Romantisch: St. Peter und Paul ist beliebt bei Ausflüglern und Brautpaaren. Foto: Kirchengemeinde

Eine der wohl schönsten Kirchen im Bezirk Steglitz-Zehlendorf wird 175 Jahre alt – St. Peter und Paul auf Nikolskoe. Mit einem Festgottesdienst, bei dem Dr. Markus Dröge, Bischof der Evangelischen Kirche Berlin‐Brandenburg‐Oberschlesische Lausitz, die Predigt halten wird, wird am Sonntag, 26. August, ab 15 Uhr das Kirchweihjubiläum gefeiert.

Auf Erlass von König Friedrich Wilhelm III. wurde die Kirche zwischen 1834 und 1837 für die Bewohner der Pfaueninsel und Klein-Glienicke erbaut und schließlich am 13. August 1837 geweiht.

Die Kirche ließ Friedrich Wilhelm III. auf Wunsch seiner Tochter Charlotte, verheiratete Alexandra Fjodorowna und Kaiserin von Russland, errichten. Sie hatte sich bei einem Besuch der Pfaueninsel geäußert, dass es sehr schön wäre, wenn vom gegenüberliegenden Ufer Glockengeläut ertönen würde.

Friedrich August Stüler und Albert Schadow entwarfen die Kirche im russischen Stil mit Zwiebelturm, im Innern entspricht sie jedoch ganz einer „Berliner Vorstadtkirche“, ein von Karl-Friedrich Schinkel entworfener Bautyp.

Neben zwei Glockenspielen, die die Gläubigen zum Gottesdienst ruft, erklingt seit 1985 stündlich von 10 Uhr bis zum Sonnenuntergang ein Glockenspiel. Die 28 Glocken spielen „Lobe den Herrn, den mächtigen König der Ehren“, in Anlehnung an die Potsdamer Garnisonskirche.

Auf Grund ihrer Lage außerhalb Berlins und ihrer wunderschönen Umgebung – an der landschaftlichen Gestaltung war Gartenbaudirektor Peter Joseph Lenné beteiligt – entwickelte sich die St. Peter und Paul zu einer „Ausflugskirche“, Ein Ort der Einkehr für Menschen und Ausflügler, die es aus der Stadt ins Grüne zieht. Ein Ort der Ruhe, an dem man seiner Seele Raum geben und sich an Gott wenden kann“ schreibt Dröge in einem Grußwort. Die romantische Atmosphäre zieht auch viele junge Paare in die Kirche, die dort „Ja“ zueinander sagen.

Seit 1990 ist die Kirche gemeinsam mit der Potsdamer Schlösser- und Parklandschaft Unesco-Weltkulturerbe.

Anlässlich des diesjährigen Jubiläums hat das Kuratorium eine Festschrift mit dem Titel „St. Peter und Paul auf Nikolskoe – Ein Kirchenbau zwischen Landschaft, Frömmigkeit und Politik“ herausgegeben. Autor ist Matthias Kindler. Er hat Evangelische Theologie an der Humboldt Universität in Berlin studiert und arbeitet als Journalist.

(sn)