Sportangebote, Nachhilfe, eine Medienwerkstatt, in der T-Shirts selbst entworfen und gedruckt werden, Computerkurse zur Fotobearbeitung und Angebote zur Zukunftsorientierung – die erste Ideenwerkstatt des Mittelhof e.V., wie man junge Menschen für das Ehrenamt gewinnen kann, brachte zahlreiche Ideen für Angebote. Die wichtigste Erkenntnis des fast vierstündigen Austausches aber lautete: Netzwerke schaffen.
Es war das erste Mal, dass der Mittelhof e.V. zu so einer Werkstatt eingeladen hatte. Denn die Erfahrung zeige, wie die Moderatorin des Nachmittags, Sabine Herrmann, erklärte, dass es vor allem Menschen ab 60 Jahren seien, die sich ehrenamtlich engagieren. Das sei toll, ohne Frage. Doch gerade wenn es um die Arbeit mit Kindern und Jugendlichen gehe, wünsche man sich mehr Engagement auch von jungen Menschen. „Die jungen Leute denken anders, sie sind noch viel näher dran an den Kindern und Jugendlichen.“
Netzwerke gesucht
Man werde bombardiert mit Angeboten, die Zeit fehle, man müsse als Student oft nebenbei noch Geld verdienen – die acht jungen Menschen, die am Montagabend ins Phoenix gekommen waren, nannten einige Gründe, die davon abhalten, sich ehrenamtlich zu betätigen. Und manchmal habe man das Gefühl, dass man nicht gewollt oder gebraucht werde, erzählte einer in der Runde, der kostenlos Nachhilfe anbietet. Es müsste ein Netzwerk geben, in dem er – nach eigenen Worten bisheriger Einzelkämpfer – sich einbringen könne und das gleichzeitig für Qualität stehe, um gegen die vielen kostenpflichtigen Angebote bestehen zu können. Für den Bereich Nachhilfe verwies Katharina Kloß vom Mittelhof auf das Projekt „fee“ des Vereins für den Bezirk Steglitz-Zehlendorf. Das vermittelt Freiwillige an Schulen. Herrmann, die selbst Schulleiterin ist, betonte, wie viel Arbeit das den Schulen abnehme, weil man sich nicht mit jedem einzelnen Bewerber auseinandersetzen müsse. Zudem verwies sie auf die Stadtteilzentren, die es in jedem Bezirk gebe. An die könne man sich wenden, wenn es darum ginge, sich ehrenamtlich engagieren zu wollen. Und man müsse nicht immer ein eigenes Projekt initiieren, sondern könne auch vorhandene unterstützen.
Wichtig aber sei es, junge Menschen für eine freiwillige Tätigkeit zu gewinnen. Auch da gab es Ideen, zum Beispiel über Börsen, dass das Thema Ehrenamt in den Unterricht integriert wird, dass „echte Menschen“ ihre Projekte vorstellen. Das sei effektiver als nur Flyer zu verteilen.
Zukunftsorientierung für Jugendliche
Von den vielen Ideen, die an diesem Nachmittag gesammelt wurden, war Herrmann ganz begeistert. „Das Ergebnis ist beeindruckend und vielfältig“. Besonders angetan hatte es ihr die Idee eine Zukunftsberatung für Jugendliche, denn so etwas gebe es bisher noch nicht. Lange hatte die Gruppe darüber diskutiert, wie wenig die Berufsberatung der Arbeitsagentur bringe. Dem wollte man etwas entgegenstellen. Fast jeder in der Runde kannte Kommilitonen und Freunde, die nicht wissen, warum sie ein bestimmtes Fach studieren oder eine Ausbildung machen, weil sie sich vorher darüber nie so wirklich Gedanken gemacht hätten. Mit einer Zukunftsberatung wolle man die Jugendlichen dazu bringen, sich mit der Frage auseinanderzusetzen, was sie einmal beruflich machen wollen und wie sie das erreichen können.
Schon allein wegen solcher Ideen war der Abend für Herrmann „super erfolgreich“, und das, obwohl nur ein kleiner Teil der Teilnehmer gekommen war, der sich angemeldet hatte, wie die vielen ungenutzten Namensschilder bewiesen. Doch habe sich die kleine Gruppe als Vorteil erwiesen, man sei viel schneller in die Diskussion eingestiegen, freute sich Herrmann, die eine Aufbruchstimmung wahrgenommen und bei den jungen Leuten das Gefühl hatte, dass die daran interessiert seien, weiterzumachen.
