
Begeistert von seinem Job: Ralf Lehmann-Tag (rechts) mit seinem Vorgesetzten, dem Bezirksstadtrat Michael Karnetzki. Foto: Gogol
Wenn Ralf Lehmann-Tag anfängt über seinen Beruf zu reden, dann ziehen sich seine Mundwinkel nach oben und seine Augen beginnen zu leuchten. Sofort fängt er an zu erzählen, was Radfahrer dürfen und was nicht. Er hat den entsprechenden Paragrafen der Straßenverkehrsordnung parat und das richtige Verkehrszeichen. Und so hätte das Bezirksamt Steglitz-Zehlendorf wohl keinen besseren finden können als Leiter der Unteren Straßenverkehrsbehörde. „Ich mache die Arbeit sehr gerne. Ich kann mir keine andere wünschen“, sagt der 44-Jährige.
Doch nicht nur mit seiner Leidenschaft überzeugte Lehmann-Tag beim Auswahlverfahren seinen neuen Vorgesetzten, dem Bezirksstadtrat Michael Karnetzki (SPD), sondern vor allem durch ein großen Fachwissen und bewies dies auch schon im Ausschuss für Verkehr und Ordnung.
Von der Polizei ins Bezirksamt
Gelernt hat der geborene Spandauer im Dezernat Straßenverkehr der Polizei am Platz der Luftbrücke, dort wo heute die Verkehrslenkung Berlin (VLB) ihren Sitz hat. Nach der Ausbildung war er für verschiedene Bezirke zuständig, unter anderem auch für Steglitz-Zehlendorf. Er erinnere sich da an noch „einige nette, rege Bürger“, sagt Lehmann-Tag, die auch heute noch aktiv sind.
Nach der Wende war Lehmann-Tag für das Wegweisungskonzept in Gesamtberlin zuständig, als dann die Ordnungsämter gegründet wurden, ging er nach Pankow, fand sich plötzlich im Tiefbauamt in Weißensee wieder. Jeden Tag pendelte er von Spandau aus – „und ich hatte damals noch keinen Führerschein“, erinnert sich Lehmann-Tag. „Ich bin 36 Jahre lang Fahrrad, Bus und Bahn gefahren, dadurch bekommt man eine andere Sicht auf den Verkehr“, ist er überzeugt. Zuletzt stellvertretender Leiter der Verkehrsbehörde in Pankow ist er seit 1. März nun in Steglitz-Zehlendorf. „Es ist ein schönes Arbeiten hier“, sagt Lehmann-Tag, der mittlerweile auch „im Süden“ wohnt, in Blankenfelde.
„Jeder Bezirk hat seine Besonderheiten“, weiß Lehmann-Tag. Gut zum Beispiel ist, dass Steglitz-Zehlendorf einer von vier Bezirken ist, in der die Umweltzone nicht gilt, darum muss er sich nicht kümmern. Doch es gebe genug andere Themen. „Steglitz-Zehlendorf ist ein Transitbezirk“, so Karnetzi, das heißt, viele Pendler fahren durch den Bezirk, um nach Berlin zu kommen oder die Stadt zu verlassen. Viele Berufspendler wollten sich bei ihrer Umweltkarte den C-Bereich sparen und fahren mit dem Auto zu den Bahnhöfen Wannsee, Mexikoplatz und Nikolassee, um dann in die S-Bahn umzusteigen, berichten Lehmann-Tag und Karnetzki. Da müssen Regelungen fürs Parken gefunden werden. Zudem sei Steglitz-Zehlendorf ein großer Flächenbezirk. Die Menschen nutzten dort viel häufiger das Auto als etwa in Mitte.
„Radfahrer gehören auf die Straße“
Doch gleich ist wohl in allen Bezirken das Abwägen der unterschiedlichen Interessen von Autofahrer, Radfahrer und Fußgänger. Obwohl die Umsetzung der Berliner Radfahrstrategie in Steglitz-Zehlendorf eine der wichtigsten Aufgaben Lehmann-Tags ist. Von der ist er auch selbst überzeugt. „Radfahrer gehören auf die Fahrbahn“, sagt er, „denn nur wer sich sieht, fährt sich nicht um.“ Auch die Öffnung der Einbahnstraßen für Radfahrer gehört zu seinen Aufgaben. In den vergangenen sechs Wochen hat er dafür schon zwei Anordnungen gegeben, eine dritte sei in Bearbeitung, so der Blankenfelder. Zudem hat er einen Fußgängerüberweg an der Basler Straße angeordnet. „Das sind die schönen Früchte meiner Arbeit. Man schiebt nicht Papier von links nach rechts, sondern man sieht vor Ort die Verbesserungen.“
Vor allem wenn es um den Schutz von Schülern geht, wird er gerne aktiv. Die nächste Schule, bei der man die Verkehrssituation überprüfen will, ist die Kronach-Schule. Dort herrscht das gleiche Problem wie an vielen anderen Schulen im Bezirk: „Die Eltern wollen ihre Kinder möglichst mit dem Auto ins Klassenzimmer fahren“, so der Bezirksstadtrat. Und schafften dadurch die Verkehrsprobleme vor den Schulen, die sie selbst beklagen.
Zuständig ist die Untere Verkehrsbehörde des Bezirks für das Nebenstraßennetz und den ruhenden Verkehr auf den Hauptstraßen. Für das Hauptstraßennetz ist die VLB verantwortlich. Bei Fragen und Anliegen zu den Straßen sei er aber der erste Ansprechpartner für die Bürger, so Lehmann-Tag, der es dann an die zuständigen Abteilungen weiterleitet. Unter der Telefonnummer (030) 9 02 99 46 40 oder per Fax an die Nummer (030) 9 02 99 46 50 können sich die Einwohner an ihn wenden. Typische Probleme, die an ihn herangetragen werden seien Fragen zu Grundstückszufahrten, Geschwindigkeitsüberschreitungen, Schulwegsicherheit und Lkw in der Wohnstraße.
(go)












Foto: Haus der Jugend Zehlendorf[/caption]
Jugendliche zwischen 15 und 27 Jahren können vom 19. Bis 23. Oktober an einer Fahrt nach Krakau und zu den Gedenkstätten Auschwitz und Birkenau teilnehmen. Interessierte können sich bis zum 22. Juni anmelden.
In einem gemeinsamen Projekt wollen vier Steglitz-Zehlendorfer Jugendeinrichtungen ein „starkes Zeichen für die Stärkung der Erinnerungskultur und die Förderung der Gedenkstättenpädagogik“ setzen. Vom 19. Oktober bis 23. Oktober findet eine Bildungsfahrt nach Krakau statt, bei der die Teilnehmenden die historischen Gedenkstätten Auschwitz und Birkenau besuchen sowie eine Stadtführung in Krakau erleben werden.
Zielgruppe sind Jugendliche im Alter von 15 bis 27 Jahren, die durch diese Reise nicht nur wertvolles Wissen über die Geschichte des Holocaust erlangen, sondern auch die Möglichkeit erhalten, sich aktiv mit den Themen Erinnerung, Verantwortung und Zivilcourage auseinanderzusetzen.
Geplant sind zwei Exkursionen mit fachkundigen Führungen in das Auschwitz Stammlager sowie Auschwitz-Birkenau mit der Chance auf tiefe Einblicke in die Geschichte und die Auswirkungen des Holocaust. In Krakau steht eine Stadtführung auf dem Programm, bei der die Teilnehmenden mehr über die kulturellen und historischen Hintergründe der Stadt und die jüdische Community erfahren.
Wichtig: die Anmeldefrist endet am 22. Juni. Alle Infos: