Den Vorwurf des „Schlendrians“ musste sich Bezirksstadtrat Michael Karnetzki (SPD) auf der jüngsten Bezirksverordnetenversammlung von der CDU-Fraktion anhören. Grund für den Vorwurf: Der Neubau am Arndt-Gymnasium in Dahlem lässt noch immer auf sich warten.
„Wie lange müssen die Eltern und Schüler des Arndt-Gymnasiums noch auf ihren Neubau warten?“ und vor allem warum es so lange dauert, bis der Bau endlich beginnt, wollte die CDU im Rahmen einer großen Anfrage wissen.
Seit 2011 werde an dem Bau geplant, führte Karnetzki aus. Allerdings hätten sich im Laufe der Zeit einige Veränderungen gegeben, so wurden von ursprünglich drei Maßnahmen zwei zusammengelegt, durch Erhöhung der Kosten auf mehr als fünf Millionen Euro mussten die Unterlagen der zuständigen Senatsverwaltung zur Prüfung vorgelegt werden – was sechs Monate dauerte, dann wurde die Bedarfsplanung und das Raumprogramm geändert, was eine erneute Kostensteigerung auf sieben Millionen sowie eine weitere Prüfung der Senatsverwaltung nach sich gezogen habe. Zudem habe der Architekt fast 13 Monate gebraucht, um seinen Vertrag zu unterzeichnen, so Karnetzki. Derzeit warte man auf die Bestätigung der Bauplanungsunterlagen durch die Senatsverwaltung.
Für David Eckel (CDU) war dies nicht überzeugend, vielmehr wollte er eine Überforderung des Stadtrates darin sehen, der einen „Schlendrian im Umgang mit den Architekten und im Umgang mit der Senatsverwaltung“ an den Tag lege. Sogar politische Willkür, einen „Klassenkampf“ gegen die Gymnasien unterstellte er dem SPD-Mann.
Die Bedingungen an der Schule seien nicht zumutbar, führte Eckel aus. Im Notquartier Münterbau würden Kabel aus der Wand hängen und der Putz bröckeln, es gebe nur eine „Behelfs-Cafeteria“, für Sportunterricht fehlten die Räumlichkeiten, weil etwa der Gymnastikraum als Ausweichquartier für die Lehrer herhalten müssen. „Ich erwarte Lösungen“, forderte Eckel.
Natürlich verteidigte der SPD-Fraktionsvorsitzende Norbert Buchta seinen Bezirksstadtrat, der eben gewissenhaft vorgehe, die einzelnen Aufgaben solide nacheinander abarbeite. Und auch Karnetzki wies die gegen ihn erhobenen Beschuldigungen zurück. Er habe auch nicht – wie Maren Schellenberg von den Grünen ihm vorwarf – wie ein Schäfchen gewartet, bis der Architekt den Vertrag unterschrieben habe. Der habe in dieser Zeit an dem Projekt gearbeitet. Den Architekten auszutauschen hätte bedeutet, das Ausschreibungsverfahren von vorne zu beginnen, was das Verfahren auf jeden Fall verlängert hätte.
Schließlich drehte sich die Diskussion kaum noch um inhaltliche Aspekte, sondern eher um die Frage, wer Schuld habe. Das ärgerte auch Pirat Eric Lüders, der die Diskussionsrunde wenig erhellen fand. „Das Bezirksamt hat in Gänze dafür zu sorgen, dass die Arbeit gemacht wird“, sagte er.
Zu der wichtigsten Frage – nämlich wann die Arbeiten denn endlich beginnen – konnte Karnetzki keine verbindliche Antwort gebe. Er rechne mit einer Eröffnung des Neubaus Ende 2016/Anfang 2017.
(go)













Foto: Daniela von Treuenfels[/caption]
Die Hallenbäder öffnen, am Wannsee stehen wieder Faß-Saunen. Auch das Stadtbad Schöneberg geht wieder in Betrieb.
Derzeit öffnen nach und nach 25 Hallenbäder für die Öffentlichkeit. Das frisch sanierte Stadtbad Schöneberg steht ab dem 9. September wieder zur Verfügung. Da die Bäderbetriebe dieses Jahr ihr 30-jähriges Jubiläum feiern, erhält am Eröffnungstag jeder 30. Badegast an der Kasse vor Ort freien Eintritt.
Das Bad war zuvor seit Anfang 2024 teilsaniert worden: Die Technik wurde erneuert und die Heizungsanlage. Auch Teile der Fassade wurden saniert und die Becken neu gefliest. Die Arbeiten kosteten 14,5 Millionen Euro.
Da das Personal jetzt in den Hallenbädern benötigt wird, weil dort mit Schuljahresbeginn das Schulschwimmen startet, schließen nach und nach die 14 Sommerbäder. Das Strandbad Wannsee hat bis zum 13. September geöffnet, das Sommerbad am Insulaner bis zum 11. September.
Das Strandbad bleibt zum Sonnenbaden und Saunieren noch bis zum 04. Oktober geöffnet. Zwei Fass-Saunen mit 85°C und 95°C stehen hierfür zur Verfügung. Im regulären Eintrittspreis ist die Nutzung der Strandkörbe mit inbegriffen. Wer das Sauna-Angebot mit nutzen will, zahlt am Eingang für eine Sauna-Tageskarte 11,50 Euro. Öffnungszeiten: in der Woche von 12 bis 18 Uhr und am Wochenende von 10-18 Uhr. Die Tickets fürs Sonnenbaden und Saunieren sind direkt an der Kasse vor Ort erhältlich.
Einen Gesamtüberblick über alle offenen Bäder mit ihren jeweiligen Öffnungszeiten nach Tagen sortiert gibt es