
Foto: Daniela von Treuenfels
Am Bernkastler Platz wurde der Bolzplatz saniert und Spielgeräte für Kleinkinder ergänzt.
Ein Sommernachmittag am Bernkastler Platz, es ist fast wie vor über 100 Jahren: „In glücklicher Weise ist hier eine Lust zu sehen, wie die Jugend, unbekümmert um die aufsteigende Wassersäule der Fontäne, hier ihre Schiffchen schwimmen lässt und sich munter in der Sonne spielenden Goldfischchen erfreut, wie die Kleinsten fröhlich im Sande buddeln und die Älteren ihren mannigfachen Sport treiben (Gemeindeverwaltung Berlin-Lankwitz 1914, Ortsbeschreibung und Ratgeber bei der Wahl des Wohn- und Ruhesitzes).“
Wer heute über die denkmalgeschützte Anlage spaziert, sieht sie weitgehend so wie sie 1910 angelegt und 1975 bzw 1988 rekonstruiert wurde: Im Süden steht das Parkwohnhaus, wegen seiner (nicht mehr vorhandenen) Kuppel „Käseglocke“ genannt, in dem heute die gleichnamige Jugendfreizeiteinrichtung zuhause ist. Von hier öffnet sich der Platz trapezförmig entlang der S-Bahntrasse und der Bernkastler Straße, bis er an der Bruchwitzstraße endet.

Foto: Daniela von Treuenfels
Dort im nördlichen Platzbereich haben sich im Lauf der Jahrzehnte die größten Veränderungen ergeben. Während Wege, Rosenrabatten und die Brunnenanlage mit Pergola im Wesentlichen gleich geblieben sind, kam an der Bruchwitzstraße ein Spielplatz hinzu. Zu diesem Bereich gehört auch ein Bolzplatz, der zuletzt viele Jahre gesperrt war – der Grund: mangelnde Pflege durch das Bezirksamt und letztlich Verwahrlosung.
Nun ist hier wieder Leben. Auf dem frischen Belag wird gekickt, außerhalb der Einzäunung freuen sich die jüngeren Kinder über alte und neue Spielgeräte. Die 300.000 Euro, die in den vergangenen Monaten hier verbaut wurden, scheinen sich gelohnt zu haben: Der Bolzplatz erhielt einen neuen Fallschutzbelag sowie neue Fußballtore und eine Streetballanlage. Die Zugänge wurden barrierefrei ausgebaut. Auf dem Spielplatz warten nun neben dem bestehenden Kletterkubus ein Hüpfkissen, ein Drehteller und ein Sandbagger auf aktive Kinder. Im oberen Teil der Anlage lädt ein neuer Balancierbalken zum Spielen und Ausprobieren ein.
Doch trotz der Wärme bleibt bei unserem Besuch die Brunnenanlage unbeachtet. Keine Schiffchen, keine Goldfischchen. Die Familien flüchten sich auf den schattigen Spielplatz, wo die Kinder ganz offensichtlich ihren Spaß haben.
Daniela von Treuenfels
Spielplätze in Steglitz-Zehlendorf: unsere Übersicht mit zusätzlichen Informationen, erstellt von John Mark Shorack
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Foto: Daniela von Treuenfels[/caption]
Damit auch alles glatt läuft für die Radfahrer, wurde jetzt das Kopfsteinpflaster abgefräst.
Vor gut einem halben Jahr wurde auf dem Tietzenweg zwischen Unter den Eichen und Gardeschützenweg die Fahrradstraße fertiggestellt. Hier haben Radfahrer Vorrang, Kraftfahrzeuge werden als Anlieger weiterhin zugelassen. Radfahrerinnen und Radfahrer dürfen nebeneinander fahren, für alle gilt die Geschwindigkeitsbeschränkung auf maximal 30 km/h. Ausnahmen gelten für Müllfahrzeuge, Rettungswagen sowie für Polizei und Feuerwehr.
Eine Weiterführung der Vorrangstraße für Radfahrer ist ab dem Gardeschützenweg perspektivisch bis zum Hindenburgdamm vorgesehen. Damit Radfahrer in Richtung Augustastraße weiter komfortabel unterwegs sein können, wird derzeit das Kopfsteinpflaster geglättet. Zunächst hat sich die große Maschine durch den Tietzenweg zwischen Gardeschützenweg und Viktoriastraße gescheppert. Derzeit wird das nächste Teilstück bis zur Augustastraße fertiggestellt.
Im Zuge dessen wird die Kreuzung Tietzenweg/Sophienstraße/Viktoriastraße asphaltiert und barrierefrei ausgebaut. Gehwegvorstreckungen sollen die Wegebeziehungen verbessern und Übergänge sicherer machen.
Die Kosten für die bisherigen Maßnahmen liegen bei rund 800.000 Euro. Nach Angaben des zuständigen Stadtrats Urban Aykal (Grüne) wurden für den ersten Abschnitt 155.000 Euro ausgegeben. Für den zweiten Teil werden insgesamt 650.000 Euro fällig, davon alleine 300.000 Euro für das Abfräsen des Pflasters.
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Frisch gefrästes Kopfsteinpflaster: eben und mit kleinen Rillen. | Foto: Daniela von Treuenfels[/caption]
In einem dritten Abschnitt soll im nächsten Jahr der dritte Bauabschnitt bis zum Hindenburgdamm fertiggestellt werden. Das Ziel ist es, so Stadtrat Aykal, „eine sichere Radverbindung von Lankwitz und Lichterfelde zur FU und zur City West zu schaffen“. Auch vor dem Hintergrund, dass an der Drakestraße aufgrund der geringen Breite kein Radweg angelegt werden könne, sei das „sehr wichtig“.
Als Urban Aykal die Ideen im Juni vergangenen Jahres erstmals im Rahmen des Runden Tisches vorstellte, sprach er von einem „Campus Lichterfelde West“. Gemeint sind verkehrliche Maßnahmen für die dortigen 10 Schulen und zahlreichen Kitas mit ihren rund 10.000 Kindern und Jugendlichen.
Der Tietzenweg, der Teil des Berliner