
Katzenwäsche oder ab unter die Brause? Je nach Bezirk fällt die Entscheidung unterschiedlich aus. Foto: sementsova321
In Steglitz-Zehlendorf duschen fast 12 Prozent der Menschen seltener als ein bis zweimal pro Woche. Das ergibt sich aus einer Studie des Marktforschungsinstituts Dima, die von den Berliner Wasserbetrieben in Auftrag gegeben wurde.

Auf dem Beelitzhof in Zehlendorf befindet sich eines von neun Wasserwerken der Berliner Wasserbetriebe. Foto: Daniela von Treuenfels
Wer hat wen befragt?
Für die Studie wurden zwischen dem 4. und 11. August 2023 stichprobenartig 1.039 Berliner und Berlinerinnen aus allen Bezirken befragt. Auskünfte hat die Dima telefonisch und online erhalten. Ziel der Umfrage war es, mehr Erkenntnisse über die Nutzung von Leitungswasser in Haushalt und Garten zu erlangen. Interviewt wurden Personen ab 18 Jahren, ausgewählt nach Alter, Geschlecht und Berliner Stadtbezirken.
Wie in Steglitz-Zehlendorf mit Wasser gehaushaltet wird
Das Ergebnis: Die Menschen in der Hauptstadt gehen im Großen und Ganzen sparsam mit Leitungswasser um. In Steglitz-Zehlendorf geschieht das insbesondere durch die Entscheidung, weniger häufig zu duschen. 11,8 Prozent stellen sich hier seltener als ein bis zweimal pro Woche unter den Brausekopf. Zum Vergleich: In Pankow sind es nur 2,1 Prozent. Im zweitgrünsten Bezirk Berlins duschen lediglich 6 Prozent mehrmals täglich. Im krassen Gegensatz dazu sind es im Bezirk Pankow 11,2 Prozent, also fast doppelt so viele Menschen, die sich innerhalb von 24 Stunden häufiger unter fließendes Wasser stellen.

Für Steglitz-Zehlendorf ist der Wannsee eine wichtige Wasserquelle. Foto: Daniela von Treuenfels
Frieren möchte im Südwesten niemand
Eindeutig ist, dass die Einwohner von Steglitz-Zehlendorf lieber warm (76 Prozent) als kalt (4,1 Prozent) duschen. 19,9 Prozent bevorzugen die Abwechslung (Wechselduschen). In allen drei Bereichen liegt der Bezirk im Vergleich im Mittelfeld. Mit 82,5 Prozent gibt es in Lichtenberg die meisten Warmduscher. Mitte mag es hingegen besonders cool, 11,3 Prozent gaben an, kaltes Wasser zu nutzen. Ganz im Gegenteil zu den Einwohnern von Reinickendorf – frostig mögen es da nur 1,3 Prozent.
Der Blick auf das große Ganze
Beachtlich: Ganze 45,2 Prozent der befragten Berliner und Berlinerinnen besitzen sowohl eine Dusche als auch eine Badewanne. 30,5 Prozent haben nur eine Badewanne und 24,3 Prozent eine Dusche. Knapp die Hälfte aller Befragten duscht mindestens an fünf Tagen in der Woche.
Potential, um Wasser zu sparen, gibt es beim Bewässern von Garten und Balkon und bei der Auswahl des Duschkopfs. Pflanzen sollten wenn möglich nicht mittags gegossen werden. 14 Prozent der Gartenbesitzer und 26 Prozent der Kleingartenbesitzer wässern jedoch in dieser Zeit. Bei der Brause gilt: Eine Regendusche verbraucht mehr als doppelt so viel Liter pro Minute als ein Sparduschkopf. Die Hälfte aller Befragten gab an, einen Regenduschkopf zu nutzen.

