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Das Hundeverbot an Schlachtensee und Krumme Lanke ist seit einem Monat in Kraft. Zeit für die Senatsverwaltung für Stadtentwicklung und Umwelt, die Berliner Forsten, das Bezirksamt Steglitz-Zehlendorf sowie die Berliner Wasserbetriebe und die Polizei ein erstes Resümee zu ziehen.

Die neuen Regelungen würden meist beachtet, heißt es in einer gemeinsamen Pressmitteilung. Es gebe Einzelfälle, in denen der Hund am See spazieren geführt würde, das geschehe meist aus Unkenntnis oder aus Provokation. Aber es gebe auch Missverständnisse an den Seen. So sollen Hundebesitzer auf dem Weg unter der Marinesiedlung mehrfach „gerückt“ worden sein, obwohl die Mitnahme der Vierbeiner dort erlaubt ist.

Die Reaktionen auf die Neuregelung seien meist positiv – zwei Drittel der zugesandten Briefe begrüßten die Neuregelung, heißt es in der Pressemitteilung. „Viele Bürgerinnen und Bürger schreiben den beteiligten Institutionen, sie seien glücklich, sich nun nicht mehr um ungebetene Hundebesuche auf Decken und um ungewollte Duschen nach Hundebädern bei ihren Besuchen am See sorgen zu müssen. Der Aufenthalt an den Seen mit Kindern sei sicherer geworden.“

Dass aber nicht alle mit dem Hundeverbot an den Seen einverstanden sind, das zeige sich nicht nur an den Protesten – erst am Dienstag hatte es wieder eine Demonstration gegeben –, sondern auch an der Zerstörung von Hinweisschildern und der „Hundeampeln“, die den beteiligten Institutionen Sorge bereiten. „Die Hinweisschilder werden regelmäßig erneuert. Die dafür aufzuwendenden Mittel könnten besser anderweitig genutzt werden. Bei der Zerstörung der Schilder und der ‚Hundeampeln‘ handelt es sich um Sachbeschädigung und Diebstahl, die ab sofort bei der Polizei angezeigt und geahndet werden“, teilen sie mit.

Initiativen, die sich gegen die Neuregelung an Schlachtensee und Krumme Lanke wehren, ziehen eine andere Bilanz, berichten von Pöbeleien; die Stimmung gegenüber Hundehaltern sei aggressiv. „Noch nie in meinem Leben bin ich in einer derartig aggressiven Form angepöbelt, beleidigt und beschimpft worden wie in dieser Stunde am Schlachtensee“, berichtet beispielsweise ein Düsseldorfer Hundebesitzer von einem Spaziergang am Schlachtensee. Die Schuld an diesen „bürgerkriegsähnlichen Zuständen“ wird vor allem der zuständigen Bezirksstadträtin Christa Markl-Vieteo angelastet. Gegen sie hat die Bürgerinitiative „Berliner Schnauzen“ nach eigenem Bekunden mehrere Dienstaufsichtsbeschwerden eingereicht. Zudem läuft ein Antrag auf ein Bürgerbegehren gegen die Hunderegelung an den beiden Seen; die Initiative „Hunde am Schlachtensee“ hat zudem Klage dagegen eingereicht.

Doch die zuständigen Stellen auf Bezirks- und Landesebene schauen in ihrem Resümee nicht nur auf das Hundeverbot, sondern auch auf die anderen Probleme, wie Müll und Lärm, die weiterhin bestehen. Gegen den Müll ist geplant,  55 Einhundert-Liter-Mülleimer auf der Seite der S-Bahn sowie zwei große unterirdischen Müllschlucker an der S-Bahn Schlachtensee und an der Krummen Lanke zu installieren. Auch eine weitere Toilettenanlage an der Krummen Lanke und am Ende des Schlachtendes sei geplant. Zudem werde man weiterhin an die Menschen appellieren, den mitgebrachten Müll auch wieder mit nach Hause zu nehmen. „Es muss gelingen, die Menschen von den Spielregeln des gemeinsamen Zusammenlebens zu überzeugen. Neben der direkten Ansprache, den bereitgestellten Mülleimern und Toilettenanlagen müssen notfalls finanzielle Strafen erhoben werden“, heißt es in der Pressemitteilung.

(sn)