Hundeauslauf am Schlachtensee und Krumme Lanke: Leinenpflicht oder nicht?

Hundeauslauf am Schlachtensee und Krumme Lanke: Leinenpflicht oder nicht?
Archiv-Foto: Gogol

Archiv-Foto: Gogol

Dürfen Hunde an den Ufern von Schlachtensee und Krumme Lanke mitgeführt werden,  dürfen sie dort auch frei laufen? Noch immer herrscht Verwirrung um die Frage, was erlaubt ist und was nicht. Deshalb erklärten das Bezirksamt Steglitz-Zehlendorf und die Berliner Forsten nun in einer Pressemitteilung:

„An beiden Seen ist das Mitführen von Hunden auf den Uferwegen aktuell erlaubt, wobei die gesetzliche Leinenpflicht zu beachten ist. In dem Hundeauslaufgebiet nördlich der Seen dürfen Hunde unangeleint mitgenommen werden. An öffentlichen Badestellen und auf Kinderspielplätzen sowie auf gekennzeichneten Liegewiesen ist das Mitnehmen von Hunden hingegen gesetzlich verboten. Einzelne Bereiche rund um die Seen sind außerdem zu Zwecken des Biotop- und Uferschutzes eingezäunt und dürfen daher nicht betreten werden“. Da das Hundeauslaufgebiet, wie es in der Mitteilung weiter heißt, „auf der Nordwestseite der Seen oberhalb des Hangs“ beginnt, herrscht also am gesamten Ufer Leinenpflicht.

Das sieht wiederum die Erna-Graeff-Stiftung anders. Sie geht davon aus, dass nach der Aufhebung des sogenannten Hundeverbotes am Südufer Leinenpflicht gilt, am Nordufer keine saisonalen oder sonstigen Einschränkungen wirksam sind, da es Teil des Hundeauslaufgebiets ist.

Doch woher kommen die unterschiedlichen Auffassungen? Im Rahmen des ersten Hundeverbotes war das Hundeauslaufgebiet verschoben worden: Es wurde um 0,3 Quadratkilometer von Schlachtensee und Krumme Lanke zurückgezogen, so dass die Wege am Nordufer nicht mehr Teil des Hundeauslaufgebiets waren. Diese Änderung war in den Gerichtsverhandlungen allerdings nie thematisiert worden. Das erste Urteil „betraf nur die Kennzeichnung der Badestellen und hat sich zum Hundeauslaufgebiet nicht verhalten“, erklärt Stephan Groscurth, Pressesprecher des Verwaltungsgerichts Berlin, auf Nachfrage der StadtrandNachrichten. Auch in der zweiten Verhandlung ging es lediglich um die sofortige Vollstreckung des saisonalen Hundeverbotes, obwohl es dagegen Einsprüche gegen hatte.  Gegen die Änderung des Hundeauslaufgebietes hatte es keine Klagen gegeben, weshalb es sie nicht aufgehoben wurde.

(go)

Hinterlasse eine Antwort

3s
Subscribe to Our Newsletter
Stay Updated!
Learn Awesome Quick Tactics to convert more visitors of your website to subscribers and clients.
Kunstausstellungen in Steglitz-Zehlendorf
Unterstützen Sie unsere Arbeit mit Ihrer Spende
Get the latest business resources on the market delivered to you weekly.

Spazierengehen im grünen Südwesten

[caption id="attachment_87952" align="aligncenter" width="620"] Foto: joh.sch[/caption]
 
Steglitz-Zehlendorf per Pedes: Aktionstage im Frühling und regelmäßige Angebote machen Lust auf Spaziergänge in einem der grünsten Bezirk Berlins. Von allen Fortbewegungsarten hat Zufußgehen den geringsten ökologischen Fußabdruck und beansprucht am wenigsten Platz. Vor allem die körperliche Fitness, das Herz-Kreislauf-System und der Stoffwechsel profitieren von regelmäßiger Bewegung. Insbesondere für inaktive und stark übergewichtige Menschen bringt es einen deutlichen Gesundheitsvorteil und eine um mehr als acht Monate längere Lebenserwartung, wenn sie an den meisten Tagen der Woche mindestens 30 Minuten zu Fuß unterwegs sind. Diese Fakten finden sich auf den Seiten des Bezirksamtes Steglitz-Zehlendorf mit dem etwas sperrigen Untertitel „Qualitätsentwicklung. Planung und Koordination im öffentlichen Gesundheitswesen“. Wer sich im Angebot der GPK umschaut, findet in diesen Tagen das Programm der diesjährigen Aktionstage „Ge(h)meinsam unterwegs“, die im Mai stattfinden. Steglitz-Zehlendorf nimmt bereits zum vierten Mal mit einem vielfältigen Programm an der Aktion teil. Es gibt sowohl einmalige Aktionen, die Lust auf Spazierengehen als einfache Möglichkeit der Bewegung machen wollen, als auch regelmäßige Spaziergangsgruppen, die sich in diesem Monat vorstellen und offen für neue Teilnehmende sind. Alle können an der Aktion teilnehmen. Ausgangs- und Endpunkt für die kleinen Gruppen sind meist Nachbarschafts- oder Stadtteileinrichtungen. Das gedruckte Programm wird nach Ostern in den Bürgerämtern, Bibliotheken, den Volkshochschulen des Bezirkes und bei den teilnehmenden Einrichtungen ausliegen. Die Online-Version gibt es hier: www.steglitz-zehlendorf.de/spaziergangsmonat. Im ganzen Bezirk treffen sich regelmäßig (meist ältere) Menschen, die gemeinsam spazierengehen. Alle Termine, Treffpunkte und Kontaktmöglichkeiten finden sich auf dieser Seite: https://www.berlin.de/ba-steglitz-zehlendorf/politik-und-verwaltung/service-und-organisationseinheiten/qualitaetsentwicklung-planung-und-koordination-im-oeffentlichen-gesundheitsdienst/artikel.1237351.php Hier gibt es auch viele weitere Informationen zu Audiowalks, dem Projekt „Zu Fuß zur Schule und Kita“ und interessanten Weblinks. Steglitz-Zehlendorf ist laut Umweltgerechtigkeitsatlas Berlin der Bezirk mit der geringsten Umweltbelastung. Hier gibt es einen hohen Anteil an Vegetation und einen vergleichsweise geringen Anteil an Siedlungs- und Verkehrsfläche. Eine Grünfläche ist vom Wohnort aus in der Regel in wenigen Minuten zu Fuß zu erreichen. Dennoch ist der südwestliche Stadtrand eine Region der weiten Wege. In Steglitz-Zehlendorf gibt es in absoluten Zahlen, als auch bezogen auf die Bevölkerung, den höchsten PKW-Bestand aller Bezirke. Trotzdem ist laut Verkehrsunfallstatistik nur in drei Bezirken der Anteil der verletzten Fußgänger niedriger. Bei der letzten Befragung zur Verkehrsmittelwahl im Jahr 2018 haben die Einwohner von Steglitz-Zehlendorf angegeben, dass sie je etwa ein Viertel ihrer täglichen Wege zu Fuß und mit öffentlichen Verkehrsmitteln zurücklegen. Die zu Fuß zurückgelegten Wege sind im Mittel 0,9 km lang und dauern 14 Minuten. Rechnet man die Zufuß-Leistung der hier lebenden Menschen hoch, kommt man trotzdem schon auf knapp 260.000 zu Fuß zurückgelegte Kilometer pro Tag, das sind rund 6,4 Erdumrundungen. Im Jahr addieren sich die Fußwege der Bezirksbevölkerung auf mehr als 94 Millionen Kilometer. Noch mehr spannende Fakten gibt es auf den Seiten der „Organisationseinheit für Qualitätsentwicklung, Planung und Koordination im öffentlichen Gesundheitsdienst“. Wir empfehlen beim Stöbern den Einsatz des Streamingdienstes des Vertrauens. Mit „Take a walk on the wild side“ in den Ohren klappt das mit dem Sprung in die bequemen Schuhe ganz wunderbar. Zum QPK: https://www.berlin.de/ba-steglitz-zehlendorf/politik-und-verwaltung/service-und-organisationseinheiten/qualitaetsentwicklung-planung-und-koordination-im-oeffentlichen-gesundheitsdienst/ zu den Aktionstagen „Ge(h)meinsam unterwegs“: https://www.berlin.de/ba-steglitz-zehlendorf/politik-und-verwaltung/service-und-organisationseinheiten/qualitaetsentwicklung-planung-und-koordination-im-oeffentlichen-gesundheitsdienst/artikel.1237351.php

Daniela von Treuenfels

Die Stadtrand-Nachrichten finanzieren sich durch freiwillige Zahlungen ihrer Leserinnen und Leser. Wenn es Ihnen hier gefällt, Sie etwas Spannendes entdeckt oder etwas Neues gelernt haben, können Sie uns via Paypal ein Trinkgeld dalassen. Herzlichen Dank! Hier geht es zu unserem Paypal-Konto