Mit einem offenen Brief möchte der Bezirkselternausschuss Steglitz-Zehlendorf im Rahmen der aktuellen Koalitionsverhandlungen dringend darauf hinweisen, welchen Stellenwert die Sanierung der Berliner Schulen in der kommenden Legislaturperiode und darüber hinaus einnehmen sollte. In einem offenen Brief, gerichtet unter anderem an den Vorsitzenden der SPD Michael Müller, fordert der BEA die Verhandlungspartner dazu auf, die Ausstattung und Sanierung der Schulen in den Koalitionsverhandlungen als Schwerpunkt nicht aus den Augen zu verlieren. Diesen Brief geben die StadtrandNachrichten hier im Wortlaut wieder:
„Sehr geehrte Frau Pop,
sehr geehrter Herr Dr. Lederer,
sehr geehrter Herr Müller,
Ende Juni hat die Senatsbildungsverwaltung der Öffentlichkeit die Rohdaten des lang erwarteten Gebäudescans präsentiert. Der Sanierungsstau beläuft sich schätzungsweise auf 5,5 Mrd. Euro. Alle Parteien haben in ihren Wahlprogrammen den Abbau des Sanierungsstaus aufgenommen. Der Regierende Bürgermeister wies darauf hin, dass in den nächsten zehn Jahren alle Schulen „angefasst“ würden. Demnach ist der gemeinsame parteiübergreifende politische Wille da, die Situation entscheidend zu ändern.
Seit Ende Juni 2016 tagt unter Federführung der Senatsbildungsverwaltung eine verwaltungsübergreifende Task Force, die verwaltungsinterne Abläufe straffen soll, um schneller bauen zu können.
Der politische Fokus scheint derzeit schwerpunktmäßig auf der Errichtung von Schulneubauten zu liegen – angesichts der wachsenden Stadt nachvollziehbar. Die AG Schulraumqualität der Senatsbildungsverwaltung, die sich im Wesentlichen mit Qualitätsstandards für die erforderlichen Schulneubauten beschäftigt, ist sichtbares Zeichen dafür.
Eine weitere Verschlechterung bei den restlichen 800 Berliner Bestandsbauten darf aber keinesfalls zugelassen werden.
Die kurz vor den Wahlen beschlossene Finanzplanung des Senats 2016 – 2020, die von einer gestärkten finanzpolitischen Basis für die nächsten Jahre ausging, ist offenbar binnen vier Wochen Frist hinfällig.
Nach neuesten Meldungen gehen in der neuen Wahlperiode durch die Steuerreform, mit der die Bundesbürger ab 2017 finanziell entlastet werden, nach Berechnung der Finanzverwaltung des Senats insgesamt 794 Millionen Euro aus Steuern und Länderfinanzausgleich verloren. Wenn bei den öffentlichen Ausgaben nicht gespart wird, rutscht der Berliner Haushalt spätestens ab 2018 wieder in die roten Zahlen (TSP, 08.102016).
Der Bezirkselternausschuss Steglitz-Zehlendorf ist über die Situation sehr besorgt und fordert die Verhandlungspartner dazu auf, den Fokus auf die Ausstattung und Sanierung der Schulen in den Koalitionsverhandlungen nicht aus den Augen zu verlieren.
Der BEA Steglitz-Zehlendorf fordert, folgende Punkte in die Koalitionsvereinbarung aufzunehmen:
- ein klares unmissverständliches Bekenntnis der SPD, der Linken und der Grünen zur substanziellen Verbesserung der Gebäudesituation der Bestandsschulen in Berlin,
- die Umsetzung der Schulsanierungsvorhaben mit konkreten Zahlen und Daten sowie einem zeitlichen Rahmenplan für die Wahlperiode zu unterlegen,
- die Planungen dafür langfristig festzuschreiben
- sowie einen verbindlichen Investitionsplan aufzustellen,
- eine Beendigung des „Flickenteppichs“ von einzelnen bürokratisch aufwendigen „Sonderprogrammen“ für die Sanierung,
- mehr Mut zu einer notwendigen Strukturveränderung: Berliner Eltern haben kein Vertrauen mehr in die bestehenden Strukturen, den Milliardenstau in den nächsten zehn Jahren abzubauen,
- alle Sanierungsvorhaben in Zusammenhang mit den Konzepten von Ganztag, Inklusion und moderner Pädagogik zu denken und auch dafür verbindliche Qualitätsstandards zu entwickeln.
