
Die Rinde des Apfelbaums und ihre Verfremdung: Ein Beispiel für die Arbeit Hickischs. Fotos: Hickisch
Man lernt nie aus – auch nicht mit 73 Jahren. Das erfuhr Brigitte¹ Hickisch bei der Eröffnung ihrer Ausstellung „Metamorphosen – im Dialog mit Baumrinden“ im Botanischen Museum. Denn was sie mit ihrer Kamera festhält und verfremdet ist keine Rinde, sondern Borke, habe ihr ein Botaniker erklärt, erzählt Hickisch. Doch die Schau mit ihren Bildern sei auch keine wissenschaftliche, sondern eine künstlerische, so die Neu-Pankowerin.
Hickisch fotografiert Baumrinden – oder eben Borken. Anschließend bearbeitet sie die Fotos an ihrem Computer mit einem Bildbearbeitungsprogramm. „Schwarzgenerierung“ nennt die fotografische Autodidaktin das, was sie am Computer mit ihren Bildern macht, „weil die dunklen Farben in ihre helleren Einzelfarben zerlegt werden“, erklärt sie. Im Blick bleibt dabei stets das gesamte Bild, sie bearbeite keine Ausschnitte oder sogar nur Pixel, so Hickisch. Auf diese Weise entstehen ungewöhnliche Bilder, zum Beispiel eine „Auenlandschaft“.
Angefangen hat alles vor rund zehn Jahren. Die Rinde sei ja oft ein dunkles, nicht definierbares Teil eines Baumes, an dem man achtlos vorbei gehe. Doch im Schlosspark Gusow (Märkisch-Oderland) habe sie dann eine mehr als 250 Jahre alte Plantane gesehen, „an der konnte ich nicht vorbei gehen“, berichtet Hickisch. Die Rinde leuchtete in verschiedenen Farben. „Das war das erste Mal, dass ich gesehen habe, wie schön Borken sein können“, erzählt die ehemalige Steglitzerin. Zuhause fand sie dann, dass der fotografierte Ausschnitt in seinen zarten Farben einem Gemälde ähnele.
Auch wenn sie sich bemühe, bei ihren Originalaufnahmen das Optimum zu erreichen, die Bildschärfe sei für sie nicht das erste Qualitätskriterium, erklärt Hickisch. Für sie sei „die Sprache des Bildausschnitts“ viel wichtiger. Sie arbeite ohne Stativ und besondere Objektive. „Wer durch Parks und Wälder geht, oft viele Stunden wandert, kann das alles nicht gebrauchen“, sagt Hickisch, für die der Schnappschuss die eigentliche Kunst in der Fotografie ist.
Es gebe viele Betrachter, die die Originale so schön fänden, dass sie fragen, warum sie sie dann noch verfremde, berichtet Hickisch. Doch da verweist sie auf die Malerei. Jahrhundertelang wurde dort die Wirklichkeit naturgetreu abgebildet. Bis die Impressionisten und die Expressionisten „die Sicht- und Ausdrucksformen sprengten“, so Hickisch. Solch eine Entwicklung sieht sie auch für den Bereich der Fotografie voraus. „Der Betrachter kann abwägen, vergleichen, und er kann seiner Fantasie Flügel geben.“ So ergeben sich immer interessante Gespräche und auch manchmal „heiße Diskussionen“, so die Fotokünstlerin.
In der Schau stellt die Garten- und Landschaftsarchitektin – „ehrlichkeitshalber wie sie sagt – die Originale neben die verfremdeten Bilder. Manchmal, wenn das Bild besonders schön ist, verzichtet Hickisch sogar ganz auf die Bearbeitung.
Dass sie ihre Bilder im Botanischen Museum zeigen darf, dafür ist die Fotokünstlerin dem Museum und den Mitarbeitern sehr dankbar, eben weil ihre Bilder nicht wissenschaftlich sind, sondern künstlerisch.
„Die Botanik ist die Wissenschaft der heiteren Betrachtung“, so Hickisch. „Mit meinen Bildern möchte ich gerne für diese heitere, schöne Wissenschaft werben.“ Deshalb geht ein Teil des Erlöses aus dem Verkauf der Bilder an das Botanische Museum.
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Die Ausstellung „Metamorphosen – im Dialog mit Baumrinden“ ist bis 30. Dezember im Botanischen Museum, Königin-Luise-Straße 6-8, zu sehen. Geöffnet ist täglich von 10 bis 18 Uhr, der Eintritt beträgt 2,50 Euro, ermäßigt 1,50 Euro.
¹Vorname auf Wunsch der Künstlerin geändert
(go)












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