Die Urnen von Avner und Vera Less fanden am Freitag ihre letzte Ruhestätte auf dem Friedhof in Wannsee. Foto: privat

Ihre letzte und gemeinsame Ruhestätte erhielten Eichmann-Vernehmer Avner Less und seine Frau Vera am Freitag auf dem Friedhof Wannsee.

Der frühere israelische Polizeioffizier Less hatte den Organisator des Holocaust, Adolf Eichmann, in Israel rund 275 Stunden lang verhört. Das Gespräch gilt als eines der wichtigsten historischen Verhöre der Geschichtsforschung.  Eichmann wurde 1962 in Tel Aviv schuldig gesprochen und zum Tode verurteilt.

Avner Werner Less wurde 1916 in Berlin geboren. Er konnte rechtzeitig vor den Nazis nach Paris fliehen, 1938 wanderten er und seine Frau nach Palästina aus. Nach der Gründung des Staates Israel trat Less in den dortigen Staatsdienst ein. Das Ehepaar lebte später auch in New York, Paris, Genf, Basel und Zürich.

Less, der 1987 in Zürich gestorben ist, hatte vor seinem Tod immer wieder den Wunsch geäußert, gemeinsam mit seiner Frau in seiner alten Heimat beerdigt zu werden.  Doch Less Urne wurde in Zürich bestatt, die von Vera Less  in ihrer Heimtstadt Hamburg. Widrige Umstände hatten eine gemeinsame Beisetzung verhindert.

27 Jahre nach Less‘ Tod konnte nun sein Wunsch mit Hilfe des Hauses der Wannseekonferenz wahr werden. An der Beisetzung nahmen auch Alon Less, der Sohn von Avner und Vera, so wie weitere Verwandte teil. Anschließend verlegten sie an der Kleiststraße in Schöneberg Stolpersteine für mehrere von den Nazis ermordete Familienmitglieder.

(sn)