
Malerisches Motiv: Der Paulinenplatz in Lichterfelde West. | Foto: Daniela von Treuenfels
Pinsel, Leinwand, Farbe: Wenn am letzten Aprilwochenende vermehrt Künstler in Parks und Gärten sowie auf Plätzen oder Straßen ihrem Handwerk nachgehen, hat das einen besonderen Anlass.
En Plein Air bedeutet Freilichtmalerei – aus dem Französischen übersetzt: im Freien. Es beschreibt die Malweise, bei der Künstlerin und Künstler in der Natur unter freiem Himmel malen. Am 25. und 26. April findet in Lichterfelde ein spezielles Event statt: Im Rahmen eines Wettbewerbs haben die Kunstschaffenden 24 Stunden Zeit, ein selbst ausgewähltes Motiv in Lichterfelde En Plein Air zu malen. Die Teilnehmer können dabei Publikums- und Jurypreise gewinnen. Erwachsene und Jugendliche werden getrennt bewertet.
Das Publikum wählt die Gewinner während der Öffnungszeiten der Ausstellungen in der Galerie Creative Game.
Die Malerinnen und Maler können ihr Thema in Lichterfelde West, Ost, Nord oder Süd frei wählen. „Lichterfelde bietet viele Motive und ist bekannt für seine Gründerzeit- und Lilienthal-Villen sowie zauberhaften Gärten“, sagt Albert Heiser, Erfinder des Wettbewerbs und Betreiber der Galerie Creative Game in der Jägerstraße. „Zum Beispiel die kieztypische Magnolien- und Rhododendron-Blüte, die Mandel- und Kirschbaumblüte im Lilienthal Park oder der TV-Asahi-Kirschblütenallee. Der Reiterpfuhl, die Gartenkolonien, S-Bahnhöfe in West und Ost und Plätze wie Paulinen-, Kranold- oder Saaleckplatz, Bäkepark oder Stadion Lichterfelde sind ebenfalls Inspirationsquellen.“
Teilnehmen können alle, die innerhalb 24 Stunden ein Lichterfelder Motiv En Plein Air malen und abgeben. Formate, Material und Maltechnik sind frei wählbar: Bleistift, Buntstift, Kreide, Tinte, Aquarell, Acryl, Öl oder Fingerfarbe. Am Samstag um 11 Uhr findet ein „Briefing“ in der Galerie Creative Game, danach gehen die Teilnehmer auf Motivsuche. Am Sonntag ist Maltag von 15 bis 18 Uhr. Erwachsene zahlen eine Teilnahmegebühr von 35 Euro, Kinder und Jugendliche 20 Euro.
Info und Anmeldung: https://www.galerie-creative-game.com/
Termine:
Samstag, 25. April 2026, 11 Uhr
Briefing in der Galerie, stempeln und starten
Sonntag 26. April 2026
Abgabe der Arbeit von 15 – 18 Uhr in der Galerie
Ausstellung der Arbeiten und Preisverleihung:
Öffnungszeiten
Das Publikum wählt während der Öffnungszeiten die Gewinner am 3., 8., 9., 10. Mai, 11 – 17 Uhr
Vernissage und Ausstellung
Bilder der Kinder, Jugendlichen und Erwachsenen
Samstag, 2. Mai 2026, 16 Uhr
Finissage und Preisverleihung
Samstag, 9. Mai 16 Uhr
Die Kunst-Preise
En Plein Air-Preise Kinder bis 12 Jahre
1. Preis Euro 250 Publikumspreis
2. Preis Euro 150 Jurypreis
3. Preis Euro 100 Jurypreis
En Plein Air-Preise Jugendliche bis 18 Jahre
1. Preis Euro 250 Publikumspreis
2. Preis Euro 150 Jurypreis
3. Preis Euro 100 Jurypreis
En Plein Air-Preise Erwachsene
1. Preis: Euro 500 Publikumspreis
1. Preis: Euro 500 Jurypreis
Daniela von Treuenfels
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Foto: Daniela von Treuenfels[/caption]
Mit Eltern, Kindern und hochrangigen Gästen ging am Wochenende ein temporäres Beteiligungsprojekt von Kindern und für Kinder an den Start. Der Kirchenraum der Patmos-Gemeinde in der Steglitzer Gritznerstraße wurde dafür komplett umgekrempelt.
Der seit 1963 bestehende würfelförmige Gemeindesaal, in dem sonst eine rituelle Ordnung mit Orgel, Altar, Kanzel und Stuhlreihen besteht, hat nun den Charakter eines Indoor-Spielplatzes. Es gibt Höhlen, eine Bastelecke, Tobeflächen und „Aquarien“ mit Fischen.
Fische, logisch. Denn rund um eine Insel ist Wasser, und da ist auch Leben. Genau wie auf der Insel, dort wohnen die Kinder. Über allem schwebt Frieda, die Taube. Sie achtet darauf, dass es allen gutgeht. Das ist das von den Kindern erdachte Konzept der Friedensinsel.
Eine Transformation vom Kirchensaal zur Friedensinsel ist nicht nur ungewöhnlich, sondern hat alle Beteiligten Hirn, Kraft und Zeit gekostet. Der Kirchenkreis Steglitz stand als Geldgeber zur Seite. Am Anfang standen Berichte aus der Partnergemeinde im schwedischen Göteborg, erzählt Gemeindepädagogin Stefanie Conradt. Dort gebe es schon länger einen (dauerhaften) extra gestalteten Raum für Kinder. Auch in Deutschland fänden sich Beispiele: In Hannover, Hildesheim oder Hamburg bieten Gemeinden den Jüngsten zeitweise oder permanent eigene Orte für ihre Themen und Fragen.
Stefanie Conradt fand mit ihrem Wunsch nach einem Beteiligungsprojekt Verbündete in der Pfarrerin der Patmos-Gemeinde und dem Kirchenkreis Steglitz-Zehlendorf. Die Umsetzung wurde über einen Zeitraum von 16 Monaten intensiv geplant und vorbereitet: Ein Kirchenraum, der unter der Beteiligung von Kindern ganz nach ihren Ideen und Bedürfnissen ausgestattet ist und in dem das passiert, was Kinder sich wünschen. Ein Ort zum Spielen, Ruhen, Reden, Tanzen, Hören und Feiern.
Rund 300 Kinder beteiligten sich an Aktionstagen und Umfragen und formulierten ihre Ideen und Wünsche für die Friedensinsel. Der zehnköpfige Kinderrat mit Kindern zwischen 5 und 11 Jahren beriet diese Ideen mit Studierenden des Masterstudiengangs Bühnenbild der Technischen Universität Berlin. Nach mehreren Abstimmungsrunden gestalteten die Studierenden den Kirchenraum nach den Wünschen der Kinder um.
Am Sonnabend wurde die umgestaltete Kirche nun feierlich eröffnet – auf Socken, denn Schuhe sind hier (wie auch Handys, Schimpfwörter, Essen und Trinken) nicht erlaubt; so haben es die Kinder entschieden.
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Foto: Daniela von Treuenfels[/caption]
Bischof Christian Stäblein präsentierte sich also untenrum schwarz-gelb, während er oben exakt den Ton traf. Kurzweilig und kindgerecht und in einer Art Mitmach-Ansprache verdeutlichte der Geistliche anhand von Willkommensgesten das Ziel der Friedensinsel: Ankommen, sich sicher fühlen und wachsen. Auch die Ghettofaust – „meine Lieblingsbegrüßung“ – sei eine herzliche Gebärde: zunächst verschlossen, öffnet sie sich zu einem fröhlichen Gruß. Darum, so Stäblein, gehe es hier: aus sich herauskommen, sich die Welt erschließen und sich darin entwickeln.
In Vertretung des Regierenden sprach Kultursenatorin Sarah Wedl-Wilson zur Gemeinde. Ihre Botschaft: Ihr Kinder seid die Zukunft, habt die Chance zu gestalten, „und das müsst ihr auch“. Was die Politik tut, um Ressourcen und Strukturen für die Beteiligung von Kindern bereitzustellen, sagte die Senatorin nicht. Da war es doch gut, dass die anwesenden Bezirksstadträte (Tim Richter (CDU), Carolina Böhm (SPD) und Malgorzata Sijbrandij (CDU)) nicht zu Wort kamen. Die Lokalpolitiker hätten erklären müssen, dass Steglitz-Zehlendorf es im Gegensatz zu vielen anderen Bezirken noch nicht geschafft hat, ein Kinder- und Jugendparlament zu etablieren. Die BVV wird erst in dieser Woche einen Beschluss dazu fassen.