
Im Visier der Stasi: „Zum alten Steglitzer“ an der Kuhligkhofstraße. Foto:BStU, Fotograf: unbekannter Mitarbeiter des MfS
Einem regionalgeschichtlichem Thema widmet sich die neue Ausstellung in der Schwartzschen Vila, die ab 17. Oktober, zu sehen sein wird.
„Geheim! Die Stasi fotografiert Steglitz und Zehlendorf“ zeigt Fotografien, die von Mitarbeitern des Ministeriums für (MfS) der DDR in den Westbezirken Steglitz und Zehlendorf seit den 1950er Jahren bis zum Sommer 1989 aufgenoommen wurden.
Das Kulturamt Steglitz-Zehlendorf wurde von der Behörde für Stasi-Unterlagen (BStU) auf diese Fotos im Rahmen einer Recherche für die Ausstellung „Aspekte des Kalten Krieges in Steglitz und Zehlendorf 1945-1961“ (2009/2010) hingewiesen, für diese Ausstellung konnten damals nur einige wenige Fotos verwendet werden. Es entstand jedoch die Idee einer eigenen Fotoausstellung.
Bei vielen Fotografien erschließt sich der Hintergrund ihrer Entstehung durch die einschlägige Beschriftung. So wurden vermeintliche Treffpunkte westlicher Geheimdienstmitarbeiter fotografiert. Auch explizit antikommunistische Organisationen wie die „Kampfgruppe gegen Unmenschlichkeit“ und der „Untersuchungsausschuss Freiheitlicher Juristen“ waren im Fokus des MfS. Daneben gibt es viele Fotos einzelner Straßen und Häuser, die nicht immer zuzuordnen sind. Manchen Fotografien sieht man an, dass sie hastig im Vorübergehen gemacht wurden, bei anderen Aufnahmen gab es für die Fotografen keinen Grund, sich zu verbergen. Einige Fotos wurden Ende 1989 zerrissen und von der BStU-Behörde wieder zusammengesetzt.
Jenseits des MfS-Kontextes ist ein Panorama historischer Ansichten entstanden. Die meisten Aufnahmen stammen aus den 1950er, 1960er Jahren und bilden Straßen und Häuser ab, die von den Verhältnissen der Nachkriegszeit in Steglitz und Zehlendorf zeugen. Nach der Fertigstellung des „Kreisels“ wurde auch dieser von allen Seiten fotografiert. Die letzten Aufnahmen stammen aus dem Mai 1989 – es sind Farbfotografien der Steglitzer Schloßstraße.
Die Ausstellung wird durch einige wenige Materialien aus der BStU ergänzt, etwa Beschreibung eines MfS-Treffpunkts vor dem Adria-Kino, die Wegbeschreibung der Stasi-Mitarbeiter zum DDR-„Büro für Besuchs- und Reiseangelegenheiten“ im Forum Steglitz und die Beschreibung einer „Schleuse“ durch die Grenze für IMs an der Grenze zu Zehlendorf in der Sachtlebenstraße.
Die Fotoausstellung wird im Rahmen des 5. Europäischen Monats der Fotografie gezeigt. Eröffnet wird sie am Dienstag, 16. Oktober, um 19 Uhr. Anschließend ist sie bis 11. November dienstags bis freitag sowie sonntags von 10 bis 18 Uhr zu sehen, sonnabends von 14 bis 18 Uhr.












Foto: Haus der Jugend Zehlendorf[/caption]
Jugendliche zwischen 15 und 27 Jahren können vom 19. Bis 23. Oktober an einer Fahrt nach Krakau und zu den Gedenkstätten Auschwitz und Birkenau teilnehmen. Interessierte können sich bis zum 22. Juni anmelden.
In einem gemeinsamen Projekt wollen vier Steglitz-Zehlendorfer Jugendeinrichtungen ein „starkes Zeichen für die Stärkung der Erinnerungskultur und die Förderung der Gedenkstättenpädagogik“ setzen. Vom 19. Oktober bis 23. Oktober findet eine Bildungsfahrt nach Krakau statt, bei der die Teilnehmenden die historischen Gedenkstätten Auschwitz und Birkenau besuchen sowie eine Stadtführung in Krakau erleben werden.
Zielgruppe sind Jugendliche im Alter von 15 bis 27 Jahren, die durch diese Reise nicht nur wertvolles Wissen über die Geschichte des Holocaust erlangen, sondern auch die Möglichkeit erhalten, sich aktiv mit den Themen Erinnerung, Verantwortung und Zivilcourage auseinanderzusetzen.
Geplant sind zwei Exkursionen mit fachkundigen Führungen in das Auschwitz Stammlager sowie Auschwitz-Birkenau mit der Chance auf tiefe Einblicke in die Geschichte und die Auswirkungen des Holocaust. In Krakau steht eine Stadtführung auf dem Programm, bei der die Teilnehmenden mehr über die kulturellen und historischen Hintergründe der Stadt und die jüdische Community erfahren.
Wichtig: die Anmeldefrist endet am 22. Juni. Alle Infos: