„Mietshaus-Palazzo“ Wulffstraße 14 in Steglitz ist Denkmal des Monats Juni

„Mietshaus-Palazzo“ Wulffstraße 14 in Steglitz ist Denkmal des Monats Juni

Foto: Denkmalschutzbehörde Steglitz-Zehlendorf

Die sogenannte Parzelle I zwischen heutiger Rothenburgstraße und Schloßstraße sowie Braillestraße bis Wrangelstraße war ein Filetstück, als die Domänenverwaltung das Schloßparkgelände nach der Reichsgründung 1871 in Bauland verwandelte. Der Block grenzte an die wichtigste Straßenverbindung von Berlin nach Potsdam, wurde geadelt durch das Gutshaus und befand sich fußläufig entfernt von der Eisenbahn. 1880 erwarb Otto Haack das circa vier Hektar große Areal am Fuß des Fichtenberges. Aus dem Gutshaus machte er ein florierendes Ausflugsetablissement, wie sie in Berliner Vororten in Mode kamen. Die übrigen Flächen wurden in ertragsreiche Wohnblöcke aufgeteilt. 1885 ließ er die Hohenzollern-, die heutige Wulffstraße anlegen. Der südliche Block zur Schloßstraße wurde in geschlossener Bauweise zu einem städtebaulichen Schutzschild für den nördlichen entwickelt, den freistehende „Mietervillen“, große Gärten und schmucke Einfriedungen charakterisieren.

Haack war ein typischer „Macher“ der Kaiserzeit. Von Beruf war er Kaufmann, bezeichnete sich selbst jedoch als „Kunstgaertner“, „Restaurateur“ und „Banquier“. Dazu war er als Meister von 1892 an für zehn Jahre Gemeindevertreter der im Gutshaus tagenden Johannis-Loge „Bruderbund am Fichtenberg“.

Foto: Denkmalschutzbehörde Steglitz-Zehlendorf

Aus dieser Zeit stammt das Haus Wulffstraße 14, das sich bemerkenswert von seinen historisierenden Nachbarn unterscheidet. Während sich die Architekten in der Umgebung konventioneller Musterbücher mit wilhelminischer Stilvielfalt bedienten, trumpft dieses Gebäude wie ein italienischer Palazzo mit flacher Dachneigung, vielfarbig glasierten Ziegelbändern und markanten Bogengliederungen auf. Eine asymmetrische Turmüberhöhung, Loggien und Balkone sowie der etwas aus dem Stil gefallene Seitenrisalit sorgen für das ungewöhnliche Fassadenbild.

120 Jahre nach Errichtung des Hauses werden in der zentralen Durchfahrt des Gebäudes Bodensetzungen deutlich. Die 1892 als neuestes Patent zum Einsatz gelangte Steineisendecke stellte nach Setzungen des Untergrundes für die Hausbewohner ein Verkehrssicherheitsproblem dar. Ein ingenieurtechnisches Gutachten kam zu dem Schluss, dass ein alter Bäkearm für die Setzungen verantwortlich ist. Der Bach entspringt auf dem Fichtenberg und mäandert im Untergrund bis zum Bäkequellpark südlich der Schloßstraße, von wo er seinen weiteren Verlauf in Richtung Teltowkanal nimmt.

Bedauerlicherweise ließ sich aufgrund der notwendigen Untergrundsanierung der in der Durchfahrt verlegte Schmuckboden aus hellen, achteckigen Feinsteinzeugfliesen mit roten Einlegern und vielfarbigen Randbordüren nicht erhalten. Umso erfreulicher aber war – neben der denkmalgerechten Wiederherstellung des Bodenbelages – die Bereitschaft der Eigentümerin, sich einer genaueren Betrachtung der aufgehenden Wände in Durchfahrt und Treppenhaus zu widmen.

Denn die vielfach übermalten Wandspiegel ließen bei Streiflichtbetrachtung eine aufwendige Malerei als Erstfassung vermuten. Um für die anstehenden Schlitzarbeiten der Strangsanierung Planungssicherheit zu erlangen, beauftragte die Eigentümerin die Restauratorin Dagmar Rothen-Nitsche mit der systematischen Untersuchung aller Oberflächen.

Und es trat Überraschendes zu Tage: Sowohl an den Wänden wie auch an der Decke waren die originalen Malereifassungen der Spiegelflächen erhalten. Sie wurden freigelegt, in gestörten Bereichen retuschiert und abschließend konserviert. So zeigt sich heute wieder eine goldene Amphorenvase auf türkisem Kelchpostament im Zentrum eines von Rocaillen gerahmten Tableaus. Erscheinen die grafischen Anteile mit der Schablone gezogen, so wirkt das Blumenbouquet freihand gemalt und dadurch besonders plastisch auf dem ansonsten leeren Spiegel. Malerei als Pendant einer fein stuckierten Rahmung, welche in konsequenter Umkehr auf jegliche Farbe verzichtet.

Foto: Julia Tarsten

Die baukünstlerischen Schmuckgattungen der Gründerjahre Grafik, Malerei und Stuckatur werden hier zelebriert. In ihrer plastischen Figuration spiegelt die Deckenuntersicht die Kompartimente des ursprünglichen Bodenbelages. So lässt sich schon vermuten, dass Otto Haack ein bisschen den Italienliebhaber und Kunstfreund mit seinem „Mietshaus-Palazzo“ thematisierte. Gestalterischen Anspruch kombinierte er mit sachlicher Ingenieurbaukunst, die auch in der Ausgestaltung der genieteten Eisentreppenkonstruktion mit aufgesattelten Setz- und Trittstufen zum Ausdruck kommt.

Das Haus Wulffstraße 14 bezeugt heute wieder ausdrucksstark die Gestaltungsvielfalt bürgerlicher Wohnkultur der Parzelle I am Fuße des Fichtenberges, die für die Häuser Braillestraße 3 und Wrangelstaße 5 in ähnlicher Qualität zu vermuten ist.

Text/ Redaktion: Dr. Jörg Rüter

Denkmalschutzbehörde

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Sommerferien in Steglitz-Zehlendorf

[caption id="attachment_100334" align="aligncenter" width="622"] Foto: Daniela von Treuenfels[/caption]
 
 
Endlich Ferien! Wer den Sommer ganz oder teilweise in der Stadt verbringt, hat viele Möglichkeiten und eine große Auswahl. Wir geben einen Überblick über die Angebote für Kinder und Jugendliche im Bezirk. Erste Adresse für alle, die Lust auf Unternehmungen, Workshops, gemeinsames Chillen und Abhängen, Sport und Bewegung, Tanz und Theater und vieles mehr haben, ist die Überblicksseite des Bezirksamtes Steglitz-Zehlendorf. Hier werden die Programme der Kinder- und Jugendfreizeiteinrichtungen für alle Altersgruppen präsentiert. Ein Auswahlmenü erlaubt die gezielte Suche nach Alter des Kindes, Ferienwoche, Ortsteil und Jugendfreizeiteinrichtung. Je nach Interesse kann man sich verschiedene Kategorien anzeigen lassen. Es gibt auch die Möglichkeit, nach kostenlosen Angeboten zu filtern. Das Jugendamt Steglitz-Zehlendorf organisiert für Kinder und Jugendliche des Bezirkes auch Reisen. Hier gibt es eine Übersicht über das Angebot und über freie Plätze. Die Reisen können dann direkt bei den Anbietern gebucht werden. Auch jenseits der Kinder- und Jugendfreizeiteinrichtungen gibt es ein breites Ferienangebot für Kinder und Familien. Eine Plattform, die die verschiedenen Aktivitäten bündelt, gibt es jedoch nicht. Hier ist unser Versuch eines Überblicks, wir freuen uns über weitere Hinweise an redaktion@stadtrand-nachrichten.de. Wir ergänzen laufend.

Ins Strandbad Wannsee

fährt auch in diesem Jahr wieder der Bäderbus der BVG ab dem S-Bahnhof Nikolassee: https://stadtrand-nachrichten.de/mit-dem-baederbus-ins-strandbad-wannsee/

Mit dem Schiff über den Wannsee

ist mit einer Fähre der BVG nicht teuer. Die Linien sind Teil des öffentlichen Nahverkehrs, und damit reicht ein gültiges Ticket im Tarifbereich Berlin AB, auch das Deutschlandticket gilt. Zum Beispiel die F10, sie ist eine von sechs Fährlinien der BVG. Die Fähre verbindet den S-Bahnhof Wannsee mit Alt-Kladow. Die rund 20-minütige Überfahrt führt über den Großen Wannsee und die Havel, vorbei an viel Wasser, grünen Ufern und der Havelinsel Schwanenwerder. Die F10 ist barrierearm nutzbar und bietet zudem Platz für Fahrräder. In den Ferien (bis 30. August) verkehrt die Linie Montag bis Freitag: 6 bis 21 Uhr, Samstag: 7 bis 21 Uhr, Sonntag: 9 bis 21 Uhr

Kulturkorso

Ferienangebote von 16 Museen und Ausstellungshäusern in Steglitz-Zehlendorf gibt es gebündelt auf der Webseite des Netzwerkes.  zum Überblick: https://www.kulturkorso.de/ferienprogramm

Natur Park Südgelände

Sommerferienprogramm  Alle Infos und Termine: https://www.natur-park-suedgelaende.de/  

talentCAMPus

In der 1. Ferienwoche vom 13.-17. Juli 2026  talentCAMPus inklusiv in Kooperation mit dem Verein „Eltern beraten Eltern von Kindern mit und ohne Behinderung e.V.“ (EbE) und dem Jugend- und Familienzentrum „JeverNeun“. Hier können 30 Kinder und Jugendliche aus sechs Workshops wählen. Das Besondere an diesem talentCAMPus: Für Kinder mit einer Behinderung oder zusätzlichem Betreuungsbedarf sind kompetente Assistent:innen vor Ort, die die Teilnehmenden unterstützen. In der 2. Ferienwoche vom 20.-24. Juli 2026 findet der talentCAMPus kreativ im Haus Phoenix des Mittelhof e.V. am Teltower Damm 228 statt. 40 Kinder und Jugendliche können daran teilnehmen und aus acht Workshops wählen. Themen der Workshops: Streetdance, Musik, Fotografie, Video, Upcycling, Survival-Abenteuer, Rap oder Graffiti. Die Anmeldung ist ab sofort über die Volkhochschule Steglitz-Zehlendorf (talentCAMPus kreativ), bzw. für den talentCAMPus inklusiv über den Kooperations-Partner „EbE“ möglich. Die Anmeldeunterlagen sind auf der Website der VHS Steglitz-Zehlendorf zu finden. Die Plätze werden ab dem 19. Juni vergeben. Für junge Menschen im Alter von 10-16 Jahren. Jeweils von 10.00-16.00 Uhr. Kostenlos, inklusive Mittagessen. Weitere Informationen: Michael S. Rauscher (Stellv. Leitung der VHS Steglitz-Zehlendorf, Projektleitung talentCAMPus) E-Mail: rauscher@vhssz.de , Tel.: 030-90299-5084

International Summer Workshop

Das wannseeFORUM Berlin lädt vom 11. bis 18. Juli junge Menschen zwischen 17 und 26 Jahren aus Deutschland, Polen, Spanien und Tschechien ein zum International Summer Workshop. Neun Tage lang erwartet die Teilnehmenden eine internationale Jugendbegegnung mit kreativen Workshops, Gruppenaktivitäten und jeder Menge Möglichkeiten, neue Freundschaften zu knüpfen. Kosten: 147 € Teilnahmebeitrag für Programm, Unterkunft und Verpflegung  alle Infos: https://wannseeforum.de/seminare/international-summerworkshop-2026/

Sommeruni der FU

Vom 10. bis 21. August 2026 lädt die Freie Universität Berlin erneut interessierte Schülerinnen und Schüler ab der 10. Klassenstufe zur SommerUNI ein. Beteiligt sind die Fachbereiche Mathematik und Informatik, Physik und Biologie, Chemie und Pharmazie sowie die Geowissenschaften und die Human- und Veterinärmedizin. Um einen möglichst breiten Einblick in das Fächerspektrum der Universität zu ermöglichen, werden vormittags ein- bis viertägige Kurse angeboten. Ergänzt wird das Programm durch täglich stattfindende Nachmittagsvorlesungen zu aktuellen Themen aus Wissenschaft und Forschung. Die Teilnahme an den Kursen kostet 10 Euro pro Tag. Alle Vorlesungen sind öffentlich und kostenfrei. alle Infos: https://www.fu-berlin.de/sites/sommeruni/index.html

Sternwarte

Das Planetarium am Insulaner ist derzeit wegen Sanierungsarbeiten geschlossen. Aber die Wilhelm-Foerster-Sternwarte oben auf dem Hügel bietet freitags und samstags Beobachtungsnächte für Sternengucker ab 12 Jahren. https://www.planetarium.berlin/veranstaltungen/beobachtungsnacht-auf-der-wilhelm-foerster-sternwarte

Domäne Dahlem

Die Museen der Domäne Dahlem und die Gastronomie sind den ganzen Sommer über geöffnet. Infos: https://www.domaene-dahlem.de/  
Feriencamp für Kinder von 8 bis 12 Jahren 1. Ferienwoche: Montag, 13. Juli bis Freitag, 17. Juli 2026, jeweils 9:30–14:30 Uhr 6. Ferienwoche: Montag, 17. August bis Freitag, 21. August 2026, jeweils 9:30–14:30 Uhr  Tägliches Mittagessen und gesunder Pausensnack inklusive Kosten: 240 € für eine Woche, Keine einzelnen Tage buchbar https://www.domaene-dahlem.de/sommerferien-auf-der-domaene/

