13. November 2025
im Rahmen des Projektes "Maschinen dröhnen, Nadel schleppt den Faden, scharfes Messer glänzt, schneidet entzwei und sticht" der Künstlerin Dominique Hurth in der Mahn- und Gedenkstätte Ravensbrück haben ist eine besondere Veranstaltung zur Textilgeschichte zu Gast:
"Die Aufseherinnen-Uniform"
Podiumsgespräch mit der Textilrestauratorin Susanne Buch, der Historikerin Dr. Simone Erpel und der Künstlerin Dominique Hurth zu historischen, sozialen, kuratorischen und restauratorischen Aspekten der Ravensbrücker Aufseherinnen-Uniform
In der Weberei im ehemaligen „Industriehof“ der heutigen Mahn- und Gedenkstätte Ravensbrück präsentiert Dominique Hurth eine künstlerische Intervention (nur noch bis zum 31.10.25), die ihren Titel aus dem Gedicht „Die Nachtschicht“ (1942/43) von Halina Golczowa zitiert: Darin beschreibt Halina Golczowa eine laute und rasende Umgebung; eine phrenetische Bewegung von Arbeiterinnen, der Maschinerie und Nähmaterialien bildet den Hintergrund für ihre Schilderung der mörderischen Zwangsarbeit, deren Teil die Dichterin war und an deren Folgen sie 1963 starb.
Im Rahmen dieser Abendveranstaltung wird aus historischer, kuratorischer und restauratorischer Perspektive über die Aufseherinnen-Uniform gesprochen, was an ihr fasziniert und wie sie zu unserem heutigen Bild von KZ-Aufseherinnen beiträgt. Dabei geht es auch um Fälschungen dieser Uniform und wie diese erkannt werden können.
Kostenfrei – um Anmeldung wird gebeten












Foto: Patrick Meyer[/caption]
Von Milwaukee über Asien nach Steglitz-Zehlendorf, vom US-Soldaten zur Berliner Radiolegende. Ende März ist Rik de Lisle gestorben, er wurde 79 Jahre alt.
Ein Beitrag von Patrick Meyer
„Hi! Icke bin’s, der Alte Ami, Rik de Lisle!“ Jahrzehnte lang begrüßte Rik so die Berlinerinnen und Berliner zu seinen Shows, auch als die Stadt noch geteilt war. Er war schon mit Mitte 30 der „Alte Ami“ - weil er einer der ältesten Kollegen in der Redaktion war und es einfach auch gut klang. Viele waren überrascht, dass hinter der markanten Stimme mit dem unverwechselbaren amerikanischen Akzent aus dem Radio ein weißer, bärtiger Mann stand.
Rik, der Junge aus Milwaukee war durch eine Verkettung überraschender Umstände in West-Berlin gelandet: inmitten des Kalten Krieges strandete er auf einer kleinen Insel, wo Punks und Bankangestellte zusammen ein Bier tranken und sich gegenseitig den Sinn des Lebens erklärten. West-Berlin war so ein absurdes, weltpolitisches Konzept, das dem AFN-Diskjockey, der aus dem Rettungssanitäter geworden war, gefiel und in der Stadt bleiben ließ. Für immer. Rik hatte Berlin verstanden.
Obwohl man hörte, dass er nicht in Lichterfelde oder Charlottenburg aufgewachsen war, bestand schnell kein Zweifel mehr daran, dass Rik ein Berliner Original war. Er liebte die Menschen, aber nicht unbedingt das Rampenlicht. Ein Typ, der sich interessierte, aber nicht wollte, dass man ihm die Zeit stiehlt. Ein Perfektionist seines Fachs, der Talente erkannte und förderte, Einsatz forderte und mit seiner Meinung nicht hinterm Berg hielt, auch wenn das bedeuten konnte, jemanden zu verletzen.
Den Hörern war das Wurscht, weil sie spürten, dass er Radio liebte. Er brachte amerikanische Musik und das freiheitliche Lebensgefühl in den Alltag vieler Menschen, die oft mit dem Kassettenrecorder die neuesten Songs aufnehmen wollten, die Rik in seinen Shows spielte.
Als ich ihn irgendwann fragte, ob wir sein Leben nicht dokumentarisch festhalten sollten, fand er die Idee erst befremdlich und stimmte dann doch zu. So entstand 2017 der englischsprachige Film „