Seit über zehn Jahren steht das Steglitzer Wahrzeichen in der Schloßstraße leer. Immer wieder gab es Ankündigungen über bevorstehende Sanierungen oder die Wiedereröffnung. Jetzt steht der Turm zum Verkauf.
Das 46 Meter hohe Bauwerk wird im internationalen Onlinekatalog des Auktionshauses Sotheby’s für 3,2 Millionen Euro zum Kauf angeboten. Darüber berichtete gestern als Erste die B.Z.
Das markante Gebäude wurde in den 1970ern erbaut. Damals wurde es als Turmrestaurant mit 398 Besucherplätzen konzipiert. Die Nutzung wechselte jedoch oft: Restaurant, Café, Diskothek sogar als Sendeplatz des Rias wurde der Turm genutzt. Dazwischen gab es immer wieder Leerstand.
Seit über zehn Jahren gehört der Bierpinsel Unternehmerin Tita Laternser. Nach dem Kauf wollte sie ihn sanieren. Doch ein großer Wasserschaden und ein jahrelanger Streit mit der Versicherung verzögerten das Vorhaben.
Laut Axel Bering, Geschäftsführer der Schlossturm GmbH und Sprecher der Eigentümerin, habe man sich nun entschieden, den Turm abzugeben, sollte jemand ihn für den geforderten Preis kaufen wollen. Findet sich kein Käufer, würde man die vor circa fünf Monaten angekündigten Pläne in die Tat umsetzen. Dabei ging es unter anderem um Brandschutzmaßnahmen und die Suche nach einem neuen Nutzer.
Auch die Gestaltung der Fassade muss noch geklärt werden. Anfang 2017 wurde das kuriose Bauwerk unter Denkmalschutz gestellt. Es ist jedoch nicht ganz klar, ob auch das Graffiti, das eigentlich nur für ein Jahr zu sehen sein sollte, unter dem Denkmalschutz steht, oder ob der Turm mit der ursprünglichen roten Farbe unter Schutz gestellt wurde.
(eb)













Kraftwerk Steglitz | Foto: Daniela von Treuenfels[/caption]
Das Insolvenzgericht Charlottenburg hat am 7. Mai einen Antrag auf Eröffnung eines Insolvenzverfahrens über das Vermögen der SF Grambin Beteiligung GmbH gestellt. Dem Unternehmen gehört das Gelände des ehemaligen Kraftwerks Steglitz.
Mit seinem Antrag trifft das Gericht Sicherungsmaßnahmen, um das Vermögen bis zur eigentlichen Entscheidung über die Eröffnung des Insolvenzverfahrens zu erhalten. Es wurde ein vorläufiger Insolvenzverwalter bestellt.
„Der wird den Beschluss morgen wieder aufheben“, ist sich Steffen Fräbel, Geschäftsführer der Grambin GmbH sicher. Die Gesellschaft, deren alleiniger Gesellschafter Fräbel ist, habe vom Finanzamt die Aufforderung erhalten, einen Grundsteuerbescheid für 2024 zu begleichen, der am 1.7.2024 fällig wurde. „Wir haben aber erst am 15. Juni gekauft“, so Fräbel, für die Rechnung sei er nicht haftbar. Insgesamt gehe es nun um eine Forderung von rund 32.000 Euro, die unter Vorbehalt an das Finanzamt gezahlt werden solle. „Ich überweise heute 40.000 Euro. Das ist morgen wieder vom Tisch.“