Volkshochschule

Die VHS Steglitz-Zehlendorf bietet auch in diesem Sommer wieder ein spezielles Programm an. Sprache, Bewegung, Kunst, Finanzbildung... - das Angebot ist vielfältig. Alle Infos: https://www.berlin.de/vhs/volkshochschulen/steglitz-zehlendorf/

Museumsdorf Düppel

In den Sommerferien ist das Museumsdorf täglich (außer mittwochs) von 10 bis 18 Uhr geöffnet. In der nachgebauten Dorfanlage einer mittelalterlichen Siedlung erleben Interessierte den Alltag der Landbevölkerung, die hier vor acht Jahrhunderten lebte. Auf dem Acker sprießt die wilde Brache neben ausgesäten Nutzpflanzen wie dem Winterroggen und dem Hanf. Auch typische Nutztiere des Mittelalters gibt es, darunter einen Ochsen und Skudden, eine vom Aussterben bedrohte Schafrasse, deren Nachwuchs aus dem Frühjahr nicht nur Familien mit Kindern Freude macht. https://www.stadtmuseum.de/museum/museumsdorf-dueppel
 

Ferienkurs der Jugendkunstschule

https://www.youkunst.de/ferienkurse.html

Jugend im Museum

Kurse des Vereins in Steglitz-Zehlendorf https://www.jugend-im-museum.de/kurse/ferienkurse/

STK Hockey Camp

Fans only: Bei diesem Camp steht eindeutig HOCKEY im Vordergrund. Du solltest Hockey lieben und U12+ Spieler*in sein. Du trainierst mindestens 2mal wöchentlich und fehlst bei keinem Punktspiel. Du möchtest besser werden und einmal konzentriert über mehrere Tage mit Profis trainieren. Fitness und Athletik sind keine Fremdwörter für Dich. In der ersten Ferienwoche. STK Mitglied 250,- Euro Nicht-Mitglied 300,- Euro mehr hier

Feriencamps beim BHC (Hockey)

Jeweils einwöchige Camps in der 3. und 4. Ferienwoche rund um den Ball: Die BHC-Sportarten Hockey, Lacrosse und Tennis werden durch viele weitere abwechslungsreiche Ball- und Trendsportarten ergänzt, die Kinder zwischen 5 und 13 Jahren innerhalb einer Camp-Woche spielerisch kennenlernen können: Kindgerechte Lauf-, Werf- und Fangspiele wie Basketball, Handball, Tag-Rugby, Baseball, Badminton und Fußball . Keine Vorkenntnisse erforderlich. Mo - Fr 8 - 17 Uhr 260 Euro https://www.kidz-in-motion.de/standorte/berlin-zehlendorf/

Fußball Feriencamps

des FC Hertha 03 in allen Ferienwochen. Die Spielerinnen und Spieler erhalten eine Ganztagesbetreuung mit Frühstück und Mittagessen sowie Pausengetränken und Snacks. Kosten: 159 € / Woche. Für Kinder von 6 – 12 Jahren. Mädchencamp in zwei Ferienwochen (7 – 12 Jahre). Kosten 159 € https://www.h03.de/feriencamps/

TusLi-Feriencamps

Spiel-, Sport- und Spaß-Programm im Stadion Lichterfelde – alternativ bei schlechtem Wetter in der Willi-Graf-Sporthalle – an. 5 Tage in der Woche, jeweils von 8:30-16:00 Uhr. Preis an 170 Euro wenige freie PLätze, es gibt Wartelisten https://tusli.de/veranstaltungen/tusli-feriencamps/

Sommercamp der Basketball Gemeinschaft Zehlendorf

Mini-Camp für die Jahrgänge 2015 - 2019 (u8-u12) 20. - 24. Juli 2026, ab 239 Euro Leistungscamp für die Jahrgänge 2011 - 2014 (u14-u16) 27-. - 31. Juli 2026, ab 239 Euro Die Camps werden in der Sporthalle der John-F.-Kennedy-Schule stattfinden. https://www.bgz.net/news/bgz-sommercamps-sind-online---jetzt-anmelden

SSC Südwest Basketball

diverse Camps für verschiedene Altersgruppen Ort: Bröndy-Oberschule Lankwitz 230 Euro pro Woche https://www.basketball-suedwest.de/camps

Waldschule Zehlendorf

Hier finden sich die Ferienangebote der Berliner Waldschulen: http://www.jibw.de/veranstaltungen/ferienwochen/

Bezirksübergreifend

Eine Übersicht über Ferienangebote in Berlin gibt es auch bei berlin-familie.de

Daniela von Treuenfels

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