
Zum Empfang im Gutshaus Steglitz begrüßte Bezirksbürgermeister Kopp den ungarischen Botschafter Dr. József Czukor. Foto: Gogol
Seit 25 Jahren verbindet Steglitz-Zehlendorf und die ungarische Stadt Szilvásvárad ein freundschaftliches Band. Am 25. Oktober 1989 unterschrieben die beiden damaligen Bürgermeister den Städtepartnerschaftsvertrag. Anlässlich des Jubiläums weilen derzeit der stellvertretende Bürgermeister von Szilvásvárad, Attila Pap, mit einer Delegation und Bürgermeister Dr. Ferenc Papczák aus Budapest-Zugló, der zweiten ungarischen Partnerstadt, in Berlins Südwesten. Am Donnerstag empfing Bürgermeister Norbert Kopp (CDU) die Gäste sowie den ungarischen Botschafter, Dr. József Czukor, im Steglitzer Wrangelschlösschen zu einem Festakt.
Ungarn und das Jahr 1989 – da denken die meisten Deutschen an ein Datum, den 10. September. An diesem Tag öffnete Ungarn die Grenzen für die DDR-Bürger, die in der Botschaft Zuflucht gesucht hatte, zur BRD. Dies war der Auftakt zum Mauerfall. „Noch heute sind wir dem ungarischen Volk dafür dankbar“, so Kopp in seiner Rede.
Seit 1989 pflegen beide Gemeinden einen freundschaftliches Verhältnis, es finden regelmäßig Jugendaustausche und Bürgerreisen statt, 2006 gab es in Zehlendorf eine Ausstellung mit Werken ungarischer Künstler. Solch ein Austausch kann aber nur „von unten“ her funktionieren, durch persönliche Begegnungen zwischen den Menschen. Durch ein „dichtes Netz persönlicher Beziehungen“ erhielten die Globalisierung und Europa ein menschliches Antlitz, war Kopp überzeugt. „Wir haben uns viel zu sagen, wir können viel voneinander lernen“, so war seine Botschaft an diesem Tag.
Dass die Beziehungen zwischen Deutschland und Ungarn, beziehungsweise Berlin und Ungarn, schon sehr viel länger bestehen als die 25 Jahre, die man nun feiere, daran erinnerte der ungarische Botschafter in seinem Grußwort. „Deutsche und Ungarn sind gute Freunde – oftmals wissen wir gar nicht warum.“
Ungarn sei nur ein kleines Volk, doch vor 25 Jahren habe man große gehandelt. „Wir waren nicht das Objekt der Entscheidung, sondern wir haben das Zepter in die Hand genommen“. Politische Weitsicht habe der damalige Zehlendorfer Bürgermeister bewiesen, als er sich in dieser Zeit um eine Städtepartnerschaft mit Szilvásvárad bemüht habe, so Czukor. Diese Partnerschaft sei der „Rahmen für etwas, das wichtiger ist als die Diplomatie“, denn sie bringe Menschen zusammen. Und so war Czukor zuversichtlich, dass es noch viele deutsch-ungarische Städtepartnerschafts-Jubiläen geben werde.
(go)












Foto: Haus der Jugend Zehlendorf[/caption]
Jugendliche zwischen 15 und 27 Jahren können vom 19. Bis 23. Oktober an einer Fahrt nach Krakau und zu den Gedenkstätten Auschwitz und Birkenau teilnehmen. Interessierte können sich bis zum 22. Juni anmelden.
In einem gemeinsamen Projekt wollen vier Steglitz-Zehlendorfer Jugendeinrichtungen ein „starkes Zeichen für die Stärkung der Erinnerungskultur und die Förderung der Gedenkstättenpädagogik“ setzen. Vom 19. Oktober bis 23. Oktober findet eine Bildungsfahrt nach Krakau statt, bei der die Teilnehmenden die historischen Gedenkstätten Auschwitz und Birkenau besuchen sowie eine Stadtführung in Krakau erleben werden.
Zielgruppe sind Jugendliche im Alter von 15 bis 27 Jahren, die durch diese Reise nicht nur wertvolles Wissen über die Geschichte des Holocaust erlangen, sondern auch die Möglichkeit erhalten, sich aktiv mit den Themen Erinnerung, Verantwortung und Zivilcourage auseinanderzusetzen.
Geplant sind zwei Exkursionen mit fachkundigen Führungen in das Auschwitz Stammlager sowie Auschwitz-Birkenau mit der Chance auf tiefe Einblicke in die Geschichte und die Auswirkungen des Holocaust. In Krakau steht eine Stadtführung auf dem Programm, bei der die Teilnehmenden mehr über die kulturellen und historischen Hintergründe der Stadt und die jüdische Community erfahren.
Wichtig: die Anmeldefrist endet am 22. Juni. Alle Infos: