
Freuen Sie sich auf abwechslungsreiche neue Veranstaltungen im Mittelhof. Es erwarten Sie wichtige Themen aus den unterschiedlichsten Lebensbereichen.
Leben tanzen, wie es ist – mit Tangoenergetik für den Alltag
Aufrichtig zu uns stehen, sich in Beziehung stimmig machen – erleben können wir das beim Tangotanzen, das wir in seinen Grundzügen lernen. Gerne können sich Alleintänzer*innen anmelden, offen/bereit für beide Rollen (Führen-Folgen). Ein vertiefender Workshop ist an 4 Folgeterminen bei Interesse möglich.
Leitung Martina Hoppe-Großhennig, Heilpraktikerin, Georg Diesner, Tangolehrer. 10€
Sa 29.Februar 15 - 17 Uhr Café Villa Mittelhof
Anmeldung 80 19 75 - 14, selbsthilfe@mittelhof.org
Krisenerfahrung – eine Zusatzqualifikation im Job
Wie können Krisen- und Genesungserfahrung zur Ressource werden? Weshalb richtet sich die Ex-In-Ausbildung an Psychiatrie- und Krisenerfahrene? Was machen Genesungsbegleiter*innen?
In ihrem Vortrag werden u.a. diese Fragen beantworten die
Ex-In-Absolventen Thomas Hofmann, Sabine Heiniger und Bloggerin Nora Fieling.
Di 3. März 18 – 20 Uhr Villa Mittelhof, Gruppenraum 2. OG
Anmeldung: 80 19 75 – 14, selbsthilfe@mittelhof.org
Kostenfrei, Spenden willkommen
Demenz oder Depression
Wenn im Alter Konzentration, Lust und Antrieb nachlassen, kann ein Hirnabbauprozess dahinter stehen, genauso wir eine Depression, die im Gegensatz zur Demenz recht gut heilbar ist. Wie gelingt die Abgrenzung und welche Konsequenzen ergeben sich für die Praxis daraus?
Leitung: Dr. Gerald Hopf, Arzt für Psychiatrie und Psychotherapie. Kostenfrei
Mi 11. März 18 - 20 Uhr
Anmeldung 80 19 75 - 14, selbsthilfe@mittelhof.org












Foto: Daniela von Treuenfels[/caption]
Mit Eltern, Kindern und hochrangigen Gästen ging am Wochenende ein temporäres Beteiligungsprojekt von Kindern und für Kinder an den Start. Der Kirchenraum der Patmos-Gemeinde in der Steglitzer Gritznerstraße wurde dafür komplett umgekrempelt.
Der seit 1963 bestehende würfelförmige Gemeindesaal, in dem sonst eine rituelle Ordnung mit Orgel, Altar, Kanzel und Stuhlreihen besteht, hat nun den Charakter eines Indoor-Spielplatzes. Es gibt Höhlen, eine Bastelecke, Tobeflächen und „Aquarien“ mit Fischen.
Fische, logisch. Denn rund um eine Insel ist Wasser, und da ist auch Leben. Genau wie auf der Insel, dort wohnen die Kinder. Über allem schwebt Frieda, die Taube. Sie achtet darauf, dass es allen gutgeht. Das ist das von den Kindern erdachte Konzept der Friedensinsel.
Eine Transformation vom Kirchensaal zur Friedensinsel ist nicht nur ungewöhnlich, sondern hat alle Beteiligten Hirn, Kraft und Zeit gekostet. Der Kirchenkreis Steglitz stand als Geldgeber zur Seite. Am Anfang standen Berichte aus der Partnergemeinde im schwedischen Göteborg, erzählt Gemeindepädagogin Stefanie Conradt. Dort gebe es schon länger einen (dauerhaften) extra gestalteten Raum für Kinder. Auch in Deutschland fänden sich Beispiele: In Hannover, Hildesheim oder Hamburg bieten Gemeinden den Jüngsten zeitweise oder permanent eigene Orte für ihre Themen und Fragen.
Stefanie Conradt fand mit ihrem Wunsch nach einem Beteiligungsprojekt Verbündete in der Pfarrerin der Patmos-Gemeinde und dem Kirchenkreis Steglitz-Zehlendorf. Die Umsetzung wurde über einen Zeitraum von 16 Monaten intensiv geplant und vorbereitet: Ein Kirchenraum, der unter der Beteiligung von Kindern ganz nach ihren Ideen und Bedürfnissen ausgestattet ist und in dem das passiert, was Kinder sich wünschen. Ein Ort zum Spielen, Ruhen, Reden, Tanzen, Hören und Feiern.
Rund 300 Kinder beteiligten sich an Aktionstagen und Umfragen und formulierten ihre Ideen und Wünsche für die Friedensinsel. Der zehnköpfige Kinderrat mit Kindern zwischen 5 und 11 Jahren beriet diese Ideen mit Studierenden des Masterstudiengangs Bühnenbild der Technischen Universität Berlin. Nach mehreren Abstimmungsrunden gestalteten die Studierenden den Kirchenraum nach den Wünschen der Kinder um.
Am Sonnabend wurde die umgestaltete Kirche nun feierlich eröffnet – auf Socken, denn Schuhe sind hier (wie auch Handys, Schimpfwörter, Essen und Trinken) nicht erlaubt; so haben es die Kinder entschieden.
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Foto: Daniela von Treuenfels[/caption]
Bischof Christian Stäblein präsentierte sich also untenrum schwarz-gelb, während er oben exakt den Ton traf. Kurzweilig und kindgerecht und in einer Art Mitmach-Ansprache verdeutlichte der Geistliche anhand von Willkommensgesten das Ziel der Friedensinsel: Ankommen, sich sicher fühlen und wachsen. Auch die Ghettofaust – „meine Lieblingsbegrüßung“ – sei eine herzliche Gebärde: zunächst verschlossen, öffnet sie sich zu einem fröhlichen Gruß. Darum, so Stäblein, gehe es hier: aus sich herauskommen, sich die Welt erschließen und sich darin entwickeln.
In Vertretung des Regierenden sprach Kultursenatorin Sarah Wedl-Wilson zur Gemeinde. Ihre Botschaft: Ihr Kinder seid die Zukunft, habt die Chance zu gestalten, „und das müsst ihr auch“. Was die Politik tut, um Ressourcen und Strukturen für die Beteiligung von Kindern bereitzustellen, sagte die Senatorin nicht. Da war es doch gut, dass die anwesenden Bezirksstadträte (Tim Richter (CDU), Carolina Böhm (SPD) und Malgorzata Sijbrandij (CDU)) nicht zu Wort kamen. Die Lokalpolitiker hätten erklären müssen, dass Steglitz-Zehlendorf es im Gegensatz zu vielen anderen Bezirken noch nicht geschafft hat, ein Kinder- und Jugendparlament zu etablieren. Die BVV wird erst in dieser Woche einen Beschluss dazu fassen.