Die Wünsche der Eltern in Steglitz-Zehlendorf für die Schulen ihrer Kinder hat der Bezirkselternausschuss (BEA) Steglitz-Zehlendorf auch in diesem Jahr wieder zu einem Wunschzettel-Adventskalender zusammengestellt. Hier kommen die Wünsche hinter den „Türchen“ vier bis acht.
Dass ihre Kinder endlich Sportunterricht in ihrer eigenen Turnhalle haben, das wünschen sich die Eltern der Grundschule am Karpfenteich. Seit 2008 ist die Halle geschlossen; es gibt mittlerweile die ersten Schülergenerationen, die sie noch nie von innen gesehen haben. Und es werden noch weitere folgen, denn die Pläne für die Sanierung liegen auf Eis. Grund: Der Architekt warf das Handtuch. Dabei war der in einer langwierigen europaweiten Ausschreibung und einem Architektenwettbewerb ausgewählt worden. Für Claudia Specht, Vorsitzende der Gesamtelternvertretung (GEV) der Grundschule am Karpfenteich war dieses Prozedere „wertlos, eine reine Geld- und Zeitvernichtung“.
Die Erst- und Zweitklässler nutzen in den Wintermonaten die benachbarte Tennishalle des Tennisvereins, „allerdings nur für eine Sport-Doppelstunde pro Woche. Die dritte nach Lehrplan vorgesehene Sportstunde fällt permanent aus. Im Sommer nutzen die Kleinen den nahe gelegenen Park oder den Schulhof für den Sportunterricht, soweit es das Wetter zulässt“, berichtet Specht. Die Kinder ab Klasse drei müssen für den Sportunterricht in die Carl-Schumann-Sporthalle in der Osdorfer Straße – allerdings nur in den Randstunden oder am Nachmittag. Der Weg zu Halle ist lang – eine halbe Stunde brauchen die Schüler dafür, berichtet die GEV-Vorsitzende.
Aufgrund dieser Situation würden viele Sportstunden ausfallen – sehr zum Nachteil der Kinder. Deshalb wünscht sich Specht, „eine praktische Standard-Sporthalle, kein Designer-Stück, kein Versuchs-Modell, kein futuristisches Irgendetwas; dass unser Turnhallenproblem zur Chefsache erklärt wird, dass das Bezirksamt endlich kompetente Mitarbeiter einstellt, die einen Sporthallen-Neubau nicht zum ersten Mal begleiten, dass die Planungsphase sich an dem Ablauf anderer Unternehmen der freien Wirtschaft orientiert und nicht völlig überdimensioniert im Sande verläuft.“
Alleingelassen mit ihren Sorgen fühlt sich die Peter-Frankenfeld-Schule, die einzige staatliche Förderschule mit dem Schwerpunkt „Geistige Entwicklung“ im Bezirk Steglitz-Zehlendorf. Die Mängelliste, die Elternvertreterin Kerstin Prötzl zusammengestellt hat, ist lang. Sie reicht von einer undichten und marode Dachterrassen, die zu Wasserschäden und Schimmelbildung im Gebäude führt, über bemooste Fluchtwege, eine Bühne, die nicht von Rollstuhlfahrern genutzt werden kann, da kein Geländer und kein Aufgang vorhanden sind bis hin zu kaputten Toiletten und einem Therapiebad , das seit Januar 2014 wegen Legionellen geschlossen ist. Anfragen von Eltern und der Schulleitung bleiben oft unbeantwortet, berichtet Prötzl. „Uns ist es schon fast egal, was gemacht wird, wir wären schon dankbar, wenn überhaupt etwas gemacht wird“, schreibt sie.
Dass die Missstände in ihrer Schule beseitigt werden, hoffen auch die Eltern, deren Kinder die Nord-Grundschule besuchen. Das Treppenhaus zum Hortbereich und einige Klassenräume sähen regelrecht „verkommen“ aus, finden sie. „Teilweise löst sich der Putz, und die Wände sind unschön verfärbt“, beschreibt die GEV-Vorsitzende Yvonne Kleinke die Situation an der Schule. Es gebe Flecken in den Ecken des Mauerwerks, zudem lösten sich die Fliesen. In den vergangenen Jahren haben die Eltern selbst Hand angelegt, und in Eigenregie die Schülertoiletten neu und freundlicher gestaltet, sowie streichen und mehrfach grundreinigen lassen.
Wie sich der Sanierungsstau auflösen lässt, darüber machen sich Menschen durchaus Gedanken. Unterstützenswert findet die BEA-Vorsitzende Birgitt Unteutsch die Vorschläge von Daniela von Treuenfels von der Stiftung Bildung und den Antrag der Grünen-Fraktion im Berliner Abgeordnetenhaus. Der Antrag fordert vom Senat die Erstellung einen Kriterienkatalogs, nach dem der Sanierungsstau in den Bezirken transparentdargestellt wird, einen Fahrplan, wie der Stau aufgehoben werden kann, die Veränderung von Verfahren, um den Abfluss der zur Verfügung stehenden Haushalts- und Programmmittel zu gewährleisten und die Festlegung immobilienwirtschaftliche Richtwerte, auf deren Basis die notwendigen Finanzmittel berechnet werden. Darüber hinaus regt von Treuenfels an, den Schulen Budgets zur Verfügung zu stellen, mit denen diese kleine bis mittlere Reparaturmaßnahmen selbst auf den Weg bringen können. Zudem fordert sie mehr Geld, etwa durch ein Bundesprogramm, eine „Art Bildungs-Soli“ oder auch durch neue Schulden.
Mehr zum Wunschzettel-Adventskalender gibt es unter http://wunschzettel.stiftungbildung.com
(wird fortgesetzt)
(go)












Johanna Martens in der BVV am 22. April 2026, Rede zum Thema Kinder- und Jugendparlament | Foto: Grüne Fraktion[/caption]
Steglitz-Zehlendorf bekommt ein Kinder- und Jugendparlament.