. „Das Problem ist, dass Sie das Bauamt nicht unter Kontrolle kriegen“, warf er dem Bezirksstadtrat vor. Bernhard Steinhoff (Grüne) kritisierte, dass Karnetzki keine Dämmung, etwa mit Dämmputz, einplane.
Für Norbert Buchta, Fraktionsvorsitzenden der SPD, waren die Wortbeiträge von CDU und Grünen nur „Blub“. Es sei Gefahr in Verzug gewesen, weil der Putz bröckelte, und die Bauabteilung habe gehandelt, verteidigte Buchta Karnetzki. Das Gerüst habe als Schutz gedient. „Was hätten sie wohl gesagt, wenn Putz auf den Kopf des Bürgermeisters gefallen wäre“, fragte Buchta. Energetischen Putz hielt auch er zwar für sinnvoll, doch erinnerte er an die begrenzten finanziellen Mittel, die für die Schulen im Bezirk dringender gebraucht würden.
(sn)













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