Mädchen interessieren sich für viele Dinge: für Natur- und Umweltschutz, für ein mögliches NPD-Verbot, dafür, warum Kinder nicht wählen dürfen, für die Preise im öffentlichen Nahverkehr, für Kinderarbeit … Und manche interessieren sich nicht nur, sie engagieren sich auch. So wie rund 75 Steglitz-Zehlendorfer Mädchen, die am Dienstag an der Open-Space-Veranstaltung „Mädchen suchen Politik, Politik sucht Mädchen“ teilnahmen.
In einer ersten Gesprächsrunde mit Politikern und anderen Fachleuten diskutierten die Mädchen, stellten Fragen zu Themen, die sie bewegten. Daraus ergaben sich dann die Themen für die weiteren drei Fragerunden, in denen die Mädchen sich einzelnen Themen annahmen und überlegten, was sie selbst tun können.
Ein Ergebnis des Tages: Eine Arbeitsgemeinschaft aus Schülerinnen der Wilma-Rudolph-Oberschule will sich mit Unterstützung der Frauenbeauftragten des Bezirks, Hildegard Josten, und der SPD-Politikerin und Mitglied des Berliner Abgeordnetenhaus Ina Czyborra für die Gründung eines Mädchen- und Frauenkompetenzzentrums stark machen. Das sei ein Ort, wo Frauen und Mädchen auf vielfältige Weise unterstützt werden sollen, erklärt die Leiterin der Mädchenförderung Dorothee Brinkmann. Frauen sollen beispielsweise Hilfe beim Wiedereinstieg in den Beruf erhalten, Mädchen Unterstützung bei der Berufs-, Familien- und Lebensplanung.
Vereinbarungen mit Erwachsenen, wie es sie im vergangenen Jahr gab, wurden in diesem Jahr nicht geschlossen. Sie seien beim letzten Mal ins Leere gelaufen, erläuterte Brinkmann. Dafür arbeitet man in diesem Jahr eng mit dem Kinder- und Jugendbüro Steglitz-Zehlendorf zusammen, das in vier Wochen ein Forum veranstaltet, bei dem Kinder und Jugendliche Politiker für ihre Anliegen gewinnen können. Bisher sei man getrennte Wege gegangen, obwohl doch beide Projekte sich für Partizipation und Beteiligung junger Menschen einsetzen, bedauerte Brinkmann. Für dieses Kinder- und Jugendforum aber auch unabhängig davon wird weiter an den am Dienstag besprochenen Themen gearbeitet. Unter anderem von Adelina und Aleyna. Die beiden elf- und zehnjährigen Mädchen besuchen die Grundschule am Stadtpark Steglitz. Sie haben sich mit dem Thema Mobbing beschäftigt. Viele Schüler könnten sich keine teuren oder trendigen Klamotten kaufen und würden deshalb gehänselt. Deshalb befürworten die beiden Mädchen Schuluniformen. Über das Thema Mobbing möchten sie mit einem Theaterstück aufklären, welches sie mit Hilfe einer Freizeiteinrichtung inszenieren wollen.
Brinkmann ist sehr zufrieden mit der Veranstaltung. Es ist die dritte insgesamt und in jedem Jahr mache man neue Erfahrungen und lerne etwas Neues. Was sie jedoch bedauere, sei, dass die bisherigen Veranstaltung so wenig nachhaltig gewesen seien. Deshalb wolle man sie zukünftig ergänzen, etwa durch Workshops zur Vor- und Nachbereitung. Doch dafür müsse man die Schulen ins Boot holen. In diesem Jahr habe man damit begonnen und in Klassen von dem Projekt berichtet. Das Ergebnis: Auch die Jungs wollen in Zukunft eine solche Veranstaltung für sich haben.
(go)












Foto: Daniela von Treuenfels[/caption]