Lassen Sie nicht wieder eine Legislaturperiode verstreichen, ohne dass wesentliche Punkte in der Schulsanierung angegangen werden! Dafür haben unsere Kinder keine Zeit mehr.
Ulrike Kipf und Sabina Spindeldreier
Vorstand Bezirkselternausschuss Steglitz-Zehlendorf“
(sn)












Foto: Daniela von Treuenfels[/caption]
Damit auch alles glatt läuft für die Radfahrer, wurde jetzt das Kopfsteinpflaster abgefräst.
Vor gut einem halben Jahr wurde auf dem Tietzenweg zwischen Unter den Eichen und Gardeschützenweg die Fahrradstraße fertiggestellt. Hier haben Radfahrer Vorrang, Kraftfahrzeuge werden als Anlieger weiterhin zugelassen. Radfahrerinnen und Radfahrer dürfen nebeneinander fahren, für alle gilt die Geschwindigkeitsbeschränkung auf maximal 30 km/h. Ausnahmen gelten für Müllfahrzeuge, Rettungswagen sowie für Polizei und Feuerwehr.
Eine Weiterführung der Vorrangstraße für Radfahrer ist ab dem Gardeschützenweg perspektivisch bis zum Hindenburgdamm vorgesehen. Damit Radfahrer in Richtung Augustastraße weiter komfortabel unterwegs sein können, wird derzeit das Kopfsteinpflaster geglättet. Zunächst hat sich die große Maschine durch den Tietzenweg zwischen Gardeschützenweg und Viktoriastraße gescheppert. Derzeit wird das nächste Teilstück bis zur Augustastraße fertiggestellt.
Im Zuge dessen wird die Kreuzung Tietzenweg/Sophienstraße/Viktoriastraße asphaltiert und barrierefrei ausgebaut. Gehwegvorstreckungen sollen die Wegebeziehungen verbessern und Übergänge sicherer machen.
Die Kosten für die bisherigen Maßnahmen liegen bei rund 800.000 Euro. Nach Angaben des zuständigen Stadtrats Urban Aykal (Grüne) wurden für den ersten Abschnitt 155.000 Euro ausgegeben. Für den zweiten Teil werden insgesamt 650.000 Euro fällig, davon alleine 300.000 Euro für das Abfräsen des Pflasters.
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Frisch gefrästes Kopfsteinpflaster: eben und mit kleinen Rillen. | Foto: Daniela von Treuenfels[/caption]
In einem dritten Abschnitt soll im nächsten Jahr der dritte Bauabschnitt bis zum Hindenburgdamm fertiggestellt werden. Das Ziel ist es, so Stadtrat Aykal, „eine sichere Radverbindung von Lankwitz und Lichterfelde zur FU und zur City West zu schaffen“. Auch vor dem Hintergrund, dass an der Drakestraße aufgrund der geringen Breite kein Radweg angelegt werden könne, sei das „sehr wichtig“.
Als Urban Aykal die Ideen im Juni vergangenen Jahres erstmals im Rahmen des Runden Tisches vorstellte, sprach er von einem „Campus Lichterfelde West“. Gemeint sind verkehrliche Maßnahmen für die dortigen 10 Schulen und zahlreichen Kitas mit ihren rund 10.000 Kindern und Jugendlichen.
Der Tietzenweg, der Teil des Berliner