Auf dem seit Jahren brach liegenden Grundstück zwischen Potsdamer, Fürsten- und Bülowstraße soll ein Seniorenpflegeheim mit bis zu 135 Plätzen entstehen. Foto: Gogol

So viel Zufriedenheit auf einer Sitzung des Stadtplanungsausschusses gab es wohl selten: Die Ausschussmitglieder aller Fraktionen waren zufrieden, die Bürger, die zur Sitzung gekommen waren, waren zufrieden – und so waren auch Architekt Walter Broll und Oliver Radünz, Geschäftsführer der Hanseatische Betreuungs- und Beteiligungsgesellschaft GmbH (HBB), zufrieden, dass ihre Pläne für ein Seniorenpflegeheim an der Potsdamer / Ecke Fürsten- und Bülowstraße auf solch positive Resonanz gestoßen waren. Spätestens als Radünz sagte, dass ihnen eine historisierende Fassade mit Satteldach vorschwebe, hatte er die Ausschussmitglieder und Anwohner auf seiner Seite.

Ein klassisches Seniorenpflegeheim für alle Pflegestufen, mit wenigen Plätzen auch einfach zum Wohnen, will die HBB auf dem Areal errichten, erklärte Radünz. „Wir wollen ein wohnliches Haus bauen“, versprach er. Das soll zwei Geschosse plus ein ausgebautes Dach haben. Zum Haus gehört auch ein Garten mit Wasserspiel und Teakholzmöbeln. Hochwertig soll das Gelände gestaltete werden, sowohl für die Bewohner als auch für die Nachbarschaft. Denn das Haus will sich öffnen, erklärte der HBB-Geschäftsführer. So seien die Anwohner herzlich eingeladen, sich ins Café zu setzen und an den Veranstaltungen des Hauses teilzunehmen.

Die Erschließung der Einrichtung soll über eine Einfahrt an der Potsdamer Straße erfolgen. Eine zweite Zufahrt sei nicht geplant. Parkplätze müssen nicht geschaffen werden, auch wenn einige wenige auf dem Gelände angelegt werden. Angestellte seien angehalten, die öffentlichen Verkehrsmittel zu benutzen, so Radünz, und für Besucher seien die vorhandenen Parkmöglichkeiten entlang der Potsdamer Straße ausreichend.

Zwar brauche es wegen der angrenzenden Bahntrasse einen Lärmschutzwall, der allerdings wie eine Landschaft angelegt werden soll. „Wir wollen nicht gegen eine Wand gucken“, betonte der Geschäftsführer. Die vorhandenen Bäume sollen weitestgehend erhalten bleiben, da das neue Haus dort errichtet werden soll, wo derzeit noch ältere Bauten stehen. Ob trotzdem einige Tannen gefällt werden müssen, hänge von deren Zustand ab.

Bewirtschaften soll das Haus mit rund 125 bis 135 Plätzen die Domicil Senioren-Residenzen GmbH, mit denen die HBB seit viele Jahren zusammenarbeitet. Und auch in Steglitz-Zehlendorf ist Domicil nicht unbekannt. So betreibt sie bereits das Seniorenpflegeheim an der Bergstraße, und auch das derzeitig im Bau befindliche Heim an der Feuerbachstraße wird sie übernehmen. Der Mietvertrag an der Potsdamer Straße soll über eine Laufzeit von 30 Jahren geschlossen werden.

Seit Jahren liegt das Grundstück brach. Derzeit gehört es noch der NCC, die darauf eigentlich Häuser errichten wollte. Nun steht der Verkauf an die HBB kurz bevor. Doch bevor der Investor aus Hamburg in der kommenden Woche den Vertrag unterschreibt, wollte er wissen, wie der Bezirk zu den Plänen steht. Seit Dienstag hat er eine Antwort.

(go)