CDU-Einwohnerantrag Kranoldplatz nochmals eingereicht

CDU-Einwohnerantrag Kranoldplatz nochmals eingereicht

Kranoldplatz, Foto: Stephan Voß

 

Am gestrigen Donnerstag hat die CDU ihren Einwohnerantrag „Kranoldmarkt erhalten“ ein weiteres Mal zur Prüfung eingereicht. 

Wie berichtet, hatte das Begehren, „keine baulichen Maßnahmen am und auf dem Kranoldplatz“ durchzuführen, „die den Wochenmarkt („Kranoldmarkt“) in seinem Umfang, seinem Angebot und seiner Zugänglichkeit zeitweise oder dauerhaft beeinträchtigen, beschränken oder behindern“ im ersten Anlauf nicht die geforderte Mindestanzahl von 1000 Stimmen erreicht. 

Von 1.323 abgegebenen Unterschriften waren 465 ungültig und 858 Unterschriften gültig, die Initiatoren des Einwohnerantrags erhielten eine Nachfrist von 21 Tagen, um weitere Unterschriften nachzureichen. Diese Frist, teilte der Bezirksverordnetenvorsteher René Rögner-Francke den Stadtrand-Nachrichten mit, würde Anfang nächster Woche, am 18. März, ablaufen. Die Prüfung der nun vorliegenden zusätzlichen Unterschriften soll Ende nächster Woche abgeschlossen sein. 

Grund für unsere Anfrage: Der Antrag steht nicht auf der Tagesordnung der nächsten BVV, wo er eigentlich dringend erwartet wird. Der Verkehrsausschuss hatte sich nämlich in seiner letzten Sitzung am 28. Februar darauf verständigt, die beiden konkurrierenden Anträge zur Zukunft des Kranoldplatzes gemeinsam zu beraten, was von allen Seiten als sinnvoll erachtet wird. 

Das „Bündnis für einen lebendigen Kranoldplatz“, das eine umfassende Umgestaltung des Platzes und seiner umliegenden Straßen vorschlägt, fürchtet nun, dass die Zeit für eine ausgiebige Diskussion knapp wird. Grund dafür sind die gesetzlichen Vorgaben. Hat es ein Einwohnerantrag erst einmal in die BVV geschafft, „entscheidet die Bezirksverordnetenversammlung unverzüglich, spätestens jedoch innerhalb von zwei Monaten nach Eingang“, heißt es im Bezirksverwaltungsgesetz. Aus dem Kreis des Bündnisses werden nun Befürchtungen laut, ihr Anliegen komme zu kurz. 

Die Angst dürfte unbegründet sein. Im Kommentar zum §44 des Bezirksverwaltungsgesetz (Einwohnerantrag) heißt es: „In Auslegung dieses Sinngehalts ist auch die Auffassung vertretbar, die Zweimonatsfrist dürfe im Einzelfall überschritten werden, soweit gleichwohl unverzügliches Handeln erkennbar bliebe. Es müsste mithin ein zumindest wichtiger Grund für diese Fristüberschreitung vorliegen. Zu raten ist, ihn im Hinblick auf ein ggf. bestehendes kommunalpolitisches Spannungsverhältnis der Öffentlichkeit nicht vorzuenthalten.“ 

Es gilt also die erste ungeschriebene Regel der Politik: Kommunikation ist alles. 

 

Daniela von Treuenfels 

 

 

 

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Schloßstraße: Wie jüdische Kaufleute die Steglitzer Einkaufsmeile prägten

[caption id="attachment_104410" align="aligncenter" width="980"] Schloßstraße 26 im Jahr 1925: An der Ecke Zimmermannstraße verkaufte Ernst Taeger Röcke und Blusen. | Foto: Museum Steglitz Nr. 03114[/caption]   Eine Ausstellung in der Ingeborg-Drewitz-Bibliothek macht aufmerksam auf die große Bedeutung jüdischen Lebens und jüdischer Wirtschaftstätigkeit für das Aufblühen der Schloßstraße im ersten Drittel des 20. Jahrhunderts. Die Schloßstraße entwickelte sich ab Ende des 19. Jahrhunderts in rasantem Tempo zur Einkaufsmeile. Die Eisenbahnverbindung zwischen Potsdam und Berlin mit Halt in der Albrechtstraße und die vor 1900 verkehrenden Straßenbahnen machten die Landgemeinde Steglitz attraktiv. Niedrige Grundstückspreise und Mieten lockten viele Geschäftsleute in die Steglitzer Hauptverkehrsstraße. Jüdisches Leben hatte einen großen Anteil an dieser wirtschaftlichen Entwicklung und am Glanz und Reichtum der Schloßstraße. Jüdische Kaufleute betrieben zahlreiche spezialisierte Einzelhandelsgeschäfte, Handwerksbetriebe und größere Warenhäuser. In den zwischen 1900 und 1910 entstandenen Wohn- und Geschäftsgebäuden lebten und arbeiteten jüdische Menschen in Bäckereien, Zigarrenläden und Konfektionsgeschäften, als Rechtsanwälte, Ärzte und Musiker. Die Ausstellung erinnert mit acht kurzen Biographien und einer Übersicht von 40 Wirtschaftsbetrieben an diese Vielfalt und zeigt die radikale Vernichtung jüdischen Lebens nach dem Machtantritt der Nationalsozialisten im Jahr 1933. In nur wenigen Jahren wurden alle jüdischen Gewerbetreibenden zur Geschäftsaufgabe gezwungen, jüdische Bewohnerinnen und Bewohner vertrieben oder deportiert. Heute erinnern nur einige im Jahr 2025 verlegte Stolpersteine und eine unauffällige Gedenktafel an das einst vitale jüdische Leben. Die Gedenktafel erinnert an Moritz Feidt, der im Jahr 1907 in der Schloßstraße 97 das erste größere Warenhaus eröffnete. JÜDISCHES LEBEN IN DER SCHLOẞSTRAẞE 19.9.—14.11.2026 Eine Ausstellung in der Ingeborg-Drewitz-Bibliothek Grunewaldstraße 3, im Einkaufzentrum "Das Schloss" Öffnungszeiten Montag bis Freitag 11 – 19 Uhr Samstag 11 – 16 Uhr Eintritt frei VERANSTALTUNGEN Sonntag, 27. September, 12:00 Uhr Geschichte vor Ort. Jüdisches Leben in der nördlichen Schloßstraße Stadtspaziergang mit Sabine Davids und Barbara Wittkopf Anmeldung Dienstag, 6. Oktober, 17:00 Uhr Werkstattgespräch mit dem Projektteam in der Ausstellung Freitag, 16. Oktober, 18:00 Uhr Die „Arisierung“ jüdischer Gewerbebetriebe am Beispiel der Schloßstraße Vortrag von Prof. Dr. Regine Buchheim (HTW Berlin) Sonntag, 18. Oktober, 12:00 Uhr Geschichte vor Ort. Jüdisches Leben in der südlichen Schloßstraße  Stadtspaziergang mit Sabine Davids und Barbara Wittkopf Anmeldung Dienstag, 10. November, 18:30 Uhr Wertheim, Hertie, Karstadt. Zur Geschichte der Warenhäuser in Berlin und Steglitz Vortrag von Dr. Simone Ladwig-Winters

Quelle: Flyer zur Ausstellung

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