Wenn die Bezirksverordneten ein wenig auf die Tube drücken, kann es bis Ende des Jahres zwei neue Informationsstelen im Bezirk Steglitz-Zehlendorf geben.
Die Errichtung zweier Info-Stelen standen am Mittwoch auf der Tagesordnung des Ausschusses für Bildung, Kultur und Bürgerdienste. Auf Anregung der CDU soll mit einer Stele an der Kreuzung Erdmann-Gräser Weg/Goethestraße an Winfried Freudenberg erinnert werden. Freudenberg ist das letzte Todesopfer der DDR. Am 8. März 1989 versuchte er mit einem selbstgebauten Gasballon aus der DDR zu fliehen und stürzte mit diesem über Zehlendorf ab.
Die Grünen möchten mit einer Stele an der Berlinickestraße 11 an die Steglitzer Filmkunst erinnern. An der Berlinickestraße hatte der Theaterdirektor, Bühnenautor und Verleger Heinrich Bolten-Baeckers 1909 seine Filmproduktionsfirma BB-Filmfabrikation Bolten-Baeckers gegründet und im 3. Stock des Hauses sein Filmbüro eingerichtet. Dieses sei „eine der Wiegenstätten des deutschen Filmes und sollte im bezirklichen Stadtbild dementsprechend gewürdigt werden“, begründen die Grünen ihren Antrag. Außerdem soll die Stele über die Nachnutzung des Filmateliers, unter anderem durch die Ufa und die Firma Sirius Farbenfilm GmbH informieren.
Wie Bezirksstadträtin Christa Markl-Vieto (Grüne) in Vertretung ihrer Kollegin Cerstin Richter-Kotowski(CDU) den Ausschuss-Mitgliedern mitteilte, könnten wegen der Haushaltssperre keine neuen Aufträge erteilt werden. Allerdings sei noch Geld für zwei Stelen da.
Wenn die Ausschussmitglieder für die beiden Stelen stimmten, könnte der Text für diese innerhalb der nächsten vierzehn Tagen zugesandt werden. Bis 5. September müssten dann die Fraktionen darüber befinden, am 12. September könnte dann die Beratung zum Text und die Abstimmung im Ausschuss erfolgen, so dass noch im September die Bezirksverordnetenversammlung darüber entscheiden kann. Wenn die Entscheidung erst im Oktober falle, könnte es für dieses Jahr möglicherweise zu spät sein, so Markl-Vieto.
Die erste Hürde nahmen die Ausschussmitglieder. Der Diskussionsbedarf war gering, einstimmig sprachen sie sich für beide Stelen aus.
(go)












Foto: Haus der Jugend Zehlendorf[/caption]
Jugendliche zwischen 15 und 27 Jahren können vom 19. Bis 23. Oktober an einer Fahrt nach Krakau und zu den Gedenkstätten Auschwitz und Birkenau teilnehmen. Interessierte können sich bis zum 22. Juni anmelden.
In einem gemeinsamen Projekt wollen vier Steglitz-Zehlendorfer Jugendeinrichtungen ein „starkes Zeichen für die Stärkung der Erinnerungskultur und die Förderung der Gedenkstättenpädagogik“ setzen. Vom 19. Oktober bis 23. Oktober findet eine Bildungsfahrt nach Krakau statt, bei der die Teilnehmenden die historischen Gedenkstätten Auschwitz und Birkenau besuchen sowie eine Stadtführung in Krakau erleben werden.
Zielgruppe sind Jugendliche im Alter von 15 bis 27 Jahren, die durch diese Reise nicht nur wertvolles Wissen über die Geschichte des Holocaust erlangen, sondern auch die Möglichkeit erhalten, sich aktiv mit den Themen Erinnerung, Verantwortung und Zivilcourage auseinanderzusetzen.
Geplant sind zwei Exkursionen mit fachkundigen Führungen in das Auschwitz Stammlager sowie Auschwitz-Birkenau mit der Chance auf tiefe Einblicke in die Geschichte und die Auswirkungen des Holocaust. In Krakau steht eine Stadtführung auf dem Programm, bei der die Teilnehmenden mehr über die kulturellen und historischen Hintergründe der Stadt und die jüdische Community erfahren.
Wichtig: die Anmeldefrist endet am 22. Juni. Alle Infos: