Zaun wie dieser wurde von den Berliner Forsten am Schlachtensee errichtet, um den Hang zu schützen. Foto: bbroianigo / pixelio.de

Kann man zweimal 300 Meter Wildtgattergeflecht am Schlachtensee mit dem Stacheldrahtzaun vergleichen, den die DDR-Regierung am 13. August 1961 zwischen Ost- und West-Berlin errichten ließ und der Vorbote der Mauer war, an der zahlreiche DDR-Flüchtlinge ihr Leben ließen? Norbert Buchta, Fraktionsvorsitzender der SPD-Fraktion in der Bezirksverordnetenversammlung Steglitz-Zehlendorf, tat dies am Mittwoch und erntete dafür heftige Kritik. „Unsäglich“ und „Ihrer Partei unwürdig“ empfand Bezirksstadträtin Christa Markl-Vieto (Grüne) den Vergleich, Hans Jörg Henning (Grüne) fand ihn pietätlos, „Willi Brandt würde sich im Grabe umdrehen“, war er überzeugt.

Buchta wies die Vorwürfe empört zurück und betonte, dass der Vergleich nicht von ihm stamme, sondern von Einwohnern, die sich über den aufgestellten Zaun am oberen Weg des Schlachtensees gewundert hätten.

Die beiden Zäune, an denen Spaziergänger anscheinend Schilder mit der Aufschrift „Grenze“ platziert hatten, die mittlerweile aber wieder entfernt wurden, wurden von den Berliner Forsten aufgestellt, erklärte Markl-Vieto. Sie sollen dafür sorgen, dass der Hang nicht betreten wird, damit sich dort neue Pflanzen wieder ansiedeln können.  Diese sollen eine Erosion des Hangs verhindern, gab die Bezirksstadträtin die Antwort der Berliner Forsten weiter. Der Zaun ist aus Wildgattergeflecht und stelle für Tiere keine Gefahr dar, weil er nachfedere.

Mit der Neuregelung des Hundeauslaufs am Schlachtensee hat das Gitter nichts zu tun.

(go)