
Aus dem Spreewald nach Lankwitz: Pfarrer Christian Popp ist der neue Pfarrer der Dreifaltigkeitsgemeinde. Foto: Gogol
Gleich zwei gute Gründe hatten die Kirchengemeinden in Lankwitz, um gemeinsam zu feiern. Zum einen begründeten sie am 6. Januar offiziell ihren neuen Pfarrsprengel, zum anderen begrüßten sie gleichzeitig Christian Popp als neuen Pfarrer der Dreifaltigkeitsgemeinde.
Zum Pfarrsprengel haben sich die vier evangelischen Lankwitzer Gemeinden – Dreifaltigkeit, Paul Schneider, Dietrich Bonhoeffer und Dorfkirche – zusammengeschlossen, um noch enger zusammenzuarbeiten, so Pfarrerin Elisabeth Schaller. Damit trägt man dem Trend Rechnung, dass die Zahl der Gläubigen weiter sinkt. Und schwindende Mitgliederzahlen heiße eben auch schwindende finanzielle Mittel. Um die möglichst wirksam einzusetzen, muss man zusammenarbeiten.
Das wurde in den vergangenen Jahren schon geprobt. So arbeiteten die Dreifaltigkeits- und die Bonhoeffer-Gemeinde eng zusammen, es gab Kooperationen bei der Kirchenmusik und der Jugendarbeit, es erscheint die gemeinsame Kirchenzeitung „Kirchenfenster“ und es gibt eine zentrale Küsterei. Auch für die Pfarrer, die nun im gesamten Sprengel zuständig sind, gebe es Vorteile, so Schaller, deren Vision es ist, dass die Pfarrer sich auf bestimmte Schwerpunkte in der kirchlichen Arbeit konzentrieren können und nicht mehr jeder alles können muss. Auch die Vertretung bei Urlaub und im Krankheitsfall könne so viel einfacher geregelt werden. Schaller weiß aber auch, dass der Zusammenschluss bei einigen Gemeindegliedern Ängste hervorrief. Etwa nicht mehr zu wissen, welcher Pfarrer denn jetzt zuständig ist. Doch da beruhigt Schaller. Niemand muss auf seinen vertrauten Pfarrer verzichten.
Vom Spreewald nach Lankwitz
Die Sprengelbildung und die neuen Strukturen waren es auch, die Christian Popp veranlasste, sich auf die Pfarrstelle in der Dreifaltigkeitsgemeinde zu bewerben. Mit diesem Thema habe er sich bereits ins einem alten Kirchenkreis Cottbus befasst, erzählt er. Ein weiterer Grund war die Arbeit mit Menschen zwischen 30 und 50 Jahren, die er stärken soll. Das sei das Alter, in dem die wichtigsten Dinge im Leben passieren – Familiengründung, Beruf und Karriere – gerade deshalb seien diese Altersgruppen schwer zu erreichen, weiß Popp aus Erfahrung. Dort will er deshalb einen Schwerpunkt seiner Arbeit legen. Ein weiterer sollen die Senioren sein.
Bevor Popp Anfang Januar sein Amt in Lankwitz antrat, hatte er 14 Jahre lang in Burg im Spreewald gearbeitet. Nachdem im vergangenen Jahr auch das jüngste seiner drei Kinder das Abitur in der Tasche und das Haus verlassen hatte, war das für den 56-Jährigen ein guter Zeitpunkt, um noch einmal neu zu beginnen. Geografisch sei er nicht festgelegt gewesen, aber die Stellenausschreibung aus Lankwitz habe ihn angesprochen. „Das hatte viel mit meinen eigenen Neigungen und Interessen zu tun“, so Popp. Der kommt ursprünglich aus Potsdam, lebte aber seit 1986 in der Niederlausitz. „Für mich ist das ein Neubeginn“, sagt Popp, keine Rückkehr, auch wenn ihm der Dialekt hier sehr vertraut ist. Popps Frau arbeitet als Psychologin zunächst noch weiterhin in Cottbus und pendelt jeden Tag.
Von der Kirchengemeinden sei er mit offenen Armen begrüßt worden, sagt Popp. Man habe ihm das Gefühl gegeben, dass er in eine Team komme, in dem ein Platz frei ist, den er gut ausfüllen könne. Die Menschen hier seien aufgeschlossen, und das Interesse, das ihm entgegengebracht werde, sei wohltuend.
Auch die Dreifaltigkeitskirche sei hoch interessant. Trotz ihrer 110-jährigen Geschichte habe sie viele moderne Elemente, findet Popp. Sie sei über die Jahre immer wieder den zeitlichen Bedingungen angepasst worden. „Das bringt Lebendigkeit in das Gebäude“, findet der Neu-Lankwitzer. Trotzdem vermisse er ein wenig seine alte Kirche, vor allem aber die Menschen in Burg. „Durch die Arbeit kommt man den Menschen sehr nahe“, erklärt Popp. Man ist bei Taufen dabei, bei Hochzeiten aber auch bei Beisetzungen, spricht mit den Menschen, teilt ihre Freuden und Sorgen. Das alles schaffe eine starken persönlichen Kontakt. „Die Bindungen behält man.“
Seine neue Heimat und seinen neuen Wirkungskreis muss Popp erst noch erkunden. Zwar habe er sich die Straßen auf der Karte schon angeschaut, aber, um sich auf das Fahrrad zu schwingen, um die Umgebung „auch physisch zu erfahren“, dazu sei er noch nicht gekommen. „Dazu bin ich hier zu sehr erwartet worden“.
(go)












Foto: Daniela von Treuenfels[/caption]
hoffentlich ist er ein Seelsorger.Und betet nicht alle Ungerechtigkeiten der Welt, von Nicaragua bis Südafrika, herunter.