
Primark ist in Steglitz Geschichte. Das Schloss-Straßen-Center geht mit einer Zwischennutzung neue Wege. Foto: Junia Greb-Georges
Die Einkaufspassagen im Schloss-Straßen-Center (SSC) am Walther-Schreiber-Platz 1 sind nicht mehr ausschließlich ein Ort zum Shoppen. Bereits seit Dezember 2023 gibt es dort verschiedene Freizeit- und Kulturangebote, viele davon sind kostenfrei.
Nicht erst seit Bekanntwerden der Insolvenz der KaDeWe-Gruppe diskutieren Politiker und Politikerinnen darüber, ob Shoppingcenter wie das SSC noch zeitgemäß sind. Die Gewerbemieten sind hoch, der Umsatz geht seit Corona und wegen zunehmender Online-Einkäufe hingegen zurück. In vielen Einkaufspassagen schlossen und schließen immer mehr Läden ihre Türen. Bis die Ladenflächen neu vermietet sind, vergeht häufig einige Zeit.
So auch geschehen im SSC in der Steglitzer Schloßstraße. Die Lösung dort lautet Zwischennutzung. Seit Dezember 2023 nutzt das Projekt „Zeit ist knapp“, dass sich auch „Zentrum für internationale Künste“ (ZiK) nennt, die leerstehende Fläche, auf der zuvor die irische Modekette Primark Bekleidung verkaufte. ZiK organisiert dort Tanzveranstaltungen (Salsa und Swing), Ausstellungen und sogar Rollschuhtrainings. Die große und glatte Fläche bietet sich dazu an, dort auf zwei oder vier Rollen seine Runden zu drehen. Für Freunde gepflegter Blues-, Jazz-, Soul-, oder Funkmusik finden zudem regelmäßig offene Jam Sessions statt, die von wechselnden Künstlern und Bands unterstützt und begleitet werden. Außerdem gibt es den so genannten „Marktplatz“ und das Galerie Café. Beide befinden sich im Erdgeschoss und sollen ein Verbindungspunkt zu den unterschiedlichen Künsten des ZiK sein. Dort sind Besucherinnen und Besucher dazu eingeladen, sich zu begegnen und untereinander auszutauschen. Auch für das leibliche Wohl findet sich ein entsprechendes Angebot.
ZiK ist ein Projekt, dass von drei Männern organisiert wird. Marvin Yam, Moritz Senff und Rebbek Wehner setzen darin ihre Vision um, temporären Leerstand zu nutzen und durch Zwischennutzung kulturell zu beleben. Auf der Webseite von ZiK heißt es: “Das Ziel ist es Zwischenraumnutzung als Nachhaltigkeitsmodell für Immobilienbesitzer und Projektentwickler zu etablieren. Dabei ist die Wirtschaftlichkeit immer ein wesentlicher Faktor, Nebenkosten erzeugen im langfristigen Leerstand unnötige Kosten.“
Im Einkaufscenter SSC schloss vor knapp einem Jahr, am 25. März 2023, das Bekleidungsgeschäft Primark seine Pforten wegen zurückgehender Kundenzahlen. Der Mode-Discounter residierte dort auf über 5000 Quadratmetern und zwei Etagen. Diese Fläche stand in der Folgezeit einige Monate leer. Jetzt gibt es dort viel Platz für Kunst, Kultur und Unterhaltung.
Wer neugierig geworden ist, kann sich die Aktionen mittwochs bis samstags ansehen und die Angebote von ZiK nutzen. Mehr Informationen und den Eventkalender finden sich unter https://zeitistknapp.de/.
Junia Greb-Georges












Foto: Haus der Jugend Zehlendorf[/caption]
Jugendliche zwischen 15 und 27 Jahren können vom 19. Bis 23. Oktober an einer Fahrt nach Krakau und zu den Gedenkstätten Auschwitz und Birkenau teilnehmen. Interessierte können sich bis zum 22. Juni anmelden.
In einem gemeinsamen Projekt wollen vier Steglitz-Zehlendorfer Jugendeinrichtungen ein „starkes Zeichen für die Stärkung der Erinnerungskultur und die Förderung der Gedenkstättenpädagogik“ setzen. Vom 19. Oktober bis 23. Oktober findet eine Bildungsfahrt nach Krakau statt, bei der die Teilnehmenden die historischen Gedenkstätten Auschwitz und Birkenau besuchen sowie eine Stadtführung in Krakau erleben werden.
Zielgruppe sind Jugendliche im Alter von 15 bis 27 Jahren, die durch diese Reise nicht nur wertvolles Wissen über die Geschichte des Holocaust erlangen, sondern auch die Möglichkeit erhalten, sich aktiv mit den Themen Erinnerung, Verantwortung und Zivilcourage auseinanderzusetzen.
Geplant sind zwei Exkursionen mit fachkundigen Führungen in das Auschwitz Stammlager sowie Auschwitz-Birkenau mit der Chance auf tiefe Einblicke in die Geschichte und die Auswirkungen des Holocaust. In Krakau steht eine Stadtführung auf dem Programm, bei der die Teilnehmenden mehr über die kulturellen und historischen Hintergründe der Stadt und die jüdische Community erfahren.
Wichtig: die Anmeldefrist endet am 22. Juni. Alle Infos: