Das Sommerbad und die Saunalanschaft Lichterfelde haben einen neuen Betreiber, das teilten die Berliner Bäder-Betriebe mit. Der Betreiber „Sauna am Pfingstberg“ in Hermsdorf, Roman Gatza, übernimmt das Spucki als Pächter.
Die Saunalandschaft soll am 4. September wieder öffnen, bestätigte ein Mitarbeiter Gatzas, der nicht zuereichen war. Das Sommerbad noch bis kommenden Sonntag, 2. September, von den Bäder-Betrieben weitergeführt. Laut Bäder-Betriebe plant der neue Pächter, die Saunalandschft um ein Restaurant zu ergänzen, auch ein Biergarten sei angedacht. Es soll eine Mehrfachkarte angeboten werden, die in beiden Standorten (Lichterfelde und Hermsdorf) gültig ist.
Saunalandschaft und Sommerbad bleiben weiterhin im Eigentum der Berliner Bäder-Betriebe. Vorbild für die Vergabe an einen privaten Betreiber seien die erfolgreichen Verpachtungen der öffentlichen Freibäder.












Foto (bearbeitet): Daniela von Treuenfels[/caption]
Die Stadträtin stoppte eine Kinderbuch-Lesung, es folgte der Vorwurf der Zensur. Junge Leute trafen sich zum Protest, der mit einem Eklat endete.
Daniel Eliasson ist ein bisschen stolz – er hat den Anlass dafür geschaffen, dass sich an einem warmen Spätsommertag mehrheitlich junge Menschen auf dem Hermann-Ehlers-Platz versammeln, um friedlich gegen eine Entscheidung der Bezirksstadträtin Malgorzata Sijbrandi (CDU) zu demonstrieren. Als Bezirksverordneter nahm Eliasson Einsicht in die Akten, die aufzeigen, wie es zu bestimmten Entscheidungen der Stadträtin kam. „Ich habe das dann der Morgenpost gegeben“, sagt der Grünen-Politiker – wie man das halt so macht, wenn man ein Thema platzieren will.
Dass Eliasson wenige Minuten später das Mikrofon abgestellt wird und die beiden Versammlungsleiterinnen ihn mit Hilfe der Polizei zum Schweigen bringen werden, weiß der Kandidat für das Abgeordnetenhaus in diesem Moment noch nicht.
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Während er noch spricht, wird dem Grünen-Politiker Daniel Eliasson das Mikro abgedreht. | Foto: Daniela von Treuenfels[/caption]
Aber der Reihe nach.
Zu Jahresbeginn plante die Stadtbibliothek zwei „interaktive Drag Performance Lesungen für Kinder“, die im Herbst stattfinden sollten. Dem Leiter des Fachbereichs war bewusst, „dass diese Art der Leseförderung diskutabel ist und sicherlich auch polarisiert“. So schrieb er es in einer Mail an seine Vorgesetzte Sijbrandij, die er angesichts der „Auswirkungen des letzten Drag-Auftritts“ einbinden wollte.
Hintergrund der Vorsicht sind Ereignisse rund um Drag-Künstlerinnen, die zufällig zeitlich nahezu parallel stattfanden und teilweise ein großes öffentliches Interesse hervorriefen. Im Oktober 2025 wurde bekannt, dass gegen die Berliner Dragqueen Jurassica Parka wegen des Verdachts auf Verbreitung von Kinderpornografie ermittelt wird. Dabei kam auch an die Öffentlichkeit, dass die seit 20 Jahren aktive Dragqueen bereits drei Jahre zuvor wegen Verbreitens pornografischer Schriften vom Amtsgericht Tiergarten zu einer Geldstrafe verurteilt worden war. Für besondere Aufmerksamkeit sorgte im Berliner Südwesten die Tatsache, dass Jurassica Parka im August 2024 Teil des Drag-Festivals „Queens & Flowers“ im Botanischen Garten war. Die Veranstaltung beinhaltete ein Familienprogramm und eine Vorlesestunde mit Dragqueens, in das Parka jedoch nicht eingebunden war.
Im Auge des Orkans fand sich am 24. Oktober 2025 die Drag-Lesung "Wir lesen euch die Welt, wie sie euch gefällt" in der Steglitzer Ingeborg-Drewitz-Bibliothek. Eingeladen waren Kinder ab vier Jahren. "Die zauberhafte Königin Vicky Voyage und der sagenumwobene König Eric erzählen euch Märchen von Liebe und Toleranz", hieß es in der Ankündigung. "Taucht ein in farbenfrohe und magische Welten!"
Mitten im Sturm: Malgorzata Sijbrandij. Die 45jährige Juristin hatte ihr Amt erst am 15. Oktober angetreten.
Gefragt nach einer Wiederholung reagierte die Stadträtin ablehnend, ihre Haltung begründete sie ausführlich. „Schon bei der Drag-Lesung im letzten Jahr hat mich das Format nicht vollends überzeugt“, so die Dezernentin. Zudem trete die Künstlerin unter dem Namen „King Alexander the Dick“ auf, woran sich Kritiker stören könnten. Die Veranstaltung diene nicht vornehmlich der Leseförderung. Und angesichts der zu erwartenden „polarisierenden Begleitung“ sollten Kinder vor politischer Instrumentalisierung geschützt werden.
Die Korrespondenz der Dezernentin mit der Bibliotheksleitung ist mittlerweile öffentlich auf dem Portal „Frag den Staat“ einsehbar. Die Initiative setzt sich ein für transparentes staatliches Handeln und hilft Bürgerinnen und Bürgern bei Anfragen nach dem Informationsfreiheitsgesetz.
Das funktioniert nicht immer. Manchmal verweigern Behörden die Auskunft, manchmal mit fadenscheinigen Begründungen wie zu hoher Arbeitsbelastung. Teilweise werden auch hohe Gebühren verlangt, die abschreckend wirken (sollen). Insofern ist die
Die Regenbogenflagge weht über dem Hermann-Ehlers-Platz. Gegenüber befindet sich das Rathaus Steglitz und das Einkaufscenter "Das Schloss", in dem auch die Ingeborg-Drewitz-Bibliothek ihren Sitz hat. | Foto: Daniela von Treuenfels[/caption]
Auf dem Hermann-Ehlers-Platz hat am 31. August niemand Anteilnahme für eine Amtschefin, die im vergangenen Oktober erlebte, wie eine mediale Welle ihren Schreibtisch anzündete, an dem sie sich gerade einarbeitete. Im Gegenteil – einer der Vorwürfe lautet: Mit ihrer pauschalen Ablehnung stelle Malgorzata Sijbrandij die Dragszene unter Generalverdacht.
„Drag hat nichts mit Sexualität, Kink oder anderen für Kinder ungeeignete Themen zu tun“, sagt Drag Quing Cynna Moon, Quing ist eine Kombination aus Queen und King. Cynna Moon verortet sich also irgendwo zwischen den Geschlechtern, nutzt neutrale Pronomen und ist Sozialarbeiti:. Drag bedeute, sagt Moon, „mutig zu sich selbst zu stehen, und Menschen mit Respekt und Akzeptanz zu begegnen.“ Es sei „unsere Pflicht, Kinder mit Lebensrealitäten in Kontakt zu bringen, die vielleicht nicht ihre eigenen sind. Menschen anderer Herkunft, anderer Klasse, anderer körperlicher und geistiger Fähigkeiten – und eben auch Menschen verschiedener Sexualitäten, Genderidentitäten und Geschlechtsausdrücken.“ Moons kleine Performance findet Beifall unter den rund 50 Demoteilnehmern.
