Die Harken sind größer als sie und die Schubkarren erst recht: Doch wer Kastanien retten will, lässt sich davon nicht abhalten. So auch nicht die Zweitklässler der Schule Phorms Berlin Süd, die am Donnerstagvormittag zu besagten Harken griffen, um das Laub im kleinen Park hinter dem Mehrgenerationenhaus Phoenix am Teltower Damm einzusammeln. Damit soll der Miniermotte die Nahrungsgrundlage entzogen werden, erzählen Lehrerin Anne Koglin und Erzieherin Cornelia Liedtke.

Seit sechs Jahren rücken jedes Jahr im Oktober oder November die Zweitklässler aus, um das Laub zusammenzukehren, 2010 übernahm die Schule sogar die Patenschaft für den kleinen Park. Im Unterricht werde auch darüber gesprochen, warum man dies mache, wie der Schädling heißt und was er mit den Bäumen macht, so Koglin. Für die Kinder ist das toll, ist die Lehrerin überzeugt. Zum einen ist es ein Ausflug raus in die Natur, zum anderen dürfen die Kinder nach getaner Arbeit auch spielen. Die Aktion „schärft das Bewusstsein für die Schutz der Bäume“, sagt die Lehrerin. Und es bleibe hängen. Viele Kinder würden das mit nach Hause nehmen, mit ihren Eltern darüber reden und zu Hause schauen, ob es Kastanien gibt, deren Blätter man einsammeln müsse. Sogar der Schulhof sei inspiziert worden, aber da gebe es keine Kastanien, berichtet Koglin.

Fast eine Stunde fegten die Kinder durch den Park, unterstützt vom Grünflächenamt des Bezirks, das die Rechen und Schubkarren zur Verfügung stellte und anschließend das Laub wegfuhr. Neben dem Spielen gibt es für die kleinen Helfer als Belohnung auch noch einen Anstecker, erzählt Koglin. Der weist die Kinder als Kastanien-Retter aus.

(go)