Am Donnerstag nahmen die Kinder "ihren" Spielplatz in Besitz. Besonders gebliebt war die Wasserpumpe. Foto: Gogol

Auf ihn mit Gebrüll: Lange ließen sich die Viertklässler der Grundschule am Stadtpark Steglitz nicht bitten und eröffneten ihren Spielplatz auf der Goebenwiese so, wie es sich gehört – indem sie sich auf die neuen Spielgeräte stürzten und testeten. Favorit war eindeutig die Wasserpumpe, die sofort umringt war.

„Der Spielplatz ist besser als ich ihnn mir vorgestellt hatte“, freute sich Jul Bent. Er war einer der Schüler, die den Spielplatz mitgeplant hatten. Denn er ist ein wirkliches Gemeinschaftsprojekt – von den Schülern, dem Kinder- und Jugendbüro (KiJuB), der Bezirksverwaltung und den Auszubildenden des Bezirks. „Das war eine Zusammenarbeit, wie wir sie uns wünschen“, freute sich Bezirksstadträtin Christa Markl-Vieto (Grüne).

Noch vor rund acht Monaten war der Spielplatz in einem furchtbaren Zustand, erinnerte sich Markl-Vieto (Grüne). Dann waren die Kinder an der Reihe, die damals noch die 3. Klasse besuchten. Moderiert vom Kinder- und Jugendbüro machten sie sich Gedanken über das Thema für den Spielplatz. Da dort Wasser eine große Rolle spielt, entschieden sie sich für das Motto „Piraten“. Dann wurden Ideen entwickelt und wieder verworfen, fotografiert und Modelle gebaut, erzählt der frühere Klassenlehrer René Sander.

Es gibt ein Piraten-Spielschiff, einen Balancierpfad, eine Gurtsteganlage, einen Piratenhafen mit Hütte, auf Federn gelagerte Schatztruhen und eine Doppelschaukel ebenfalls im Piratendesign. Auch auf kleine Details legten die Kinder wert. Und so finden sich auf dem Spielplatz Äffchen und Papageien, ein Totenkopf und Palmen. „Das KiJuB hat das wunderbar moderiert. Es hat den Kinder viel Spaß gemacht“, bedankte sich die Klassenlehrerin der 4a, Katrin Aussieher. Nur eines fehlt noch: eine Wand mit den Handabdrücken alle beteiligten Kinder.

Auch Janine Rittel vom KiJuB ließ sich die Eröffnung nicht entgehen. Es sei gar nicht so schwer gewesen, alle Interessen unter einen Hut zu kriegen. „Es war ein sehr demokratischer Prozess“, sagte sie. Dass das alles in nur acht Monaten umgesetzt werden konnte, sei „ kurz und beispielhaft“.

Weil auch die Azubis des Bezirks mit ins Boot geholt wurden, konnten die gesamten 120.000 Euro in das Material gesteckt werden. Zwar konnten nicht jeder einzelne Wunsch jedes Kindes umgesetzt werden, doch dafür hat Jul Bent Verständnis. „Jeder hatte andere Wünsche. Aber es ist nicht so viel Geld da für alles.“

Auch Christa Markl-Vieto hatte am Eröffnungstag einen Wunsch: „dass der Platz ewig hält.“

(go)