Wer Wasser sparen möchte, sollte auf eine solche Brause verzichten. Foto: Fukume
Das Beste zum Schluss
Allgemein positiv fällt beim Wasserverbrauch auf, dass 90 Prozent der Befragten angaben, bereits bewusst Wasser zu sparen. 82 Prozent tun dies, indem sie wasser- und energiesparende Programme für Geschirrspüler, Waschmaschine und Co. wählen. 50 Prozent der Gartenbesitzer und beinahe 70 Prozent der Kleingartenbesitzer nutzen für die Bewässerung ihrer Pflanzen Regenwasser. Wer einen Pool oder ein Planschbecken hat, befüllt dies zwar mit Leitungswasser, verwendet es aber anschließend, um Blumen, Baum und Strauch zu gießen.

Viele Gartenbesitzer verhalten sich vorbildlich und wässern ihre Pflanzen mit Regenwasser. Foto: detry26
Beim Blick in die Zukunft sind die Berliner und Berlinerinnen optimistisch: Zwei Drittel glauben, dass die Hauptstadt auch in zwanzig Jahren ausreichend Wasser zur Verfügung haben wird.
Junia Greb-Georges
Korrekturhinweis:
In unserem Artikel, veröffentlicht am 05.11.2023, schrieben wir: „Im Südwesten Berlins duscht der Durchschnitt der Bevölkerung selten.“ und „In Steglitz-Zehlendorf duschen die Menschen im Schnitt seltener als ein bis zweimal pro Woche.“
Das stimmt so nicht. Richtigerweise muss es heißen: Im Berlin-Vergleich gibt es im Südwesten der Stadt die meisten Menschen, die häufiger auf das Duschen verzichten. In Steglitz-Zehlendorf duschen fast 12 Prozent der Menschen seltener als ein bis zweimal pro Woche.
Wir haben die entsprechende Textstelle geändert.












