Nachdem der Baum gepflanzt war, wurde er ordentlich gegossen, auch von Jürgen Vetter (links) und Bezirksstadträtin christa Markl-Vieto (rechts). Fotos: Gogol

Standesgemäß mit Kutsche kamen die Protagonisten zur Pflanzung von zehn Eichenbäumen auf dem Mittelstreifen der Potsdamer Straße am Dienstagnachmittag. Eingeladen hatte dazu die Initiative Berliner Eichentor.

Die Initiative wurde von zwei Menschen begründet: Jürgen Vetter und Ana Kunst-Baur, die sich sehr darüber freuten, dass nun mit Hilfe des Grünflächenamtes Steglitz-Zehlendorf und mit Unterstützung von Sponsoren die ersten zehn Bäume zwischen Düppelstraße und Busseallee gepflanzt werden konnten. Eigentlich sollte dies schon im Frühjahr geschehen, so Vetter, doch da sei die Vegetation zu weit fortgeschritten gewesen.

Insgesamt fehlen 140 Bäume auf dem rund zehn Kilometer langen Gartendenkmal, das von Potsdamer Chaussee, Berliner Straße bis Unter den Eichen reicht. Steglitz-Zehlendorf habe viele Bäume zu pflegen, aber zu wenig finanzielle Mittel – „da ist die Allee zu kurz gekommen“, bedauerte Vetter, der eigentlich von der Rheinstraße-Initiative kommt. „Der Standort ist im Grunde scheußlich“, spielt Vetter auf den Verkehr an, der links und rechts des Gartendenkmals vorbei rauscht. Denn eigentlich sei dies eine „wunderschöne Allee“, die man mit dieser Aktion den Leuten wieder ins Gedächtnis rufen möchte.

Viele ausländische Besucher seien von der Stadt Berlin begeistert, weil sie so grün sei. Auch ihr sei es damals so gegangen, als sie das erste Mal über die Potsdamer Chaussee nach Berlin gekommen sei, erinnerte sich Kunst-Baur. „Ich dachte ich fahre in einen Park und nicht in eine Millionenstadt“, so die Initiatorin in ihrer Rede.

Per Pferdekutsche kam auch Ana Kunst-Baur (auf dem Wagen links) zur Pflanzung.

Bezirksstadträtin Christa Markl-Vieto (Grüne) dankte Kunst-Baur und Vetter für das „lebendig machen dieses Denkmals“. Sie sei froh, in Steglitz-Zehlendorf zu leben und Stadträtin zu sein, wo es viele solcher schönen Orte gebe. Allerdings wirke solch ein Denkmal nur, „wenn das Drumherum stimmt“. Und so versprach die Bezirksstadträtin, dass die Waschanlage an der Straße ein „Ausrutscher“ gewesen sei und sich alle Fraktionen in der Bezirksverordnetenversammlung einig wären, dass dort keine Industrie angesiedelt werden.

Dass die Strecke in der Vergangenheit „arg malträtiert wurde“, daran erinnerte Architekturhistoriker Dr. Peter Lemburg in seiner kleine Rede und verwies auf die Unterführung an der Drakestraße. Er habe sich städtebaugeschichtlich mit der Straße beschäftigt und wohne auch in der Nähe, so dass er auf die Initiative aufmerksam wurde, berichtete er und warf  einen kurzen Blick auf die Geschichte jener Straße, an der einst ursprünglich Pappeln und keine Eichen standen.

Dann aber sollten den Worten Taten folge: Gemeinsam wurde die erste der zehn Eichen gepflanzt und gewässert. Im extra aufgestellten Zelt freute sich Kunstbauer dann auch schon über die ersten Spenden für Eiche Nummer elf.

(go)