
Mit einem massiven Aufgebot am S-Bahnhof Schlachtensee im Einsatz. Jugendliche mit Bierkästen kamen selten vorbei. Foto: Gogol
War es der Regen, die Warnung im Vorfeld oder das massive Polizeiaufgebot am Schlachtensee – das Bierkastenrennen am Himmelfahrtstag jedenfalls fiel aus.
90 Beamte der Berliner und der Bundespolizei waren rund um den See im Einsatz: vor dem S-Bahnhof, an der Fischerhüttenstraße; Hundeführer und Kräfte in Zivil kontrollierten am Ufer, um zu verhindern, dass Jugendliche mit Bierkästen ans Wasser kamen. Das Grünflächenamt des Bezirks Steglitz-Zehlendorf und die Berliner Forsten hatten die Polizei um Amtshilfe gebeten, um das Rennen zu verhindern.
Dass man mit einem solchen „großen Kräfteeinsatz“ vor Ort war, erklärte Karsten Leuteritz, zuständig für Öffentlichkeitsarbeit und Prävention, mit den Vorkommnissen im vergangenen Jahr. Dort habe es massive Übergriffe auf die Beamten gegeben, Bundespolizisten seien mit Bierflaschen beworfen worden, es gab Körperverletzungen und Sachbeschädigungen. 2.000 Platzverweise hatten ausgesprochen werden müssen, berichtet Leuteritz.
In diesem Jahr aber blieb es ruhig. Nur wenige Jugendliche waren bis zur Mittagszeit zum Schlachtensee gekommen, und die seien auf Ansprache auch wieder gegangen, erklärte der Polizist. Zwischenfälle gab es keine. „Im vergangenen Jahr war es um die Zeit deutlich voller.“
Das freut natürlich die Beamten, die hoffen, ihren Einsatz möglichst früh zu beenden. „Ich hoffe, dass ich mit meiner Familie Abendbrot essen kann“, sagt Leuteritz.
Verwüstungen und Verunreinigungen waren die Folge der Bierkastenrennen in den vergangenen Jahren. „Das wollen wir nicht mehr“, sagte Andreas Constien von den Berliner Forsten. Deshalb habe man das Treiben verboten, auch um die „normalen“ Erholungssuchenden nicht zu beeinträchtigen. Das Bierkastenrennen sei eine Großveranstaltung, sagt Constantien. Die bedürfe einer Genehmigung – und die wurde weder beantragt, noch wäre sie genehmigt worden. Denn das sei keine normale Waldnutzung sondern „ein großer Klamauk, um sich zu besaufen“.
Viele der Spaziergänger und Läufer am Schlachtensee finden es gut, dass die Polizei den Lauf verhindert. Für zwei Radfahrer ist der Aufmarsch auch nicht übertrieben, wenn man bedenke, was im vergangenen Jahr alles passiert ist. „Es ist wahrscheinlich notwendig, um die Sicherheit zu gewährleisten“, sagen sie.
Johannes (acht Jahre), Jakob (zehn Jahre) und Leopold (elf Jahre) finden es auch gut, dass die Polizei aufpasst. Die Bierkastenläufer hätten immer ihren Müll und Zigaretten liegen lassen. Sie hätten alles verschmutzt, sagen die drei Jungs, die eigentlich nur Gassi gehen wollten und nun fasziniert die Polizisten beobachten.
Ein Gruppe junger Männer sieht das anders. Für sie ist der Polizeiaufmarsch total übertrieben. Das Rennen sei ein Tradition, er sei früher selbst mitgelaufen, auch sein Vater schon, erzählt einer von ihnen. Es sei eine Gaudi – und die sollte doch einmal im Jahr erlaubt sein.
(go)












Im Forum Steglitz kommt der Hotdog aus der Maschine. | Foto: Daniela von Treuenfels[/caption]
Im Forum Steglitz kommen jetzt heiße Würstchen im Brötchen aus einem Automaten. Auf Wunsch mit Senf, Gurke und Zwiebeln.
Es gibt zwei gute Nachrichten. Erstens müssen Freunde fragwürdiger Masse im Kunstdarm, nicht mehr zu Ikea fahren, sollte der Heißhunger wieder einmal zu groß werden. Ein Ausflug in die Schloßstraße reicht aus.
Dort gibt es, zweitens, den Hotdog aus der Maschine. Im Forum Steglitz steht seit einigen Tagen „grabbzy“ des Unternehmens MeiCook. Der Roboter baut den Snack jederzeit auf Knopfdruck vollautomatisch zusammen.
[caption id="attachment_104371" align="aligncenter" width="300"]
Neuheit im Shoppingcenter: Den Hotdog-Roboter kann man jederzeit bei der Arbeit beobachten. | Foto: Daniela von Treuenfels[/caption]
Das geht erstaunlich geräuschlos, und man kann dabei zugucken. Zuerst plumpst eine Pappschale mit Wurst und Brötchen in die nächste Fabrikationsstufe: die obere Plastikfolie wird entfernt. Dann befördert die Maschine das Schälchen in die Aufwärmzone. Nach einigen Sekunden flutscht das ganze wieder raus, und die Wurst erhält ihr Topping, welches bei der Bestellung gewünscht wurde: Senf, Ketchup, Gurke und Zwiebeln.
Die beiden Damen, die wir bei der Order beobachten durften, sind zufrieden: schmeckt gut, sagen sie, und es sei sogar richtig heiß. Mit Senf und Zwiebeln kostet die Mahlzeit 2,90 Euro.
[caption id="attachment_104373" align="aligncenter" width="300"]
Auswählen und bezahlen - alles andere macht der Roboter. | Foto: Daniela von Treuenfels[/caption]
Das Berliner Unternehmen MeiCook hat den Roboter über einen Zeitraum von rund acht Jahren entwickelt, wie das Centermanagement in einer Mitteilung erklärt. Das Team habe gemeinsam mit einer Berliner Fabrik die Technologie entwickelt und investierte nach eigenen Angaben mehr als eine Million Euro in das Projekt „grabbzy“. Rund 350.000 Euro davon stammen aus nicht rückzahlbaren staatlichen Fördermitteln. Die dabei entwickelten Technologien sind nach Angaben des Unternehmens patentiert. Produziert und weiterentwickelt wird in Tempelhof-Schöneberg.
Das fertige Produkt: maschinell zusammengeschraubter heißer Hund. | Foto: Daniela von Treuenfels[/caption]
Die Stadtrand-Nachrichten finanzieren sich durch Spenden ihrer Leserinnen und Leser.
Wenn es Ihnen hier gefällt, Sie etwas Spannendes entdeckt oder etwas Neues gelernt haben, können Sie uns via Paypal ein Trinkgeld dalassen.
Herzlichen Dank!