Foto: Daniela von Treuenfels[/caption]
Eine Radwegeanlage wird zurückgebaut. Die Verantwortlichen müssen sich den Vorwurf gefallen lassen, Verkehrsteilnehmer bewusst gegeneinander aufgebracht zu haben. Das Ergebnis ist ein verkehrspolitischer Stillstand.
Wer mit der Gegend um den Kreisel, Schloßparktheater und Gutshaus Steglitz vertraut ist, konnte ahnen, dass die Sache mit dem Radweg schiefgeht. Der Verkehr, der sich hauptsächlich von der Autobahn 103 und zu einem geringeren Teil aus der Schloßstraße und zu einem noch geringeren Teil aus dem Wolfensteindamm in Richtung der Straße Unter den Eichen ergießt, staute sich schon immer an der Kreuzung Schloßstraße/Hindenburgdamm. Weil Abbieger die linke Spur blockieren, fädeln sich die geradeaus Fahrenden in die rechte Spur ein, der Verkehr staut sich. Auf dem aktuellen
Klare Sache: Radweg kaputt. | Foto: Daniela von Treuenfels[/caption]
Wer sich vor vier Jahren um die Sicherheit der Fußgänger und Radfahrer in diesem Gebiet sorgte, hätte eigentlich den Blick auf den Hindenburgdamm lenken müssen. Wer dort mit dem Rad zwischen Gardeschützenweg und Drakestraße unterwegs ist, fährt nicht nur durchgehend auf einem schmalen und kaputten Streifen, der zwischendurch auch mal komplett fehlt. Radfahrer müssen jederzeit mit unberechenbaren Hunden, Kindern und unvorsichtigen Erwachsenen rechnen. Baugerüste rechts, Straßenbaustellen links. Einzelhandel, Dienstleister und Bushaltestellen – mit jeder Menge Publikumsverkehr.
Das Anliegen, auf dem Hindenburgdamm eine Bus- und Radspur einzurichten, stand sogar kurz vor der Umsetzung. Der Plan einer Busspur zwischen Klingsorstraße und Gelieustraße wurde 2024 wegen rechtlicher Bedenken zurückgestellt, aber nach der dafür notwendigen und vollzogenen Änderung der Straßenverkehrsordnung nicht wieder aufgenommen. Auf dieser Strecke verkehren drei Buslinien – an der gut 600 Meter langen Radwegeanlage Unter den Eichen fährt nur eine Buslinie, die M48.
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Doch keine klare Sache: Schadstellen lassen sich problemlos umfahren. | Foto: Daniela von Treuenfels[/caption]
Zurück also an den Botanischen Garten, an dessen Zaun entlang sich der außer Betrieb gesetzte Geh- und Radweg befindet. Fußgänger sind hier fast nicht anzutreffen, und vereinzelt kann man hier Radfahrer beobachten. Letztere finden hier weitaus bessere Bedingungen als am Hindenburgdamm. Der Weg ist gut befahrbar, und schadhafte Stellen lassen sich auf dem menschenleeren Fußweg gut umfahren. Das sieht mittlerweile auch die Senatsverkehrsverwaltung so. Der Fußverkehr sei „überschaubar“, begründet sie ihre Volte, und damit sei genug Platz für Radfahrer.
Diese Sichtweise kommt nicht gut an.
Der zur Umsetzung verpflichtete Bezirksstadtrat Urban Aykal (Grüne) gibt sich empört, die Anordnung des gemeinsamen Geh- und Radweges sei „sehr fragwürdig“. Der Bezirk habe Ende April 2026 im Rahmen einer Anhörung eine ausführliche Stellungnahme abgegeben. „Unsere darin fundiert begründeten Bedenken werden weggewischt“, so Aykal. Eine Nachfrage zur Einsicht in die Stellungnahme blieb ohne Antwort.
Die Verkehrsverwaltung verweist auf die Frage nach den Gegenargumenten auf die Begründung der Weisung an den Bezirk, den Radweg Unter den Eichen zurückzubauen. Das Dokument bezieht sich ausschließlich auf die Bus- und Radspur. Wie eine Sanierung des Gehwegs, der nun wieder Radweg werden soll, ausgeführt werden soll, wird nicht thematisiert.
„Mitunter“, heißt es in der Anordnung vom 29. Juli, gebe es aufgrund der „Einengung für die Radverkehrsanlage Höhe Botanischer Garten“, „Schwierigkeiten an der Kreuzung mit der BAB 103“. Die „Schwierigkeiten“ werden nicht näher benannt. Die „Stauwurzel“ an der Straßenkreuzung Am Fichtenberg ist laut Diagnose der Verwaltung die Mutter aller Probleme. Die beiden folgenden Fußgängerampeln am Begonien- und Asternplatz seien für die Überlastung nicht die Ursache.
Neben der Behinderung des Busverkehrs wird die Situation an der Kreuzung Schloßstraße / Hindenburgdamm aufgezeigt, die durch Fehlverhalten der Autofahrer entsteht: Obwohl der Stau deutlich erkennbar ist, überfahren einige Fahrer die Ampel. In der Folge stehen die Autos auf der Kreuzung und auch auf der Fußgängerquerung. Der Knotenpunkt liegt auf den Schulwegen zahlreicher Kinder, die drei naheliegende Schulen besuchen.
Die Lösung ist für die Verkehrsverwaltung die Herstellung des ursprünglichen Zustandes, fast jedenfalls: Um auf die gesetzlich vorgeschriebene Breite von 2,50 Meter zu kommen, wird dem alten Radweg der Gehweg zugeschlagen. 1,75m Gehweg plus 80 bis 100cm Radweg – passt. Wo die Fußgänger dann laufen sollen, bleibt offen.
Ob diese Linie vor Gericht Bestand hat, muss sich zeigen. Die Deutsche Umwelthilfe (DUH) hat bereits angekündigt, die geplante Abschaffung des Radwegs auf dem Rechtsweg zu stoppen. Die Organisation war bereits in einigen Berliner Verkehrsstreitsachen erfolgreich, zuletzt verhinderte die DUH die Abschaffung von Tempo 30 in der Albrechtstraße (