Roma Flagge auf dem Rathaus Zehlendorf. | Archivbild: Daniela von Treuenfels

Am 8. April weht die Flagge der Roma an Berliner Rathäusern. Anlass ist der Roma Day, der auf die Situation eines Volkes aufmerksam macht, das in jedem Land eine ethnische Minderheit darstellt.

Am 8. April ist der 54. Internationale Tag der Roma, und zu diesem Anlass wird auch am Rathaus Zehlendorf die Flagge der Roma gehisst. Mit fast allen anderen Berliner Bezirken setzt Steglitz-Zehlendorf damit ein Statement gegen Ausgrenzung und für Respekt und Gleichberechtigung. „Mit dem Hissen der Roma-Flagge anlässlich des Weltromatags wollen wir Solidarität mit Roma und Romanja in Berlin, Deutschland, Europa und der Welt zeigen und darauf aufmerksam machen, dass ein entschlossener Einsatz gegen Diskriminierung und für gleichberechtigte Teilhabe in unserer Gesellschaft weiterhin wichtig ist“, so Bezirksbürgermeisterin Maren Schellenberg (Grüne).

Die Initiative zu dieser Aktion kam vor einigen Jahren vom Berliner Verein Amaro Foro, einem transkulturellen Jugendverband, der sich gegen Antiziganismus und für Teilhabe engagiert. Die Beflaggung einiger Rathäuser fand 2020 zum ersten Mal statt. Der Bezirk Steglitz-Zehlendorf beteiligt sich seit 2022 am Roma Day.

Der Internationale Tag der Roma ist ein weltweiter Aktionstag, der auf die Situation der Roma aufmerksam macht und an dem ihre Kultur gefeiert wird. Dieser Tag erinnert an den ersten Internationalen Roma-Kongress, der am 8. April 1971 bei London stattfand und das Ziel hatte, soziale Gerechtigkeit und Gleichberechtigung zu erreichen. Diese erste internationale Vereinigung war Zeichen eines neuen Selbstbewusstseins, das seinen Ausdruck in einer eigenen Hymne, einer eigenen Flagge und der Einigung auf die Selbstbezeichnung Roma fand.

Sinti und Roma leben als ethnisch-kulturelle Minderheit auf allen Kontinenten. Die große Mehrheit von ihnen lebt seit mindestens 700 Jahren in Europa (vor allem in Südosteuropa, in einigen mitteleuropäischen Staaten wie z.B. unteranderem in Deutschland und Großbritannien sowie in Spanien und Frankreich). Roma bilden mit ca. 12 Millionen Menschen die größte ethnische Minderheit Europas und waren über Jahrhunderte ausgegrenzt und diskriminiert. Zur Zeit des Nationalsozialismus wurden 500.000 europäische Roma Opfer eines nationalsozialistischen Genozids (“Porajmos”), der lange Zeit nicht als solcher anerkannt wurde.

Anlässlich des Internationalen Aktionstages werden die Roma mit ihrer Flagge sichtbar. Sie wurde beim First World Romani Congress im Jahr 1971 in London als allgemeines Symbol der internationalen Roma-Ethnie proklamiert. Das Blau in der oberen Hälfte und das Grün in der unteren Hälfte repräsentieren Himmel und Erde. Außerdem enthält die Flagge der Roma ein rotes Chakra, auch Speichenrad genannt, im Zentrum der Flagge. Das Chakra bezieht sich auf die indische Herkunft der Roma. Die indische Flagge enthält ebenfalls ein Chakra.

Weiterführende Informationen

Zentralrat Deutscher Sinti und Roma

Für Kinder: ZDF Logo

Wikibrief: Flagge des Roma-Volkes


Daniela von Treuenfels

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