Dagmar Prentzel erklärte den neugierigen Zuhörern, wie das alte Wachs aus den Rahmen gelöst wird. Fotos: Gogol

Es summt ordentlich auf der Domäne Dahlem – methaphorisch, denn derzeit locken drei Ausstellungen zum Thema Bienen in das Herrschaftshaus, und wortwörtlich, denn endlich fliegen die fleißigen Insekten dort wieder. Von letzterem konnten sich Bienenfreunde am Mittwoch beim wöchentlichen Bienentag überzeugen. Noch eine Woche zuvor herrschte Stille am Bienenhaus. Zu kalt sei es gewesen. „Die Natur ist einen Monat zurück“, erzählt Horst Prentzel, Hobbyimker und Bienenbetreuer. Er und seine Frau Dagmar zeigen einmal in der Woche interessierten Besuchern, was ein Imker im Jahresverlauf zu tun hat. Derzeit sind es vor allem Vorbereitungen. Alte Waben werden dank Sonnenenergie vom Wachs befreit, Rahmen gebaut, Zwischenwände eingeschweißt. Die Besucher schauen zu, hören zu und sind interessiert. Die Fragen, die sie haben, sind vielfältig. Von einfachen Fragen, wie weit die Hollywood-Schaukel vom Bienenstock entfernt stehen soll, bis hin zu, wann man den Tieren am besten Zuckerwasser gibt.

Horst Prentzel zeigte, was der Imker im Winter an Arbeiten zu erledigen hat.

Letzteres wollte Jürgen M. wissen. Er will selbst Hobbyimker werden. Er sei ein politisch denkender Mensch, und in der Imkerei kämen sehr unterschiedliche Aspekte zusammen, erläutert M., ökologische, soziale und internationale. Auf der Domäne will er nun erfahren, wie er durch das Bienenjahr kommt. Er habe auch schon Kontakt zu Imkervereinen aufgenommen und hat eine Imkerpatenschaft. Trotzdem wolle er seine Fühler in alle Richtungen ausstrecken und so viel lernen wie möglich. Im Laufe des Jahres will er sich dann auch eigene Bienen zulegen.

Unter die Imker will auch Ruth Maria Edelmann gehen. Um sich damit vertraut zu machen, was ein Bienenzüchter das Jahr hindurch zu tun hat, will sie versuchen, jede Woche beim Bienentag vorbeizukommen. Auch einen Workshop hat sie schon besucht.

Ines Middelbeck hingegen führte am Mittwoch ganz andere Gründe auf die Domäne. Sie ist Dozentin, unterrichtet Ernährung und war mit einigen Teilnehmern einer Weiterbildungsmaßnahme beim Bienentag – und das, obwohl sie eigentlich Angst vor den Tieren hat, erzählt Middelbeck. Gefallen hat es ihr trotzdem. Und so sie wird mit anderen Schülern wiederkommen.

Sehr zufrieden mit der Resonanz auf den Bienentag sind Dagmar und Horst Prentzel. Auch wenn er noch ein wenig bekannter werden dürfte. Manchmal werde er von Passanten angesprochen, die ihn bei der Arbeit mit den Bienen beobachten, erzählt Horst Prentzel. Dann berichtet er ihnen von der Veranstaltung jeden Mittwoch um 14 und um 16 Uhr. Woche für Woche zeigen und erklären Prentzels dann, was ein Imker derzeit für Arbeiten zu erledigen hat, von den Vorbereitungen bis hin zur Ernte und zum Honigschleudern.

Vormittags können sich Kindertagesstätten und Grundschulen für den Bienentag anmelden. Auch dort sei das Interesse groß, gerade für den nächsten Monat gebe es schon einige Anmeldungen, berichtet der Hobbyimker.

Seit vergangenem Jahr hat die Domäne auch eigene Bienen. Am Ende der Erklärungen können die Besucher dann den Imkern bei ihrer Arbeit mit den Bienen über die Schulter schauen.

 (go)