
An der Fichtenberg-Oberschule wurden die Dispossitionsstunden drastisch gekürzt. Foto: Lienhard Schulz
Wie wichtig Inklusion ist, betonen Politiker immer wieder. Wie weit Worte und Taten aber manchmal auseinander klaffen, zeigt das Beispiel der Fichtenberg-Oberschule in Steglitz. Schulleiter Rainer Leppin wandte sich in einem Rundbrief an die Eltern und zeigte auf, wie an seiner Schule, an der 18 Schüler mit sonderpädagogischem Förderbedarf, darunter vier Blinde und elf Sehbehinderte, Lehrerstunden zusammengstrichen wurden.
Um eine angemessene Betreuung der Schüler zu gewährleisten gibt es neben den zugewiesenen Lehrerstunden Stunden aus dem bezirklichen Dispositionspool. Diese seien nach Leppin in den vergangenen Jahren drastisch heruntergeschraubt worden. Der Schulleiter kann Zahlen vorlegen. So habe es im Schuljahr 2008/09 für 14 Schüler mit Förderbedarf neben 63 normalen Lehrerstunden 90 Stunden aus dem Dispositionspool gegeben. Machte zusammen 153 Stunden. In diesem Schuljahr gibt es für 18 Schüler zugewiesene 74 Stunden, während die Stunden aus dem Dispositionspool von zunächst 40 auf derzeit minus zehn gekürzt wurden. Das heißt, dass der Schule nun auch noch zehn Stunden aus dem regulären Lehrerstundenpool entnommen wurden. „Diese Kürzung von insgesamt 50 Lehrerstunden entspricht einer Reduzierung um nahezu zwei Lehrerstellen“, schreibt Leppin. Begründet worden seien die Kürzungen mit dem Hinweis auf die steigende Anzahl an Integrationsschülern im Bezirk, während die Summe an zur Verfügung stehenden Stunden gleich geblieben sei.
„Mit diesen Kürzungen kann die Schule eine ausreichende Förderung dieser Schüler nicht mehr sicherstellen. So müssen in diesem Schuljahr noch Stunden aus der regulären Unterrichtsversorgung der Schule in den Förderbereich umgeleitet werden, um eine Grundversorgung der Integrationsschüler zu gewährleisten“, so Leppin.
Das habe Konsequenzen. So hätten die Eltern eines blinden Schülers ihr Kind bereits abgemeldet. Es besuche nun eine Schule in einem anderen Bundesland, wo die Betreuung besser sei.
„Unsere Schule hat sich als inklusive Schwerpunktschule für den Bereich ‚Sehen‘ beworben! Angesichts dieser Kürzungen wäre eine Aufrechterhaltung dieser Bewerbung unverantwortlich!“, betont der Schulleiter.
(go)












Foto: Haus der Jugend Zehlendorf[/caption]
Jugendliche zwischen 15 und 27 Jahren können vom 19. Bis 23. Oktober an einer Fahrt nach Krakau und zu den Gedenkstätten Auschwitz und Birkenau teilnehmen. Interessierte können sich bis zum 22. Juni anmelden.
In einem gemeinsamen Projekt wollen vier Steglitz-Zehlendorfer Jugendeinrichtungen ein „starkes Zeichen für die Stärkung der Erinnerungskultur und die Förderung der Gedenkstättenpädagogik“ setzen. Vom 19. Oktober bis 23. Oktober findet eine Bildungsfahrt nach Krakau statt, bei der die Teilnehmenden die historischen Gedenkstätten Auschwitz und Birkenau besuchen sowie eine Stadtführung in Krakau erleben werden.
Zielgruppe sind Jugendliche im Alter von 15 bis 27 Jahren, die durch diese Reise nicht nur wertvolles Wissen über die Geschichte des Holocaust erlangen, sondern auch die Möglichkeit erhalten, sich aktiv mit den Themen Erinnerung, Verantwortung und Zivilcourage auseinanderzusetzen.
Geplant sind zwei Exkursionen mit fachkundigen Führungen in das Auschwitz Stammlager sowie Auschwitz-Birkenau mit der Chance auf tiefe Einblicke in die Geschichte und die Auswirkungen des Holocaust. In Krakau steht eine Stadtführung auf dem Programm, bei der die Teilnehmenden mehr über die kulturellen und historischen Hintergründe der Stadt und die jüdische Community erfahren.
Wichtig: die Anmeldefrist endet am 22. Juni. Alle Infos: