Die Peter-Lenné-Schule in Zehlendorf – eine Schule, an der Nachhaltigkeit gelebt wird

Foto von Susanne Jäger, Peter-Lenné-Schule

 

Selbst alteingesessene Zehlendorfer*innen wissen oft nicht, dass das schöne Gelände am Hartmannsweilerweg 29 eine Schule beherbergt, nämlich die Peter-Lenné-Schule, das Oberstufenzentrum für Natur und Umwelt.

Unsere Schule mit ihren Fachrichtungen Gartenbau, Floristik, Tierpflege, Forstwirtschaft und Umweltschutztechnik ist Deutschlands größte Agrarschule, die im Jahr 1903 gegründet wurde. Ihre Wurzeln reichen jedoch bis zu der 1823 vom Namenspatron Peter Lenné begründeten Königlichen Gärtner-Lehranstalt.

Wenn man das 14.000 m² große Freigelände am Hartmannsweilerweg 29 in Berlin-Zehlendorf betritt, fühlt man sich sofort entschleunigt. Der Schulhof lädt zum Verweilen unter einem der zahlreichen Bäume ein, das abwechslungsreiche Schulgelände mit einem thematisch gegliederten Schulgarten, Gewächshäusern, tierschutzgerechten Gehegen und Stallanlagen, Biogas- und Pflanzenkläranlage, wollen entdeckt und die zahlreichen Tiere gestreichelt oder einfach nur bestaunt werden.

An der Peter-Lenné-Schule werden 1400 Schüler*innen von 85 Lehrkräften fit für die Zukunft gemacht. Neben vielen Aus- und Weiterbildungen im grünen Bereich und allen allgemeinbildenden Abschlüssen (eBBR, MSA, Fachhochschulreife und allgemeine Hochschulreife) wird auch ein duales Studium in Kooperation mit der Beuth-Hochschule angeboten – und alles steht unter dem Motto „School for a green future“.

Die Peter-Lenné-Schule hat sich nämlich das Ziel gesetzt, eine klimaneutrale Schule zu werden und ist auf dem besten Weg dorthin. Das Schulgebäude verfügt über eine Fotovoltaikanlage zur Einspeisung des produzierten Stromes in das Netz, eine Pelletheizung zur Erzeugung der notwendigen Heizenergie für die Gebäude und ein Smart House aus größtenteils nachhaltigen Baustoffen für Versuche zur smarten Regelungs- und Elektrotechnik. Der Schulhof mit einem Baumbestand aus mehr als 50 Arten dient als Lehr- und Versuchsgarten für den praktischen Unterricht. Es gibt Themengärten mit unterschiedlichsten Pflanzkonzepten und Pflanzensortimenten für verschiedene Anforderungen. Aus einem Schülerprojekt ist das eigene Regenwassermanagementkonzept der Schule hervorgegangen, welches von Schüler*innen unserer Schule eigenverantwortlich geplant und umgesetzt wurde. Sämtliches Regenwasser verbleibt nun auf dem Grundstück und wird zur Bewässerung genutzt. Der im Zuge dieses Projekts angelegte Teich ist ein begehrter Ort für eine entspannte Pause zwischen den Unterrichtsblöcken und so manche Abschlussfeier.

Unsere umweltschutztechnischen Assistent*innen werden in unserem Bioenergielabor für regenerative Energieformen (kurz BELARE) ausgebildet. Dies ist ein so genanntes „autarkes Lehrgebäude“, gebaut in Niedrigenergiebauweise. Hier werden Untersuchungen zur Reinhaltung von Boden, Wasser und Luft gemacht. Der gesamte Wärmebedarf des Gebäudes wird über eine Luft-Wärmepumpe erzeugt, es gibt außerdem eine Fotovoltaikanlage zu Demonstrationszwecken, eine Biogasversuchsanlage zur Erzeugung und Analyse von Biogas zur Energieerzeugung und eine „Pflanzenkläranlage“ zur Reinigung des anfallenden Schmutzwassers.

Bleibt nur noch die Frage, wer sich an der Peter-Lenné-Schule anmelden sollte. Zunächst einmal jeder, der Lust auf Natur hat und die Pflichtschulzeit von zehn Jahren hinter sich hat.
Viele unserer Schüler*innen haben vorher ein Gymnasium besucht und haben sich dann dazu entschieden, ihre Fachhochschulreife oder Hochschulreife bei uns in entspannterer Atmosphäre in kleineren Klassen und mit einem Fokus auf Natur und Umwelt zu machen. Etliche unserer Abiturient*innen haben im Anschluss ein Studium im grünen Bereich aufgenommen.
Doch auch wer noch keinen Schulabschluss hat, kann diesen bei uns nachholen und wird dabei gleichzeitig fit für das Berufsleben gemacht. Idealerweise geht es danach mit einer Ausbildung weiter oder man macht noch die Fachhochschulreife oder Hochschulreife. Alles ist möglich!

Fragt man unsere Absolvent*innen, wie ihnen die Zeit an der Peter-Lenné-Schule gefallen hat, lautet die Antwort unisono, dass das verbindliche, herzliche Verhältnis zwischen Lehrkräften und Schüler*innen, die entspannte Atmosphäre und der schöne Lernort entschieden dazu beigetragen haben, dass sie wieder Lust auf Schule und Lernen bekommen haben.

Am besten, man macht sich einmal selbst vor Ort im Hartmannsweilerweg 29 in Zehlendorf ein Bild oder unter www.peter-lenne-schule.de

 

 

Franziska Freiberg, Peter-Lenné-Schule
Alle Fotos von Susanne Jäger, Peter-Lenné-Schule

 

 

 

 

 

 

 

 

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„Perspektiven der Kinder und Jugendlichen machen unsere Entscheidungen besser“

[caption id="attachment_103286" align="aligncenter" width="400"] Johanna Martens in der BVV am 22. April 2026, Rede zum Thema Kinder- und Jugendparlament | Foto: Grüne Fraktion[/caption]   Steglitz-Zehlendorf bekommt ein Kinder- und Jugendparlament. Das hat die BVV in der vergangenen Woche beschlossen. Wir dokumentieren die Rede von Johanna Martens, jugendpolitische Sprecherin der Fraktion der Grünen, im Wortlaut: Wir haben vor anderthalb Jahren einstimmig beschlossen, ein Beteiligungsgremium für Kinder und Jugendliche auf den Weg zu bringen. Seitdem ist viel passiert: Es gab einen strukturierten Beteiligungsprozess, Gespräche in Schulen, Jugendfreizeiteinrichtungen und mit Fachkräften. Und vor allem mit den jungen Menschen selbst. Wir haben uns bewusst nicht vorab auf eine Struktur für ein solches Gremium festgelegt und diese den Kindern- und Jugendlichen vorgesetzt, sondern den Beteiligungsprozess ernst genommen. Das Ergebnis dieses Prozesses war eindeutig: Die Kinder und Jugendlichen in Steglitz-Zehlendorf wollen ein Kinder- und Jugendparlament. Das Kinder- und Jugendparlament wird demokratisch gewählt, breit zusammengesetzt aus Schulen, Jugendfreizeiteinrichtungen, Vereinen und weiteren Organisationen. Es gibt klare Regelungen zur Repräsentanz und zur Einbindung verschiedener Gruppen im Bezirk. Und mit der Änderung der Geschäftsordnung integrieren wir dieses neue Gremium in unsere Arbeit in der BVV: Das Kinder- und Jugendparlament wird zu den Sitzungen eingeladen, kann eigene Anträge in die BVV einbringen und erhält eine nachvollziehbare Rückmeldung, wenn Anträge abgelehnt werden sollten. Auch Rederechte sind vorgesehen. Das sind notwendige strukturelle Veränderungen, die echte Mitwirkung ermöglichen. Warum ist das so wichtig? Weil wir damit zeigen, dass wir die Anliegen junger Menschen ernst nehmen. Weil wir damit Vertrauen in die Bezirkspolitik schaffen. Und weil wir somit ganz konkret in und mit diesem Gremium etwas gegen Politikverdrossenheit tun. Viele junge Menschen haben das Gefühl, dass Politik über sie hinweg entscheidet, sie nicht ernst nimmt. Doch wer früh erlebt, dass die eigene Stimme gehört wird und Einfluss hat, entwickelt Vertrauen in demokratische Prozesse. Mit diesem Beschluss heute können wir zeigen: Eure Perspektiven sind nicht nur willkommen – sie haben Gewicht. Gleichzeitig profitieren auch wir als Bezirksverordnete und der Bezirk selbst: Kinder und Jugendliche nehmen ihren Bezirk anders wahr als wir Erwachsene, haben oft einen anderen Blick auf ihren Alltag: auf Schulwege, Freizeitangebote oder öffentliche Räume. Sie sehen Probleme, die wir vielleicht übersehen würden und haben Ideen, auf die wir selbst nicht kommen würden. Diese Perspektiven machen unsere Entscheidungen als BVV besser. Deshalb geht es heute auch um Vertrauen: Vertrauen darin, dass junge Menschen Verantwortung übernehmen können und wollen. Und dass sie uns als Bezirkspolitik vertrauen können. Und es geht um Respekt: Respekt vor der Zeit, dem Engagement und den klaren Forderungen, die im Beteiligungsprozess formuliert worden sind. Ich möchte mich deshalb im Namen der Grünen Fraktion ausdrücklich bei allen bedanken, die daran mitgewirkt haben: bei allen Kindern und Jugendlichen, die sich eingebracht haben, bei den Einrichtungen, Fachkräften und der Verwaltung, die diesen Prozess getragen haben. Sie haben die Grundlage dafür geschaffen, dass wir heute diesen Schritt gehen können.

Johanna Martens

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