
Die Doppelkastenfester, wie hier im Onkel-Tom-Kiez, sind das Denkmal des Monats. Foto: Denkmalschutzbehörde Steglitz-Zehlendorf
Anlässlich des Tages des offenen Denkmals hat sich die Denkmalschutzbehörde von Steglitz-Zehlendorf entschlossen, das Doppelkastenfenster zum Denkmal des Monats September zu ernennen. Es sei „viel besser als sein Ruf“, findet die Behörde. „Es macht dem Haus die schönsten Augen! Und es ist aus Holz – der Stoff, der Geschichte schreibt und Zukunft trägt.“ Holz ist auch Thema des Tags des offenen Denkmals.
„Das den Berlinern so vertraute Kastenfenster ist eine im gesamten nord- und mitteleuropäischen Raum verbreitete und seit 200 Jahren bewährte Fensterkonstruktion. In Berlin gibt es noch eine Million dieser stadtbildprägenden Fenster: zirca 80 Prozent davon sind für eine Runderneuerung geeignet“, schreibt Peter Schrage-Aden, Klimaschutzbeauftragter beim Umwelt- und Naturschutzamt in Steglitz-Zehlendorf. Das Amt hat sich aus ökologischen und ökonomischen Gründen dazu entschlossen, sie zu erhalten und so zu ertüchtigen, dass sie den Anforderungen des Klimaschutzes gerecht werden. Deshalb hat der Bezirk ein Altbausanierungsprogramm in sein Klimaschutzkonzept aufgenommen.
Als die wichtigsten Gründe für den Erhalt dieser Fenster führt Schrage-Aden an:
„1. Ein altes Fenster zu sanieren spart gegenüber einem neuen Fenster Energie, auch ‚graue Energie‘ genannt, sowie Rohstoffe bei der Herstellung und beim Einbau.
2. Beim Einbau eines neuen Fensters in eine kalte Wand besteht immer die Gefahr der Schimmelbildung. Dieses wird bei der Sanierung von Kastendoppelfenstern vermieden.
3. Ein gut saniertes, 100 Jahre altes Kastendoppelfenster kann mit vertretbaren Kosten die Wärmeschutzanforderungen der Energieeinsparverordnung (EnEV) in der Fassung von 2009 (Berliner Energiestandard) erfüllen. Damit ist eine richtig durchgeführte Sanierung auch nach den Anforderungen der Kreditanstalt für Wiederaufbau (KfW) förderfähig.
4. 70 Prozent der Kosten einer Runderneuerung sind Arbeitskosten, die in die lokale Wirtschaft eingespeist werden.“
Bestätigt wurde dies durch Messungen des Umweltamtes an einer Schule.
Mittlerweile gibt es mehrere Beispiele für eine gelungene Sanierung im Bezirk. Kastendoppelfenster finden sich an den Häusern der Waldsiedlung Onkel-Toms-Hütte (Foto). In ihnen fasste Chefplaner Bruno Taut Kunst, Handwerk und Architektur in einem „sozialen und avantgardistischen Meisterstück des Städtebaus zusammenfasste“, heißt es aus der Denkmalschutzbehörde.
(sn)












Foto: Daniela von Treuenfels[/caption]