Lust aufs Ehrenamt
Theresa Dulon war eine von ihnen. Im vergangenen Jahr hatte sie ihr Abitur gemacht und war anschließend für zwölf Monat für einen Freiwilligendienst nach Georgien gegangen. „Nach meine Rückkehr hatte ich Lust, mich weiter ehrenamtlich zu betätigen“, erzählte sie. Dann traf sie Katharina Kloß, die ihr von der Ideenwerkstatt erzählte. Nach der Diskussion merkte man ihr immer noch den Enthusiasmus an. „Es motiviert, wenn man sieht, dass es Leute gibt, die die gleichen Interessen haben“, sagte sie. Und sie habe Anregungen bekommen für ein eigenes Ehrenamt. Sie würde gern andere junge Menschen motivieren, den gleichen Schritt zu gehen wie sie, sie ein Jahr lang zu engagieren ohne an sich zu denken. Dass dies so wenige junge Menschen in Deutschland tun, liege an einem „Zeit- und Egoismusproblem“, denkt sie. Und dem gesellschaftlichen Druck, sich schnell orientieren zu müssen, etwas Vernünftiges“ mit seinem Leben zu machen, erzählte Dulon, die im kommenden Jahr mit einem Studium Soziale Arbeit beginnen möchte.
Auch Thim Löllke will sich engagieren. Derzeit habe er „viel Zeit und wenig Arbeit“, sagte er – und das wolle er nutzen. Besonders die Diskussion über die Ziele, die Projektideen habe er spannend gefunden, so Löllke. Er könne sich vorstellen, eine Art Ideenwerkstatt für junge Leute, die sonst auf der Straße herumhängen und keine Alternativen sehen, anzubieten. Den Abend fand er toll, um Kontakte zu knüpfen. Besonders gefreut habe er sich über die Aussage, dass der Mittelhof Mittel zur Verfügung, um Projektideen zu unterstützen.
Der ersten Ideenwerkstatt sollen noch weitere folgen.
(go)













Foto: Daniela von Treuenfels[/caption]
Damit auch alles glatt läuft für die Radfahrer, wurde jetzt das Kopfsteinpflaster abgefräst.
Vor gut einem halben Jahr wurde auf dem Tietzenweg zwischen Unter den Eichen und Gardeschützenweg die Fahrradstraße fertiggestellt. Hier haben Radfahrer Vorrang, Kraftfahrzeuge werden als Anlieger weiterhin zugelassen. Radfahrerinnen und Radfahrer dürfen nebeneinander fahren, für alle gilt die Geschwindigkeitsbeschränkung auf maximal 30 km/h. Ausnahmen gelten für Müllfahrzeuge, Rettungswagen sowie für Polizei und Feuerwehr.
Eine Weiterführung der Vorrangstraße für Radfahrer ist ab dem Gardeschützenweg perspektivisch bis zum Hindenburgdamm vorgesehen. Damit Radfahrer in Richtung Augustastraße weiter komfortabel unterwegs sein können, wird derzeit das Kopfsteinpflaster geglättet. Zunächst hat sich die große Maschine durch den Tietzenweg zwischen Gardeschützenweg und Viktoriastraße gescheppert. Derzeit wird das nächste Teilstück bis zur Augustastraße fertiggestellt.
Im Zuge dessen wird die Kreuzung Tietzenweg/Sophienstraße/Viktoriastraße asphaltiert und barrierefrei ausgebaut. Gehwegvorstreckungen sollen die Wegebeziehungen verbessern und Übergänge sicherer machen.
Die Kosten für die bisherigen Maßnahmen liegen bei rund 800.000 Euro. Nach Angaben des zuständigen Stadtrats Urban Aykal (Grüne) wurden für den ersten Abschnitt 155.000 Euro ausgegeben. Für den zweiten Teil werden insgesamt 650.000 Euro fällig, davon alleine 300.000 Euro für das Abfräsen des Pflasters.
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Frisch gefrästes Kopfsteinpflaster: eben und mit kleinen Rillen. | Foto: Daniela von Treuenfels[/caption]
In einem dritten Abschnitt soll im nächsten Jahr der dritte Bauabschnitt bis zum Hindenburgdamm fertiggestellt werden. Das Ziel ist es, so Stadtrat Aykal, „eine sichere Radverbindung von Lankwitz und Lichterfelde zur FU und zur City West zu schaffen“. Auch vor dem Hintergrund, dass an der Drakestraße aufgrund der geringen Breite kein Radweg angelegt werden könne, sei das „sehr wichtig“.
Als Urban Aykal die Ideen im Juni vergangenen Jahres erstmals im Rahmen des Runden Tisches vorstellte, sprach er von einem „Campus Lichterfelde West“. Gemeint sind verkehrliche Maßnahmen für die dortigen 10 Schulen und zahlreichen Kitas mit ihren rund 10.000 Kindern und Jugendlichen.
Der Tietzenweg, der Teil des Berliner