
Gymnasium Steglitz | Archiv-Foto: Gogol
Der Schulversuch „Hybride Formen des Lehrens und Lernens“ wird verlängert. Insgesamt sind nun vier Steglitz-Zehlendorfer Schulen Teil des Programms.
Wie die Bildungsverwaltung mitteilte, haben sich im Rahmen eines Interessenbekundungsverfahrens 14 der bereits teilnehmenden Schulen entschieden, ihre laufenden Schulentwicklungsprojekte fortzusetzen. Darunter sind das Droste-Hülshoff-Gymnasium und das Gymnasium-Steglitz. Zudem wurden 12 neue Schulen aufgenommen, um innovative Ansätze im hybriden Lernen zu erproben. Darunter sind die Max-von-Laue-Schule und das Werner-von-Siemens-Gymnasium.
Beim hybriden Lernen – der Verbindung von Präsenz- und Online-Unterricht – stehen zentrale pädagogische Zukunftsfragen im Fokus: Wie lassen sich digitale Werkzeuge sinnvoll und nachhaltig nutzen, um schulisches und außerschulisches Lernen wirksam zu verknüpfen? Wie fördern digitale Medien individuelles und gemeinsames Lernen in hybriden Settings? Ursprünglich auf drei Jahre angelegt, wurde der Schulversuch aufgrund positiver Erfahrungen und des gestiegenen Interesses an hybriden Formaten um weitere drei Jahre verlängert. Das Projekt wird wissenschaftlich evaluiert.
Treuenfels/PM
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Schloßstraße 26 im Jahr 1925: An der Ecke Zimmermannstraße verkaufte Ernst Taeger Röcke und Blusen. | Foto: Museum Steglitz Nr. 03114[/caption]
Eine Ausstellung in der Ingeborg-Drewitz-Bibliothek macht aufmerksam auf die große Bedeutung jüdischen Lebens und jüdischer Wirtschaftstätigkeit für das Aufblühen der Schloßstraße im ersten Drittel des 20. Jahrhunderts.
Die Schloßstraße entwickelte sich ab Ende des 19. Jahrhunderts in rasantem Tempo zur Einkaufsmeile. Die Eisenbahnverbindung zwischen Potsdam und Berlin mit Halt in der Albrechtstraße und die vor 1900 verkehrenden Straßenbahnen machten die Landgemeinde Steglitz attraktiv. Niedrige Grundstückspreise und Mieten lockten viele Geschäftsleute in die Steglitzer Hauptverkehrsstraße.
Jüdisches Leben hatte einen großen Anteil an dieser wirtschaftlichen Entwicklung und am Glanz und Reichtum der Schloßstraße. Jüdische Kaufleute betrieben zahlreiche spezialisierte Einzelhandelsgeschäfte, Handwerksbetriebe und größere Warenhäuser.
In den zwischen 1900 und 1910 entstandenen Wohn- und Geschäftsgebäuden lebten und arbeiteten jüdische Menschen in Bäckereien, Zigarrenläden und Konfektionsgeschäften, als Rechtsanwälte, Ärzte und Musiker.
Die Ausstellung erinnert mit acht kurzen Biographien und einer Übersicht von 40 Wirtschaftsbetrieben an diese Vielfalt und zeigt die radikale Vernichtung jüdischen Lebens nach dem Machtantritt der Nationalsozialisten im Jahr 1933. In nur wenigen Jahren wurden alle jüdischen Gewerbetreibenden zur Geschäftsaufgabe gezwungen, jüdische Bewohnerinnen und Bewohner vertrieben oder deportiert. Heute erinnern nur einige im Jahr 2025 verlegte Stolpersteine und eine unauffällige Gedenktafel an das einst vitale jüdische Leben. Die Gedenktafel erinnert an Moritz Feidt, der im Jahr 1907 in der Schloßstraße 97 das erste größere Warenhaus eröffnete.
JÜDISCHES LEBEN IN DER SCHLOẞSTRAẞE
19.9.—14.11.2026
Eine Ausstellung in der Ingeborg-Drewitz-Bibliothek
Grunewaldstraße 3, im Einkaufzentrum "Das Schloss"
Öffnungszeiten
Montag bis Freitag 11 – 19 Uhr
Samstag 11 – 16 Uhr
Eintritt frei
VERANSTALTUNGEN
Sonntag, 27. September, 12:00 Uhr
Geschichte vor Ort. Jüdisches Leben in der nördlichen Schloßstraße
Stadtspaziergang mit Sabine Davids und Barbara Wittkopf