Die Idee eines Fahrradschnellwegs entlag der Stammbahntrasse lehnt der DFV ab. Visualisierung: Staubach+Kuckertz Architekten

Nachdem bereits Kleinmachnows Bürgermeister Kritik an der Idee eines Fahrradschnellweges entlang er Stammbahntrasse äußerte, meldet sich nun auch der Deutsche Bankkunden-Verband (DBV) zu Wort. Er kritisiert den Vorschlag des CDU-Kreisverbandes Steglitz-Zehlendorf  als „verkehrspolitisch absurd und nicht zu Ende gedacht“. Zumal die CDU- und die Grünen-Fraktion nun einen weiteren Antrag in die Bezirksverordnetenversammlung eingebracht haben, der eine Verlängerung des Fahrradschnellweges nach Potsdam anregt.  Ohne dass dabei die Wiederinbetriebnahme der Stammbahn infrage gestellt wird.

„Die Fortsetzung des Fahrradweges von Lichterfelde nach Potsdam setzt die Einstellung des Güterverkehrs voraus. Der Fahrradweg wird eine Mindestbreite von vier Metern, eher sechs Meter haben müssen. Das gibt die vorhandene Fläche bei Beibehaltung eines betriebenen Gleises plus Fahrradschnellweg kaum her“, gibt der Verband zu bedenken.

Einer Argumentation, dass es derzeit keinen Bedarf für einen zusätzlichen Regionalverkehr von Wannsee nach Schöneberg und zum Berliner Hauptbahnhof gäbe, widerspricht der DBV-Landesverband energisch. „Die vorliegenden Prognosen bewiesen bereits 2008 das Gegenteil. Berlin ist eine wachsende Stadt und braucht zusätzliche Fahrradwege auf den vorhandenen Straßen und zusätzliche Züge in der Innenstadt. Wer den Fahrrad- gegen den Schienenverkehr ausspielt, behindert eine umweltverträgliche Mobilität und schadet der Stadtentwicklung.“ Der DBV-Landesverband fordert von den Bezirkspolitikern, dass sie sich für einen Wiederaufbau der Stammbahn einsetzen. „Sollte für einen Fahrradweg zusätzlich Platz sein, spricht nichts gegen ihn.“

(sn)