Franzi Groß von der Grünen Jugend sagt, Bibliotheken sollten auch queeren Jugendlichen einen sicheren Raum bieten: „Bibliotheken sollten für ihre Benutzer*innen einen Safe Space darstellen. Das kulturelle Angebot, das sie bieten sollte so vielfältig sein wie ihre Besucher*innen. Wo kommen wir denn da hin, wenn wir den Bibliotheken es nicht mehr selbst überlassen zu entscheiden, welche Veranstaltungen sie für angemessen halten?“
Mitglieder der linken Gruppierung "Pride Rebellion" sind unter den Teilnehmern der Demonstration. Niemand stört sich an ihrer Anwesenheit. | Foto: Daniela von Treuenfels[/caption]
In all der Aufregung blieb die Anwesenheit einer antisemitischen queeren Gruppe unbemerkt oder geduldet, in jedem Fall jedoch unkommentiert. „Pride Rebellion“ engagiert sich gegen „Gewalt und Leugnung gegen LGBTI+ (Lesben, Schwule, Bisexuelle, Trans- und Intergeschlechtliche Personen)“. Im „Kampf gegen Heterosexismus“ müsse man sich zusammentun und verteidigen „gegen das System, das uns unterdrückt“.
„Als Pride Rebellion organisieren wir uns explizit unter jungen LGBTI+ Personen“, heißt es auf der Webseite. Die „Befreiung“ sei im Kapitalismus nicht möglich, daher brauche es den Klassenkampf und die „soziale Revolution“.
Pride Rebellion ist eine Gründung von „Young Struggle“ (YS), die seit 2010 bestehende international agierende Jugendorganisation der türkischen Marxistisch-Leninistischen Kommunistischen Partei (MLKP), die in der Türkei verboten ist (
JO, Danke…
war noch nicht wieder dort….
Über die erfolgreiche ??? Verpachtung kann ich alledings nur lachen…
Nach dem Ausstieg von „Solarent“ aus den Pachtverträgen der an die Stadtbäder angeschlossenen Saunen „Krumme Straße“ und „Mecklenburgische“ läuft´s ja nun nicht wirklich rund…
Neue Pächter nicht in Sicht, die „Krumme“ immer noch geschlossen, in der „Tuntentunke“ in Wilmersdorf wurde zwar einiges getan, dafür der Parkplatz an einen privaten Pächter vermietet, der allerdings 1.-€ pro Stunde verlangt, für Saunanutzer NUR 50 Cent! Bei 5 Stunden Saunaaufenthalt zahle ich nochmal 2,50.- zu den verlangten 13.-€ Eintritt. So verärgert man steuerzahlende Bürger !!!
Im Preisvergleich kann jeder mal Thermen Berlin eingeben…
LG @ All, Celly
Landschaftlich liegt das Spucki wunderschön! Aber!!! Das Niveau ist unterste Schublade und alle Buddaähnliche Figuren fühlen sich auch hier geborgen.Auch die,die nicht großartig auf Sauberkeit wertlegen finden die „Saunablamage von Berlin“ganz toll!Die Privatisierung der Sauna hat keinen Vorteil für die Gäste gebracht,im Gegenteil,da viele entäuscht wurden über drastische Sparmaßnahmen z.B. diverse Duschen sind wochenlang nicht repariert worden,das einsalzen während eines Saunagangs fiel komplett weg,wegen der Reinigung,billigste Bestuhlung im Außenbereich,schmutziges Schwimmbad und im Sommer,der wunderbare Geruch vom alten Öl der gebratenen Currywürstchens! Nun,die Küchegerichte sind nicht schlecht,eher „ganz schlecht“ und ein danach anschließender Saunagang könnte zum Erbrechen führen! Wer sich zu seinem Drink einen Eiswürfel bestellt,der muß sich auch nicht wundern,wenn der Barkeeper während er die Gläser wäscht,den Eiswürfel mit ungewaschener Hand ins Glas plumsen lässt!
Toll finde ich auch,wenn der Saunawedler mit seinem Handtuch,mit dem er sich gerade vorher sein Schweiß abgewischt hatte,damit die sitzenden Gäste belüftet! Ein bisschen DDR Romantik ist hier nicht zu verheimlichen und wer das mag,fühlt sich in bester Gesselschaft und darf sich in alten Träumen schwelgen!