
Der Bierpinsel am U-Bahnhof Schloßstraße in Steglitz. | Archivbild: Baumann
Stadtrat und Eigentümer informieren in einem YouTube-Video über die Zukunft der wohl eigenwilligsten Immobilie der Schloßstraße.
Der rund achteinhalbminütige Film zeigt seltene Einblicke in das Innenleben des Bauwerks, das seit 2019 dem Investor Götz Fluck beziehungsweise seiner Firma ImmoMa GmbH gehört. Er plant, wie er sagt, eine Sanierung und Umnutzung des Gebäudes. Gekauft habe er es, weil es keine Adresse und keine Hausnummer habe. Ein Taxifahrer wisse wahrscheinlich nicht auf Anhieb, wie er die Schloßstraße 29 finde – „aber wenn man sagt, fahr mich zum Bierpinsel, fährt er los.“
Aufgrund der aktuellen Bauvorschriften, erklärt Fluck, werde es keine rein gastronomische Nutzung mehr geben dürfen. Geplant sei, ein „Spinout“ für die FU für die Bereiche Umwelttechnik oder Neue Medien, „irgendwas Zukunftsweisendes“. In das erste und zweite Stockwerk sollen Büros einziehen. Ganz oben wünscht sich der Bauherr wieder Gastronomie, „im Idealfall mit einer Dachterrasse obendrauf“.
Ein Bauantrag soll 2025 eingereicht werden. Bevor gebaut wird, will Fluck jedoch zunächst das Grundstück erwerben. Derzeit gibt es nur einen Erbpachtvertrag mit dem Land Berlin.
Stadtrat Patrick Steinhoff zeigt sich offen für Zwischennutzungen, sieht aber baurechtliche Hürden beispielsweise was den Brandschutz betrifft. Bisher muss jede Nutzung einzeln beantragt werden, was aufwändig ist.
Alles im grünen Bereich
Götz Fluck will dem denkmalgeschützten Haus seine ursprüngliche ochsenblutrote Farbe geben – was ihm ganz offensichtlich nicht gefällt. Als „Kompromiss“ ist nun geplant, die Fassade zu begrünen. So könnte, das ist die Idee des Eigentümers, aus dem „despektierlichen“ Namen Bierpinsel so etwas wie der „Lebensbaum“ werden. Fluck hofft auch hier auf die Kreativität der Berliner Taxifahrer.
Wenn alles nach Plan läuft, „ist das Ding in drei bis vier Jahren wieder in Betrieb“, so Fluck. Der neben ihm stehende Stadtrat beteuert, dem nicht im Wege stehen zu wollen und das Haus „wieder in Gang bekommen und für alle zugänglich machen.“
Geschichte
Das Turmrestaurant Steglitz wurde nach den Plänen der Architekten Schüler und Schüler-Witte errichtet und 1976 eröffnet. Im Lauf der Jahrzehnte gab es zahlreiche Nutzerwechsel und es gab auch immer wieder kürzere und länger andauernde Leerstandsphasen. Im Winter 2010/11 kam es aufgrund von Frost zu einem Rohrbruch, seitdem wird das Gebäude nur noch temporär genutzt, beispielsweise für Filmaufnahmen.
Zum Video: https://www.youtube.com/watch?v=Fz6lzs5HDdY
Daniela von Treuenfels
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Foto: Haus der Jugend Zehlendorf[/caption]
Jugendliche zwischen 15 und 27 Jahren können vom 19. Bis 23. Oktober an einer Fahrt nach Krakau und zu den Gedenkstätten Auschwitz und Birkenau teilnehmen. Interessierte können sich bis zum 22. Juni anmelden.
In einem gemeinsamen Projekt wollen vier Steglitz-Zehlendorfer Jugendeinrichtungen ein „starkes Zeichen für die Stärkung der Erinnerungskultur und die Förderung der Gedenkstättenpädagogik“ setzen. Vom 19. Oktober bis 23. Oktober findet eine Bildungsfahrt nach Krakau statt, bei der die Teilnehmenden die historischen Gedenkstätten Auschwitz und Birkenau besuchen sowie eine Stadtführung in Krakau erleben werden.
Zielgruppe sind Jugendliche im Alter von 15 bis 27 Jahren, die durch diese Reise nicht nur wertvolles Wissen über die Geschichte des Holocaust erlangen, sondern auch die Möglichkeit erhalten, sich aktiv mit den Themen Erinnerung, Verantwortung und Zivilcourage auseinanderzusetzen.
Geplant sind zwei Exkursionen mit fachkundigen Führungen in das Auschwitz Stammlager sowie Auschwitz-Birkenau mit der Chance auf tiefe Einblicke in die Geschichte und die Auswirkungen des Holocaust. In Krakau steht eine Stadtführung auf dem Programm, bei der die Teilnehmenden mehr über die kulturellen und historischen Hintergründe der Stadt und die jüdische Community erfahren.
Wichtig: die Anmeldefrist endet am 22. Juni. Alle Infos: