Seit Mitte Juni dieses Jahres stehen die drei fünf Meter hohen Lärmschutzwände auf bezirkseigenem Gelände entlang der Marshallstraße und des Tom-Sawyer-Wegs in Berlin-Dahlem. Die Errichtungskosten betragen rund 350.000 Euro. Errichtet wurde der Lärmschutz von dem Investor Stofanel, der damit die wahrscheinlich finanzstarken und eventuell klagewütigen Mieter des „Fünf Morgen Dahlem Urban Village“ auf der Truman Plaza bewahren will. Wovor? Vor dem möglichen Lärm der Skater-Anlage des gegenüber und seit 15 Jahren in Betrieb befindlichen Jugendfreizeitheims in der Marshallstraße, das stets zu geregelten Zeiten, nämlich von 15 bis 20 Uhr, für Kinder und Jugendliche unter Betreuung geöffnet ist und als Freizeit- und nicht Sporteinrichtung gilt.

Christiane Zander, Mitbegründerin des Aktionsbündnisses, will, dass die Lärmschutzwände verschwinden. Foto: Bavandi
Am Donnerstagabend lud Frontfrau und Mitbegründerin Christiane Zander vom „Aktionsbündis gegen Lärmschutzwände in Dahlem“ zur Bündnis-Informationsveranstaltung ins Jugendfreizeitheim an die Marshallstraße ein. Die Vereinigung möchte einen Einwohnerantrag in der Bezirksverordnetenversammlung (BVV) Steglitz-Zehlendorf einbringen, um die Entfernung der fertigstellten Schutzwände mit bereits gesetzter Begrünung und Kletterwand und die Sicherheit der Skaternlage zu erreichen. Aber nicht nur das. „Wenn dieser Antrag durch ist, sollten wir uns eigentlich umbenennen“, sagt die Bündnis-Frontfrau Christiane Zander, die zu diesem Informationsabend alleine gekommen war und sich Bezirksvertretern, der Presse und nur knapp einer Hand voll interessierten Bürgern gestellt hatte. Denn im Zuge der Recherche um die Lärmschutzwand in Dahlem ist der zehn Mann und Frau starke Kern des Bündnisses auf mehrere Lärmschutzwand-Projekte in ganz Deutschland gestoßen. Die Bebauung werde grundsätzlich immer dichter, daher stelle sich das Bündnis auch die Frage, wie weiterhin mit Kinder- und Jugendlärm umgegangen werde. „Immer mehr Anwohner klagen gegen Lärm von Sport- und Freizeitplätzen, und die Toleranz gegenüber spielenden Kindern und Jugendlichen auf öffentlichen Flächen wird geringer“, so Zauder.

Auf der Innenseite einer Lärmschutzwand wurde eine Kletterwand errichtet, Pflanzen sind bereits gesetzt. Foto: Bavandi
Der nun im Visier des Einwohnerantrages stehende „Mauerpark“ ist das geistige Projekt der Firma Stofanel und der Bezirksvertretung. In einem städtebaulichen Vertrag ist das Projekt geregelt, doch der Bebauungsplan für das Fünf Morgen Dahlem Urban Village befindet sich noch in Schwebe, die Baugenehmigung wurde zuvor bereits erteilt. Das Aktionsbündnis möchte daher in ihrem Antrag, der mindestens 1.000 Unterschriften zum Einbringen in die BVV vorsieht, beantragen, die Lärmschutzwand zu entfernen und das Jugendfreizeitheim und seine Außenanlage in einen eigenen Bebauungsplan aufzunehmen beziehungsweise den Bebauungsplan Truman Plaza, um diese traditionelle Einrichtung zu erweitern. Um in erster Linie Jugendlichen einen bedeutenden und wichtigen Platz und vor allem die Skater-Anlage zu erhalten. „Wichtig ist uns, den gesamten Komplex zu schützen, das Jugendfreizeitheim und die Außenlage sollen in ihrem Betrieb und Bestand gesichert sein. Wir brauchen diesen Platz und seine Sicherheit“, fordern die Frontfrau und ihre MitstreiterInnen.
„In Anbetracht der Tatsache, dass es diese Wände gibt, halte ich es für Quatsch, nun ein Bündnis gegen sie zu gründen“, sagt Christa Markl-Vieto (Bündnis 90/Die Grünen), in deren Wirkungsbereich als Bezirksstadträtin für Jugend, Gesundheit, Umwelt und Tiefbau diese Einrichtung fällt. Man dürfe die Anliegen der Jugend nicht aus den Augen verlieren, schließlich gehe es um den Erhalt und die Bestandssicherheit der Freizeiteinrichtung und seiner Außenlage und die mögliche Abwehr von Lärmklagen. „Wir können nicht warten, bis das Kind in den Brunnen fällt“, gibt Maren Schellenberg (Bündnis 90/Die Grünen) zu bedenken. Sie schlägt vor, den Einwohnerantrag zu teilen, einerseits könne die Entfernung der Lärmschutzwand darin festgemacht werden, andererseits die Sicherung der Jugendfreizeitstätte verlangt werden. Diese Idee und den Ansatz möglicherweise in den Antrag einzubauen, hält Bündnis-Frontfrau Christiane Zauder für diskussionswürdig.
Der Einwohnerantrag des Aktionsbündnisses ist unter http://laermschutzwanddahlem.wordpress.com/ zu finden.
(MiBa)













Foto: Haus der Jugend Zehlendorf[/caption]
Jugendliche zwischen 15 und 27 Jahren können vom 19. Bis 23. Oktober an einer Fahrt nach Krakau und zu den Gedenkstätten Auschwitz und Birkenau teilnehmen. Interessierte können sich bis zum 22. Juni anmelden.
In einem gemeinsamen Projekt wollen vier Steglitz-Zehlendorfer Jugendeinrichtungen ein „starkes Zeichen für die Stärkung der Erinnerungskultur und die Förderung der Gedenkstättenpädagogik“ setzen. Vom 19. Oktober bis 23. Oktober findet eine Bildungsfahrt nach Krakau statt, bei der die Teilnehmenden die historischen Gedenkstätten Auschwitz und Birkenau besuchen sowie eine Stadtführung in Krakau erleben werden.
Zielgruppe sind Jugendliche im Alter von 15 bis 27 Jahren, die durch diese Reise nicht nur wertvolles Wissen über die Geschichte des Holocaust erlangen, sondern auch die Möglichkeit erhalten, sich aktiv mit den Themen Erinnerung, Verantwortung und Zivilcourage auseinanderzusetzen.
Geplant sind zwei Exkursionen mit fachkundigen Führungen in das Auschwitz Stammlager sowie Auschwitz-Birkenau mit der Chance auf tiefe Einblicke in die Geschichte und die Auswirkungen des Holocaust. In Krakau steht eine Stadtführung auf dem Programm, bei der die Teilnehmenden mehr über die kulturellen und historischen Hintergründe der Stadt und die jüdische Community erfahren.
Wichtig: die Anmeldefrist endet am 22. Juni. Alle Infos: