Veranstaltungen im März 2026
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Achtsamkeitskurs Achtsamkeitskurs
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31. März 2026
In der Lorenzstraße gilt eine zeitweise Temporeduzierung. | Foto: John Mark Shorack[/caption]
Auf rund einem Viertel der Berliner Hauptstraßen gilt eine mindestens zeitweise Temporeduzierung. Wir zeigen die Tempo 30-Zonen in Steglitz-Zehlendorf und die Stellen, an denen Bürger sich mehr Sicherheit durch langsameren Autoverkehr wünschen.
Norwegen vollzieht gerade einen radikalen Wandel. Standard innerhalb geschlossener Ortschaften ist ab sofort Tempo 30. Bisherige Vorgaben, also Tempo 50, gelten zwar weiterhin. Aber im Zweifel, also beispielsweise auf Grund eines Änderungsantrags, muss die Gemeinde darlegen, warum sie an der bisherigen Geschwindigkeit festhalten will. Zur Einordnung hat die norwegische Verkehrsbehörde Maßstäbe festgelegt, die allgemein gelten. So muss in der Nähe von Schulen eine Höchstgeschwindigkeit von 30 km/h angeordnet werden. Nach den neuen norwegischen Vorgaben müsste auf einer Straße wie der Thielallee Tempo 40 gelten. Weil der neue Radfahrstreifen nicht physisch von der Fahrbahn für den motorisierten Verkehr getrennt ist, wird Tempo 50 als zu unsicher eingestuft.
Das Besondere an dieser Neuerung im nördlichsten Land Europas ist die Umkehr der Beweislast. Nicht mehr Anwohner oder Schulgemeinschaften müssen erklären, warum sie einen bestimmten Straßenabschnitt für unsicher halten. Sondern die Gemeinde muss darlegen, warum sie die Sicherheit aller Verkehrsteilnehmer gewährleistet sieht.
Dagegen leisten in Berlin und weiten Teilen der Republik Bürgerinnen und Bürger mühevolle Überzeugungsarbeit. „Erhöhte Geschwindigkeit, rücksichtsloses Fahrverhalten und mangelnde Aufmerksamkeit im Straßenverkehr sind die entscheidenden Risikofaktoren im Unfallgeschehen“, schreibt Ulrich Clemens von der Bürgerinitiative Sundgauer Straße in einem Beitrag, den wir kürzlich veröffentlicht haben. Aktuell gilt auf der Sundgauer Straße zwischen Clayallee und Dahlemer Weg tagsüber Tempo 50, zwischen Clayallee und Berliner Straße ist aufgrund des Lärmschutzes nur zwischen 22 Uhr und 6 Uhr morgens Tempo 30 erlaubt.
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Ein "Geisterrad" erinnert an der Sundgauer Straße an eine tödlich verunglückte Radfahrerin. | Foto: Ulrich Clemens[/caption]
In den fünf Jahren zwischen 2020 und 2024 gab es 69 Unfälle auf der Sundgauer Straße. Die Initiative ist der Meinung, dass Tempo 30 die Straße weniger gefährlich machen würde – eine These, die von der Wissenschaft gestützt wird: Die Björn-Steiger-Stiftung veröffentlichte im Dezember 2025 eine Metastudie, in der die Ergebnisse von dreizehn Studien, die sich mit den Effekten der Minderung des Tempolimits befassen, ausgewertet und zusammengetragen wurden. Die Analyse bestätigt, dass Tempo-30-Zonen die Verkehrssicherheit verbessern, Emissionen und Lärmbelastung reduzieren und gleichzeitig die Lebensqualität steigern. Die Expertise belegt zudem, dass bei der Einführung von Tempo-30-Zonen die Fahrtdauer unverändert bleibt oder nur minimal steigt.
Vor zwei Jahren hat die Bezirksverordnetenversammlung Steglitz-Zehlendorf (BVV) beschlossen, ein dauerhaftes Tempo 30 auf der Sundgauer Straße zwischen Clayallee und Dahlemer Weg prüfen zu lassen. Doch die Verkehrsverwaltung wies das Anliegen zurück. Es liege „derzeit kein Anordnungsgrund für eine entsprechende Geschwindigkeitsreduzierung vor“, zitierte Verkehrsstadtrat Urban Aykal den zuständigen Staatssekretär in einer Mitteilung an die Bezirksverordneten.
Vier weitere Beschlüsse der BVV in dieser Wahlperiode blieben unerledigt, was an der fehlenden Kompetenz der Bezirksverwaltung liegt. Die Zuständigkeit für das übergeordnete Straßennetz liegt bei der Senatsverkehrsverwaltung und wird von einer CDU-Politikerin geleitet. „Der Bezirk ist machtlos, wenn es zwischen den Ebenen keine Zusammenarbeit gibt“, sagte der Grünen-Politiker Aykal kürzlich im Rahmen einer Diskussionsveranstaltung im Bali-Kino.
Die Stadtrand-Nachrichten haben die Tempolimits im Bezirk analysiert. Berlin hat insgesamt 1.700 Kilometer Hauptstraßen. 180,8 Kilometer davon befinden sich in Steglitz-Zehlendorf. Auf 25,9 % des Netzes im Bezirk gilt teilweise oder dauerhaft Tempo 30, das entspricht dem Gesamtberliner Durchschnitt. Auf fast 60 % der Hauptstraßen im Südwesten gilt dauerhaft Tempo 50.
Auf der Karte können Sie die Straßen im Bezirk interaktiv anschauen.
Farblegende:
Tempo < 30: Grün
Tempo 30: Gelb
Tempo 40: Orange
Tempo 50: Blau
Tempo > 50: Dunkel Blau
BVV-Beschlüsse: Dunkelrot
Quelle: Senatsverwaltung für Mobilität, Verkehr, Klimaschutz und Umwelt Berlin (DL-DE->Zero-2.0)
Vom Bohren dicker Bretter: Für eine Geschwindigkeitsbegrenzung auf dem Hindenburgdamm demonstrierten Anwohner schon im November 2012. | Archiv-Foto: Gogol[/caption]
Albrechtstraße
Die Albrechtstraße ist ein weiterer Streitpunkt im Bezirk. Im September vergangenen Jahres hat der Berliner Senat beschlossen, auf dem Straßenabschnitt zwischen der Robert-Lück-Straße und der Neuen Filandastraße Tempo 50 anzuordnen. Damit wurde die Anordnung von 2009, die eine Geschwindigkeitsbegrenzung auf 30 km/h vorsah, aufgehoben. Da sich in der Nähe einige Schulen und Kitas befinden, gibt es Proteste von Eltern und Anwohnern.
Die Verkehrsverwaltung setzte danach ein eigenes Konzept um. Nun gilt Tempo 30 zwischen der Schloßstraße (Hermann-Ehlers-Platz) und der Albrechtstraße Nr. 7 / 126 (nach der Fußgänger-Ampel an der Robert-Lück-Straße - Berlinickestraße Kreuzung). Der Grund: Verkehrssicherheit, starker Fußverkehr und eingeschränkte Sichtverhältnisse. Die vorherige Tempo-30-Strecke bleibt jedoch Tempo 50 tagsüber, und Tempo 30 zwischen 22 Uhr und 6 Uhr morgens. Diese Abschnitte sind auch in unserer Karte zu sehen.
John Mark Shorack / Daniela von Treuenfels Datenvisualisierung: John Mark Shorack
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In der Lorenzstraße gilt eine zeitweise Temporeduzierung. | Foto: John Mark Shorack[/caption]
Auf rund einem Viertel der Berliner Hauptstraßen gilt eine mindestens zeitweise Temporeduzierung. Wir zeigen die Tempo 30-Zonen in Steglitz-Zehlendorf und die Stellen, an denen Bürger sich mehr Sicherheit durch langsameren Autoverkehr wünschen.
Norwegen vollzieht gerade einen radikalen Wandel. Standard innerhalb geschlossener Ortschaften ist ab sofort Tempo 30. Bisherige Vorgaben, also Tempo 50, gelten zwar weiterhin. Aber im Zweifel, also beispielsweise auf Grund eines Änderungsantrags, muss die Gemeinde darlegen, warum sie an der bisherigen Geschwindigkeit festhalten will. Zur Einordnung hat die norwegische Verkehrsbehörde Maßstäbe festgelegt, die allgemein gelten. So muss in der Nähe von Schulen eine Höchstgeschwindigkeit von 30 km/h angeordnet werden. Nach den neuen norwegischen Vorgaben müsste auf einer Straße wie der Thielallee Tempo 40 gelten. Weil der neue Radfahrstreifen nicht physisch von der Fahrbahn für den motorisierten Verkehr getrennt ist, wird Tempo 50 als zu unsicher eingestuft.
Das Besondere an dieser Neuerung im nördlichsten Land Europas ist die Umkehr der Beweislast. Nicht mehr Anwohner oder Schulgemeinschaften müssen erklären, warum sie einen bestimmten Straßenabschnitt für unsicher halten. Sondern die Gemeinde muss darlegen, warum sie die Sicherheit aller Verkehrsteilnehmer gewährleistet sieht.
Dagegen leisten in Berlin und weiten Teilen der Republik Bürgerinnen und Bürger mühevolle Überzeugungsarbeit. „Erhöhte Geschwindigkeit, rücksichtsloses Fahrverhalten und mangelnde Aufmerksamkeit im Straßenverkehr sind die entscheidenden Risikofaktoren im Unfallgeschehen“, schreibt Ulrich Clemens von der Bürgerinitiative Sundgauer Straße in einem Beitrag, den wir kürzlich veröffentlicht haben. Aktuell gilt auf der Sundgauer Straße zwischen Clayallee und Dahlemer Weg tagsüber Tempo 50, zwischen Clayallee und Berliner Straße ist aufgrund des Lärmschutzes nur zwischen 22 Uhr und 6 Uhr morgens Tempo 30 erlaubt.
[caption id="attachment_102708" align="aligncenter" width="622"]
Ein "Geisterrad" erinnert an der Sundgauer Straße an eine tödlich verunglückte Radfahrerin. | Foto: Ulrich Clemens[/caption]
In den fünf Jahren zwischen 2020 und 2024 gab es 69 Unfälle auf der Sundgauer Straße. Die Initiative ist der Meinung, dass Tempo 30 die Straße weniger gefährlich machen würde – eine These, die von der Wissenschaft gestützt wird: Die Björn-Steiger-Stiftung veröffentlichte im Dezember 2025 eine Metastudie, in der die Ergebnisse von dreizehn Studien, die sich mit den Effekten der Minderung des Tempolimits befassen, ausgewertet und zusammengetragen wurden. Die Analyse bestätigt, dass Tempo-30-Zonen die Verkehrssicherheit verbessern, Emissionen und Lärmbelastung reduzieren und gleichzeitig die Lebensqualität steigern. Die Expertise belegt zudem, dass bei der Einführung von Tempo-30-Zonen die Fahrtdauer unverändert bleibt oder nur minimal steigt.
Vor zwei Jahren hat die Bezirksverordnetenversammlung Steglitz-Zehlendorf (BVV) beschlossen, ein dauerhaftes Tempo 30 auf der Sundgauer Straße zwischen Clayallee und Dahlemer Weg prüfen zu lassen. Doch die Verkehrsverwaltung wies das Anliegen zurück. Es liege „derzeit kein Anordnungsgrund für eine entsprechende Geschwindigkeitsreduzierung vor“, zitierte Verkehrsstadtrat Urban Aykal den zuständigen Staatssekretär in einer Mitteilung an die Bezirksverordneten.
Vier weitere Beschlüsse der BVV in dieser Wahlperiode blieben unerledigt, was an der fehlenden Kompetenz der Bezirksverwaltung liegt. Die Zuständigkeit für das übergeordnete Straßennetz liegt bei der Senatsverkehrsverwaltung und wird von einer CDU-Politikerin geleitet. „Der Bezirk ist machtlos, wenn es zwischen den Ebenen keine Zusammenarbeit gibt“, sagte der Grünen-Politiker Aykal kürzlich im Rahmen einer Diskussionsveranstaltung im Bali-Kino.
Die Stadtrand-Nachrichten haben die Tempolimits im Bezirk analysiert. Berlin hat insgesamt 1.700 Kilometer Hauptstraßen. 180,8 Kilometer davon befinden sich in Steglitz-Zehlendorf. Auf 25,9 % des Netzes im Bezirk gilt teilweise oder dauerhaft Tempo 30, das entspricht dem Gesamtberliner Durchschnitt. Auf fast 60 % der Hauptstraßen im Südwesten gilt dauerhaft Tempo 50.
Auf der Karte können Sie die Straßen im Bezirk interaktiv anschauen.
Farblegende:
Tempo < 30: Grün
Tempo 30: Gelb
Tempo 40: Orange
Tempo 50: Blau
Tempo > 50: Dunkel Blau
BVV-Beschlüsse: Dunkelrot
Quelle: Senatsverwaltung für Mobilität, Verkehr, Klimaschutz und Umwelt Berlin (DL-DE->Zero-2.0)
Vom Bohren dicker Bretter: Für eine Geschwindigkeitsbegrenzung auf dem Hindenburgdamm demonstrierten Anwohner schon im November 2012. | Archiv-Foto: Gogol[/caption]
Albrechtstraße
Die Albrechtstraße ist ein weiterer Streitpunkt im Bezirk. Im September vergangenen Jahres hat der Berliner Senat beschlossen, auf dem Straßenabschnitt zwischen der Robert-Lück-Straße und der Neuen Filandastraße Tempo 50 anzuordnen. Damit wurde die Anordnung von 2009, die eine Geschwindigkeitsbegrenzung auf 30 km/h vorsah, aufgehoben. Da sich in der Nähe einige Schulen und Kitas befinden, gibt es Proteste von Eltern und Anwohnern.
Die Verkehrsverwaltung setzte danach ein eigenes Konzept um. Nun gilt Tempo 30 zwischen der Schloßstraße (Hermann-Ehlers-Platz) und der Albrechtstraße Nr. 7 / 126 (nach der Fußgänger-Ampel an der Robert-Lück-Straße - Berlinickestraße Kreuzung). Der Grund: Verkehrssicherheit, starker Fußverkehr und eingeschränkte Sichtverhältnisse. Die vorherige Tempo-30-Strecke bleibt jedoch Tempo 50 tagsüber, und Tempo 30 zwischen 22 Uhr und 6 Uhr morgens. Diese Abschnitte sind auch in unserer Karte zu sehen.
John Mark Shorack / Daniela von Treuenfels Datenvisualisierung: John Mark Shorack
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Spannende Ferienabenteuer erwartet Kinder in der Waldschule Zehlendorf. Archiv-Foto: Gogol[/caption]
Ob mit oder ohne Hasen: Der Frühling lacht, die Sonne wärmt, und die Ferien bringen Entspannung. Wer Programm sucht, hat die Wahl. Hier sind unsere Tipps zum schnellen Finden.
Erste Adresse für alle, die Lust auf Unternehmungen, Workshops, gemeinsames Chillen und Abhängen, Sport und Bewegung, Tanz und Theater und vieles mehr haben, ist die Überblicksseite des Bezirksamtes Steglitz-Zehlendorf. Hier werden die Programme der Kinder- und Jugendfreizeiteinrichtungen für alle Altersgruppen präsentiert. Ein Auswahlmenü erlaubt die gezielte Suche nach Alter des Kindes, Ferienwoche, Ortsteil und Jugendfreizeiteinrichtung. Je nach Interesse kann man sich verschiedene Kategorien anzeigen lassen. Es gibt auch die Möglichkeit, nach kostenlosen Angeboten zu filtern.
Auch jenseits der Kinder- und Jugendfreizeiteinrichtungen gibt es ein breites Ferienangebot für Kinder und Familien. Eine Plattform, die die verschiedenen Aktivitäten bündelt, gibt es jedoch nicht. Hier ist unser Versuch eines Überblicks, wir freuen uns über weitere Hinweise an redaktion@stadtrand-nachrichten.de. Wir ergänzen laufend, schauen Sie auch in unseren Veranstaltungskalender.
Am 11. April bewältigen Läufer zwischen 7 und 99 Jahren verschiedene Marathonoptionen, darunter Achtel-, Viertel-, Drittel-, Halb- und Big-5-Marathons, sowie einen Staffel-Halbmarathon. Es stehen auch zwei Wettbewerbe für (Nordic) Walker zur Auswahl, nämlich ein Achtel-Marathon und ein Viertel-Marathon. https://www.berliner-osterlauf.com/startseite/
Daniela von Treuenfels
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